Rick Owens trotzt der Pariser Hitzewelle mit klimatisierter adidas-Kollaboration für SS27
Mit ultra‑gepufften, aufgeblasenen Jacken und Shorts mit echten integrierten Ventilatoren, kombiniert mit Cooling-Ice-Vests für maximale Abkühlung.
Zusammenfassung
Rick Owens präsentierte seine SS27-Menswear-Kollektion „STONE“ während der Paris Fashion Week.
Die Kollektion launcht erstmals fan-inflated adidas ClimaCool Outerwear und einen neuen 2027 Running Shoe.
Zu den radikalsten Pieces zählen handverarbeitete Latex-Tops und architektonische Tensegrity-Chaps.
Mitten in einer glühenden Hitzewelle in Paris präsentierte Rick Owens seine Spring/Summer-2027-Menswear-Show mit verblüffender Pünktlichkeit – ein ungewohntes Aufbegehren gegen die sonst typischen Verzögerungen der Paris Fashion Week. Die betonierten Außenflächen des Palais de Tokyo verwandelte er in ein dystopisches Theater; seine Kollektion mit dem Titel „STONE“ setzte sich mit einem kollektiven Gefühl gesellschaftlicher Bedrohung auseinander – über Motive von Disziplin, Verwandlung und körperlicher Widerstandskraft.
Die Models schritten über einen Laufsteg aus Stahlrost wie Abwehrfiguren – entschlossen, sich zu bewaffnen, zu trainieren oder zu versteinern –, ihre strengen Mienen zusätzlich zugespitzt durch stachelige, federartige Wimpernaufsätze. Diese körperlich spürbare Stimmung wurde durch eine strenge Palette aus Tiefschwarz, Dunkelbraun und hautfarbenem Beige verstärkt, die den rohen Beton des Settings aufgriff. Owens balancierte technische Innovation mit seiner avantgardistischen Ästhetik und zeigte aufgepolsterte Jacken, voluminöse Cabans und scharf konturierte Schultern neben transparenten Latexteilen, die die Grenze zwischen Funktion und Fetisch verschwimmen ließen.
Im Kern der Kollektion stand eine mutige Zusammenarbeit mit adidas, ausgelegt auf den Einsatz unter extremen Bedingungen. Owens präsentierte einen leistungsstarken, erschwinglichen adidas x Rick Owens-Laufschuh, der für 2027 angekündigt ist, flankiert von Teilen mit adidas ClimaCool-Technologie. Aufgepolsterte Jacken und Shorts mit integrierten Ventilatoren trafen auf maßgefertigte Eiswesten und formten persönliche Kühlsysteme, die die Rumpftemperatur von Läuferinnen und Läufern vor dem Wettkampf senken sollen. Diese sportliche Bildsprache setzte sich fort in schmal geschnittenen Jogginganzügen aus Poly-Cotton-Jersey, fetischisiertem schwarzem und hautfarbenem Leder sowie recyceltem Nylon-Miederstoff, in Deutschland gestrickt und in Italien veredelt.
Die radikalsten Statements der Kollektion entstanden durch kunstvoll handgearbeitetes Latex und skulpturale Beinkonstruktionen. Der in Paris ansässige Rubber-Designer Matisse Di Maggio entwarf transparente Tanktops, die an perlenbestickte Lingerie der 1920er-Jahre erinnern, und paspelierte das Latex von Hand – ein aufwendiger Prozess, der vier Hände und über 35 Arbeitsstunden pro Teil erforderte. Diese zarten Schichten standen in scharfem Kontrast zu ausladenden Latex-Capes von Londons Florence Druart und skelettartigen „Tensegrity“-Chaps aus Schaumstoff und Latex, von Langzeitkollaborateur Straytukay in Handarbeit gefertigt. Basierend auf den architektonischen Prinzipien, die Buckminster Fuller in den 1960er-Jahren populär machte, bildeten diese Chaps ein durchgehendes Netzwerk aus Zug- und Druckkräften, das die biologische Struktur menschlicher Knochen und Bindegewebe nachzeichnete. Geerdet wurden diese komplexen Bilder durch Owens’ charakteristische, überkniehohe Leder-Plateaustiefel mit messerscharfen, spitz zulaufenden Kappen, hochgezogen über dreistreifige Trackpants – das finale, kompromisslose Uniformstatement eines modernen Überlebensmodus.



















