Stefano Gabbana tritt leise als Chairman von Dolce & Gabbana zurück
Der Mitgründer ist laut Berichten bereits im Dezember zurückgetreten – und prüft nun, was mit seinem 40‑Prozent-Anteil am italienischen Luxushaus geschehen soll.
Zusammenfassung
- Stefano Gabbana, Mitgründer der italienischen Luxusmarke Dolce & Gabbana, ist offiziell von seinem Posten als Chairman des Unternehmens zurückgetreten.
- Zwar erfolgte der Rücktritt bereits im Dezember 2025, doch öffentlich gemacht wurde er erst kürzlich – kurz vor den anstehenden Schuldenverhandlungen der Marke mit ihren Gläubigern.
- Domenico Dolces Bruder, Alfonso Dolce, hat die Rolle des Chairman übernommen, während gemunkelt wird, dass der ehemalige Gucci‑CEO Stefano Cantino in das Top-Management-Team einsteigen soll.
Bei einem der bekanntesten italienischen Luxusmodehäuser vollzieht sich ein tiefgreifender Führungswechsel. Stefano Gabbana, Mitgründer von Dolce & Gabbana, ist offiziell von seinem langjährigen Posten als Chairman zurückgetreten. Laut aktuellen italienischen Unternehmensunterlagen legte der 63-jährige Designer das Amt bereits im Dezember 2025 nieder – der leise Abschied wird jedoch erst jetzt publik. Während sich das Haus auf eine entscheidende Runde von Schuldenverhandlungen vorbereitet, soll Gabbana verschiedene Optionen für seinen beachtlichen 40-Prozent-Anteil an der Marke prüfen.
Nach Gabbana Rücktritts bleibt die Führungsstruktur des Hauses fest in der Gründerfamilie verankert. Alfonso Dolce, Bruder von Domenico Dolce und derzeitiger CEO der Marke, übernahm im Januar 2026 offiziell das Amt des Chairman. Gleichzeitig deutet sich ein größerer Management-Umbau an: Berichten zufolge könnte der ehemalige Gucci‑CEO Stefano Cantino eine führende Managementrolle übernehmen – eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus.
Finanziell steht das Traditionshaus, das Gabbana 1985 gemeinsam mit seinem damaligen Partner Domenico Dolce gründete, an einem entscheidenden Wendepunkt. Dolce & Gabbana trägt derzeit rund 450 Millionen Euro Schulden und geht – beraten von Rothschild & Co. – aktiv in eine neue Gesprächsrunde mit seinen Banken. Im Rahmen dieser umfassenden Refinanzierungsstrategie versucht das Unternehmen, 300 Millionen Euro bis 2030 umzuschulden und sich gleichzeitig frisches Kapital von bis zu 150 Millionen Euro zu sichern, um das dynamische Wachstum der profitablen Beauty- und Duft-Sparte weiter anzukurbeln.
Trotz der langen Historie öffentlicher Kontroversen und Boykottaufrufe rund um die Marke scheint Gabbana jüngster Rücktritt nicht mit einem neuen Skandal oder fragwürdigen Äußerungen verknüpft zu sein. Vielmehr zeichnet sich ein strategischer Kurswechsel im Unternehmen ab: Man prüft den möglichen Verkauf von Immobilien sowie die Verlängerung von Lizenzen, um in einem sich abkühlenden Luxusmarkt frisches Kapital zu mobilisieren. Bemerkenswert: Der Abschied aus dem Verwaltungsrat im Dezember hielt den Designer keineswegs von der Bühne fern. Nur wenige Monate später trat Gabbana bei der Milan Fashion Week im Februar 2026 wie gewohnt gemeinsam mit Domenico Dolce zum Schlussapplaus der Show auf – ein spektakuläres Defilee, gekrönt von einem Überraschungsauftritt von Pop-Ikone und langjähriger Muse Madonna in der Front Row.
Noch ist unklar, ob Gabbana Rückzug als Chairman einen vollständigen Ausstieg aus dem operativen Tagesgeschäft bedeutet oder eher einen Schritt zurück aus den Gremien. Klar ist jedoch: Künftig wird der Fokus auf seinem 40-prozentigen Anteil und den anstehenden Refinanzierungsplänen des Hauses liegen.



















