Im Inneren von Tololo Ugartes gewölbtem „Fernrohr“-Haus in Limache
Das Catalejo House nutzt einen zweigeschossigen Innenraum und strategisch platzierte Fenster, um die ständig wechselnde Schönheit des uralten Waldes einzufangen.
Das Catalejo House liegt in Limache in der chilenischen Region Valparaíso und ist ein markantes Architekturprojekt des Studios Tololo Ugarte. Das Mikrohaus schmiegt sich in eine monumentale Landschaft, geprägt von einer Oase uralter Quillayes und Molles, von denen einige mehr als 300 Jahre alt sind. Das Wohnhaus ist darauf angelegt, organisch aus seinem Kontext hervorzuwachsen, und steht auf einer Ausdehnung besonders fruchtbaren Bodens, der äußerst empfindlich auf die jahreszeitlichen Veränderungen reagiert. Im Sommer wirkt die Umgebung karg und wüstenhaft; Winter und Frühling hingegen bringen eine dichte, unregelmäßige Vegetation hervor, durch die das Haus mitten in der Natur zu schweben scheint.
Als Mikrohaus in Form eines „Fernrohrs“ konzipiert, ist Catalejo ein architektonisches Experiment, das die Grenzen zwischen Innenraum und majestätischer Natur verschwimmen lässt. Prägend für den Bau ist sein markantes rundes Tonnengewölbedach aus Stahl und Holz, das einen großzügigen Innenraum über zwei Geschosse ermöglicht. Diese besondere Geometrie schafft eine unmittelbare räumliche Verbindung zur Außenwelt und ein Gefühl von Kontinuität. Indem der Entwurf die besonderen Eigenschaften des Ortes nutzt, wird die umgebende Landschaft im Inneren zur lebendigen Kunst: Jedes Fenster fungiert als dynamischer Rahmen für einen neuen, sich stetig wandelnden Blick auf die alten Bäume.
Materialität und Konstruktion des Catalejo House beruhen auf einer Haltung, die sich der Einbindung in die Umgebung und dem Respekt vor ihr verpflichtet fühlt. Tololo Ugarte wählte die Materialien gezielt so, dass sie mit der umgebenden Landschaft verschmelzen und der Baukörper nahtlos in seinen natürlichen Kontext übergeht. Diese bewusst gewählte Tarnung minimiert die visuelle Präsenz der Architektur und rückt die monumentalen Bäume als Mittelpunkt des Ortes in den Fokus. So eröffnet das Wohnhaus eine neue Art des Wohnens: Es lädt dazu ein, über das Verhältnis von Mensch und Natur nachzudenken, und bietet einen fortlaufenden, sich wandelnden Dialog mit der chilenischen Landschaft.



















