Teen-Künstler Andres Valencia bekommt Solo-Ausstellung im Museum mit „Profiles in Color“
„Ich möchte, dass die Leute wissen: Kunst und Ausdruck kennen keine Altersgrenze.“
Zusammenfassung
- Die Ausstellung vereint mehr als ein Dutzend großformatiger Porträts im Nassau County Museum of Art.
- Zu den herausragenden Werken der Ausstellung zählt „El Mariachi“, ein Gemälde, das bereits zum Sinnbild seiner künstlerischen Praxis geworden ist.
Mit gerade einmal 14 Jahren Andres Valenciabereitet sich auf einen Meilenstein vor, den viele Künstler erst nach Jahrzehnten erreichen: eine eigene Museumsausstellung. Am 21. März 2026 eröffnet Profiles in Color: The Paintings of Andres Valenciadie erste Einzelausstellung des in Kalifornien lebenden Malers in der Tri-State-Region im Nassau County Museum of Art
Anfang dieses Jahres erweiterte Valencia seine Praxis um die Druckgrafik – in Zusammenarbeit mit Mourlot Editions, dem historischen Pariser Atelier, das für seine Editionen mit Künstlern wie Pablo Picasso bekannt ist – ein bedeutender Schritt in der wachsenden Auseinandersetzung des jungen Künstlers mit Kunstgeschichte und klassischer Edition.
Die Ausstellung vereint mehr als ein Dutzend großformatiger Porträts, die Valencias inzwischen unverwechselbare bildnerische Sprache zeigen: fragmentierte Körper, kräftige Farben und expressive Figuren, die kunsthistorische Referenzen aufgreifen und dennoch deutlich zeitgenössisch bleiben. Kubistische Anklänge treffen auf spielerische Verzerrungen, Gesichter und Körper werden zerlegt und durch prägnante Linien und satte Farbtöne neu zusammengesetzt.
Für Valencia geht es bei dieser Schau weniger darum, seine technische Virtuosität zu beweisen, als vielmehr ein größeres Statement über Kreativität an sich zu setzen. „Ich möchte, dass die Menschen wissen, dass Kunst und Ausdruck keine Altersgrenze kennen. Junge und ältere Menschen können kreativ sein“, sagt er. „Ich drücke mich mit Farbe aus und möchte, dass die Menschen Freude daran haben und inspiriert werden.“ Der Museumsrahmen, fügt er hinzu, „ermöglicht es mir, mehr Menschen zu erreichen und meine Reise des Inspirierens fortzusetzen“.
„Ich habe mir diesen Moment immer vorgestellt, aber nicht geahnt, dass er so früh kommen würde.“
Diese Reise hat rasant an Fahrt aufgenommen. Valencia schreibt einem großen Kreis von Unterstützern zu, dass er diesen Punkt erreichen konnte, und betont, dass sich diese Chance noch immer surreal anfühlt. „Ich habe mir diesen Moment immer vorgestellt, aber nicht geahnt, dass er so früh kommen würde“, sagt er. Im Nassau County Museum stehend erkannte er sofort ein natürliches Zuhause für seine Arbeiten: „Das ist der perfekte Ort für meine Solo-Ausstellung. Es ist unglaublich aufregend.“
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt „El Mariachi“, ein Gemälde, das bereits zum Markenzeichen seiner Arbeit geworden ist. Das Werk greift traditionelle Bühnenkostüme auf, die durch Valencias charakteristische Farbpalette und monumentale Dimension überhöht werden. „Die Baumwollleinwand war so riesig, dass ich eine Leiter benutzen musste, um den Hut meiner Figur zu malen“, erinnert er sich. Aus Ölpastell und Acryl aufgebaut, entwickelte sich das Bild nach und nach weiter. „Zwischendurch dachte ich, ich wäre fertig, aber ein paar Tage später fand ich, dass es noch mehr Farben brauchte – also spritzte ich mehrere Farbtöne an die Seite meiner Figur. In dem Moment wusste ich, dass es wirklich vollendet war.“
Farbe ist für Valencia kein Dekor, sondern Struktur. Seine wiederkehrenden Symbole und fragmentierten Figuren entstehen intuitiv, oft bereits vollständig vor seinem inneren Auge, bevor sie auf die Leinwand wandern. „Diese Bilder kommen mir einfach in den Kopf, ich sehe sie vor meinem inneren Auge und setze sie auf die Leinwand“, erklärt er. „Die Farbpalette hilft dabei, diesen Figuren Leben einzuhauchen.“
„Es ist nicht wie ein Job, für den man eine bestimmte Stundenzahl abarbeitet – es hängt ganz davon ab, wie ich mich in dem Moment fühle.“
Abseits des Ateliers reichen Valencias Einflüsse weit über die Malerei hinaus. Während er arbeitet, läuft ununterbrochen Musik – quer durch Jahrzehnte und Genres. „Ich gehe oft in mein Studio und höre laut Musik, die mich inspiriert“, erzählt er und beschreibt einen Mix aus Songs der 1960er-Jahre und aktuellen Sounds. Auch Online-Plattformen haben seine Ausbildung geprägt: „Ich schaue sehr viel YouTube, dort habe ich unglaublich viel über die Künstler gelernt, die mich inspirieren, wie Picasso und Modigliani.“
Trotz wachsender internationaler Aufmerksamkeit bleibt Valencias Alltag geerdet. Unter der Woche bestimmt die Schule seinen Tag, Abende und Wochenenden sind der Malerei vorbehalten. Die Inspiration allerdings hält sich an keinen Stundenplan. „Es ist nicht wie ein Job, für den man eine bestimmte Stundenzahl abarbeitet – es hängt ganz davon ab, wie ich mich in dem Moment fühle“, sagt er. Ideen können jederzeit auftauchen und ihn mitten in der Nacht oder am helllichten Tag zurück ins Atelier ziehen.
Am überraschendsten war für ihn vielleicht, wie weit seine Werke über den klassischen Galeriekontext hinausgereist sind. „Am meisten hat mich erstaunt, dass so viele Schulen auf der ganzen Welt meine Kunst im Unterricht einsetzen und im Klassenraum nachgestalten“, sagt Valencia. „Wenn ich Nachrichten von Schulen bekomme, motiviert mich das, weiterzumachen und immer weiter zu schaffen.“
Wenn sich im März die Türen der Ausstellung öffnen, zeigt sie das Porträt eines Künstlers, der noch am Anfang seiner Laufbahn steht – und gedanklich doch schon weit über den Moment hinausblickt.



















