David Chipperfields Entwurf für das Nobel Center in Stockholm setzt auf Transparenz und Offenheit
Das neue Waterfront-Zuhause der Nobel Foundation wird ein Holzbau als offenes Zentrum für Wissenschaft, Literatur und globalen Dialog.
Zusammenfassung
- Der Entwurf von David Chipperfield Architects für das Nobel Center in Stockholm setzt auf Transparenz, Inklusivität und größtmögliche Offenheit für die Öffentlichkeit.
- Vier miteinander verbundene Baukörper aus Holz und Reuse-Ziegeln fügen sich sensibel in das historische Umfeld ein und stellen zugleich Nachhaltigkeit klar in den Mittelpunkt.
- Mit der Eröffnung im Jahr 2031 wird das Center Schauplatz von Nobel-Veranstaltungen sein und Alfred Nobels handschriftliches Testament dauerhaft öffentlich zugänglich machen.
Die Nobel Foundationhat den ersten Entwurf für das neue Nobel Center in Stockholm vorgestellt – eine gemeinschaftlich entwickelte Vision von David Chipperfield Architects. An der Wasserkante der Stadt in Slussen gelegen, ist das Gebäude als offene, einladende Institution konzipiert, die das vielschichtige Programm des Nobelpreises mit Ausstellungen, Bildungsformaten und öffentlichen Events beherbergen soll. Der Entwurf betont Transparenz und Inklusion: Großflächige Glasfassaden holen die Öffentlichkeit ins Innere und eröffnen zugleich weite Blicke auf die urbane und natürliche Umgebung.
Das Projekt besteht aus vier miteinander verbundenen Volumen, die auf die besondere Topografie von Södermalm und den historischen Maßstab des nahegelegenen Gamla stan reagieren. Proportionen und rhythmische Gliederung des Baus sind von Kaufmannshäusern des 17. Jahrhunderts inspiriert, sodass er sich stimmig in Stockholms bauliches Erbe einfügt und zugleich eine markant zeitgenössische Identität ausbildet. Ein zentrales Merkmal des Entwurfs ist der Fokus auf den öffentlichen Raum: Das Erdgeschoss ist als transparente, durchlässige Erweiterung der Stadt angelegt und nimmt Foyer, Shop und Restaurant auf, während Dachterrassen spektakuläre Ausblicke über Stadt und Schärengarten eröffnen.
Nachhaltigkeit und Langlebigkeit sind zentrale Leitprinzipien des neuen Entwurfs, der vor allem auf eine tragende Holzkonstruktion setzt, um den gebundenen CO₂-Ausstoß zu minimieren. Die Fassade besteht aus wiederverwendetem roten Ziegel – eine bewusste Referenz an Stockholms bürgerliche Architektursprache, allen voran das ikonische Stockholmer Stadthaus – und verankert das Center fest in seinem physischen und kulturellen Kontext.
Mit der geplanten Fertigstellung im Jahr 2031 wird das Nobel Center nicht nur ein vielfältiges Spektrum kultureller und wissenschaftlicher Veranstaltungen beherbergen, sondern auch Geschichte schreiben, indem Alfred Nobels handschriftliches Testament erstmals dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht wird.


















