Nike-Aktie stürzt ab: Margendruck und China-Flaute halten an
Vor allem wegen hoher Zölle auf Importe.
Kurzfassung
- Die Nike-Aktie gab um 10 % nach, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 Zahlen vorgelegt hatte, in denen der Nettogewinn um 32 % eingebrochen ist.
- Greater China bleibt ein zentrales Problemfeld: Der Umsatz sank dort bereits das sechste Quartal in Folge, diesmal um 17 %, auch wenn das Wachstum im nordamerikanischen Großhandel den Gesamtumsatz leicht stützte.
- CFO Matthew Friend bestätigte, dass jährliche Zollkosten in Höhe von 1,5 Milliarden US‑Dollar auf Importe aus Südostasien die Profitabilität massiv belasten – auch wenn das Unternehmen an seiner langfristigen Strategie festhält, Kernsportarten und Handelspartnerschaften zu priorisieren.
Nikes mühsamer Weg zurück an die Spitze hat in dieser Woche einen weiteren Dämpfer erlitten, als der Sportswear‑Gigant ein neues Bündel finanzieller Hürden präsentierte. Trotz eines leicht über den Erwartungen liegenden Umsatzes von 12,4 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von 1 % im Jahresvergleich – brach die Aktie nach einem ernüchternden Earnings Call zum zweiten Quartal am 18. Dezember 2025 um 10 % ein. Zwar wirkten die Umsatzzahlen robust, doch die anhaltende Erosion der Profitabilität lässt Investorinnen und Investoren an der Geschwindigkeit des Comebacks zweifeln.
Die größte Bremse bleibt Greater China, wo die Verkäufe um 17 % einbrachen – der sechste Rückgang in Folge in dieser Region. Diese strukturelle Schwäche, kombiniert mit einem Einbruch des Nettogewinns um 32 %, unterstreicht eine heikle Übergangsphase für das Unternehmen. CFO Matthew Friend erläuterte, dass ein neues Zollregime auf Fertigungen in Südostasien zum Hauptgegner geworden ist und Nike allein in diesem Jahr schätzungsweise 1,5 Milliarden US‑Dollar kostet. Dieser Gegenwind führte zu einem deutlichen Rückgang der Bruttomarge um 300 Basispunkte, weitere Einbußen werden in den kommenden Monaten erwartet.
CEO Elliott Hill gibt sich unerschütterlich und beschreibt das Unternehmen als in den „middle innings“ eines strategischen Neustarts. Der „Sport Offense“-Turnaround-Plan zielt darauf ab, Kernkategorien wie Running neu zu beleben und die Beziehungen zu Großhandelspartnern zu stärken, um Marktanteile von agilen Wettbewerbern wie On und Hoka zurückzuerobern. Der Schritt zurück in den Handel über Drittanbieter sorgt zwar für höhere Volumina, belastet die Margen jedoch vorübergehend durch stärkere Rabattierung. Für Nike erweist sich der Weg zu einem „virtuous cycle“ aus Vollpreisverkäufen und begehrlicher Markenpräsenz als Marathon, nicht als Sprint.



















