Richemont: Umsatz im ersten Quartal steigt dank Schmuckboom um 20 %
Schmuck-Maisons wie Cartier und Van Cleef & Arpels legten dank der hohen Nachfrage nach ikonischen und neuen Kollektionen um 24 % zu.
Zusammenfassung
Richemont meldete einen Umsatzsprung von 20 % auf 6,33 Milliarden Euro – angetrieben von der starken Schmuck-Sparte.
Häuser wie Cartier und Van Cleef & Arpels legten um 24 % zu, befeuert von der hohen Nachfrage nach ikonischen Linien und neuen Kollektionen.
Eine ausgewogene Preisstruktur, die sowohl Ultra-High-Net-Worth-Kund:innen als auch anspruchsvolle Aspirational Shopper anspricht, sorgte für rekordverdächtige Dynamik im Retail-Geschäft.
Richemont hat die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen: Ein außergewöhnlich starkes erstes Quartal, getragen von der bemerkenswerten Nachfrage nach den Schmuck-Maisons des Konzerns und einer äußerst erfolgreichen Preisstrategie, sorgte für das Ergebnis. Der Luxuskonzern verzeichnete in den drei Monaten bis zum 30. Juni 2026 bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzplus von 20 %. Der Gesamtumsatz erreichte beeindruckende 6,33 Milliarden Euro. Anleger reagierten begeistert auf das Handelsupdate und ließen den Aktienkurs im Zürcher Handel um fast 7 % steigen.
Allein das Schmucksegment erwirtschaftete 4,73 Milliarden Euro und übertraf mit einem Umsatzplus von 24 % die übrigen Bereiche des Portfolios deutlich. Die Traditionshäuser Cartier, Van Cleef & Arpels, Buccellati und Vhernier verzeichneten gemeinsam bereits das siebte Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum. Sowohl neue als auch traditionsreiche Kollektionen erfreuten sich bei den Kundinnen und Kunden großer Beliebtheit. Sie griffen weiterhin zu ikonischen Klassikern wie dem Cartier-Love-Armband ebenso wie zu Neuheiten wie der Clash Colors Collection.
Dank einer breit angelegten Preisarchitektur konnte der Schweizer Konzern seine Wettbewerber in einem volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfeld hinter sich lassen. Finanzanalysten betonten, dass das Unternehmen sowohl vermögendste Privatkundinnen und -kunden als auch Verbraucherinnen und Verbraucher aus der Mittelschicht hervorragend anspricht. An der Spitze des Marktes erzielen exklusive High-Jewelry-Kreationen Preise von mehr als 30 Millionen US-Dollar. Im zugänglicheren Segment sehen anspruchsvolle Kundinnen und Kunden einen hohen Wert darin, 3.000 US-Dollar für ein Schmuckstück aus Edelmetall auszugeben, das sich im Alltag tragen lässt. Dieser zweigleisige Ansatz sichert das Markenprestige und ermöglicht zugleich hohe Stückzahlen.
Der Direktvertrieb an Endkundinnen und -kunden trug maßgeblich zu dieser Dynamik bei. Der Einzelhandel steuerte 71 % zum Konzernumsatz bei; die Umsätze stiegen um 24 % auf 4,5 Milliarden Euro. Die Online-Umsätze legten um 18 % zu, der Großhandelsumsatz um 9 %. Auch die spezialisierte Uhrensparte wuchs um 8 % auf 873 Millionen Euro. Der Bereich „Other“, zu dem Mode- und Accessoiremarken wie Dunhill und Peter Millar zählen, verzeichnete ein Plus von 9 %.
Regional verzeichnete Japan mit 36 % das stärkste Wachstum, getragen von einer Kombination aus lokaler Nachfrage und höheren Ausgaben von Touristinnen und Touristen. Auf dem zweiten Platz folgte Nord- und Südamerika mit einem Plus von 27 %. In der Region Asien-Pazifik stiegen die Umsätze um 21 %, maßgeblich gestützt durch die starke Nachfrage in Festlandchina und Hongkong. Die Verkäufe in Europa legten um 11 % zu, während der Nahe Osten und Afrika trotz geopolitischer Spannungen, die den regionalen Tourismus belasteten, mit 3 % wieder auf Wachstumskurs zurückkehrten. Richemont stärkte zudem seine Bilanz durch den Verkauf einer 5%-Beteiligung am Duty-free-Betreiber Avolta. Die Transaktion brachte 400 Millionen Euro in die Konzernkasse und bescherte der Gruppe eine solide Netto-Cash-Position von 9,1 Milliarden Euro.


















