Sprüth Magers seziert die Anatomie des Horrors
Die hochkarätig besetzte Gruppenausstellung ist noch bis zum 14. Februar 2026 in Los Angeles zu sehen.
Zusammenfassung
- Sprüth Magers Los Angeles präsentiert mit „Horror“ eine neue Gruppenausstellung, kuratiert von der Künstlerin Jill Mulleady.
- Noch bis zum 14. Februar vereint die Schau Arbeiten eines hochkarätigen, generationen- und länderübergreifenden Programms, das die ästhetische wie psychologische Kraft des Horrors auslotet.
Wir fürchten, was wir zu kennen glauben, argumentiertJill Mulleady, ausstellende Künstlerin und Kuratorin der neuen Gruppenschau von Sprüth Magers,„Horror“. In der Los-Angeles-Dependance der Galerie versammelt die Ausstellung ein generationenübergreifendes Ensemble von Positionen, die die ästhetischen Tiefen des Horrors und seinen festen Zugriff auf unsere individuelle wie kollektive Psyche erforschen.
„Horror nimmt Dinge, denen wir von Natur aus vertrauen – den menschlichen Körper, häusliche Räume, Kinderspielzeug oder die natürliche Welt – und macht sie abstoßend“, schreibt Mulleady im Ausstellungstext. „Horror entfaltet seine wahre Kraft im Verrat.“
Die Ausstellung knüpft an das Vermächtnis von Mike Kelleys wegweisender Ausstellung und dem begleitenden Text von 1983,„The Uncanny“, an, schlägt jedoch eher in Richtung körperlich spürbarer Schocks aus als in das diffuse Unbehagen von Sigmund Freuds historischem Konzept. Hier nutzen Künstlerinnen und Künstler Angst und Abscheu als Mittel, um tieferliegende gesellschaftliche und kulturelle Wahrheiten freizulegen – jene, die wir nur allzu gern unter der Oberfläche zu halten versuchen.
Viele Werke rücken den Körper als unberechenbaren Schauplatz der Verwandlung ins Zentrum, darunter Arbeiten von Cindy Sherman, Tyler Mitchell, Sondra Perry und Precious Okoyomon. Andere, etwa von Paul Thek und Anne Imhof, treiben den Realismus in eine psychische Zerreißprobe und zwingen das Publikum, sich Sterblichkeit und Verfall unmittelbar zu stellen.
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Wie die Ausstellung nahelegt, ist Horror ein kulturelles Barometer – ein allegorischer Raum, in dem wir unsere Ängste auf sichere Weise verarbeiten können. In dieser Lesart ist das Monster nie übernatürlich, sondern eine Metapher für politischen und institutionellen Zerfall, wie in den Arbeiten von Kara Walker, Arthur Jafa und Henry Taylor. Anderswo zwingen die Beiträge von Jonathan Glazer, Jordan Wolfson, Otessa Moshfegh und Harmony Korine mit brillantem, bissigem Humor zur Selbstreflexion – gebrochen in filmische Fragmente und skulpturale Genüsse.
„Indem Horror uns mit einem Schock in eine intensive Selbstbefragung darüber zwingt, was wir fürchten und warum, verbindet er unsere innere Landschaft mit der größeren menschlichen Erzählung“, führt Mulleady fort. „Er übersteigt das Chaos und wird zu einem Instrument, das eine tiefe Empathie für die Prekarität der menschlichen Erfahrung zum Ausdruck bringt.“
Die Ausstellung ist derzeit inLos Angeles zu sehen und läuft noch bis zum 14. Februar 2026. Im Folgenden finden Sie die vollständige Liste der vertretenen Positionen.
Ausstellende Künstler:innen:
Dario Argento
Antonin Artaud
Oliver Bak
Bruce Conner
Mati Diop & Fatima Al Qadiri
Cyprien Gaillard
Jonathan Glazer
Anne Imhof
Arthur Jafa
Asger Jorn
Mike Kelley
Karen Kilimnik
Harmony Korine
Tetsumi Kudo
Mire Lee
Diego Marcon
Tyler Mitchell
Ottessa Moshfegh
Jill Mulleady
Precious Okoyomon
Sondra Perry
Carol Rama
Cindy Sherman
Pol Taburet
Henry Taylor
Paul Thek
Rosemarie Trockel
Andra Ursuta
Kara Walker
Jordan Wolfson



















