Im Glas verhüllt: MVRDV taucht Tiffany & Co. in ein bewegtes Meer aus transluzenten Lamellen
Das Design ist eine architektonische Hommage an die organische, fließende Formensprache von Elsa Perettis Meisterwerken.
Zusammenfassung
- MVRDV entwarf die Fassade des Flagshipstores von Tiffany & Co. in Beijing, geprägt von einem 20 Meter hohen, wellenförmigen Schleier aus transluzenten Glaslamellen.
- Das demontierbare, zirkulär gedachte System verwandelt sich nachts dank integrierter, unsichtbarer Lichtmodule in eine strahlende „Tiffany Blue Lantern“.
Im Luxus‑Shoppingviertel Taikoo‑Li Sanlitun in Beijing gelegen, präsentiert der neue Flagshipstore von Tiffany & Co. eine eindrucksvolle Fassade aus geschwungenen, transluzenten Glaslamellen, entworfen vom niederländischen Architekturbüro MVRDV. Es ist die fünfte Zusammenarbeit in einer laufenden Serie maßgeschneiderter Storefront‑Designs für das Schmuckhaus, die mit innovativen Materialien und expressiven, dreidimensionalen Formen spielt.
Das vierstöckige Gebäude ist in einen Schleier aus geschwungenen, transluzenten Glaslamellen gehüllt, die sich über die gesamte Höhe von 20 Metern vertikal erheben. Diese fließenden Formen erzeugen eine beinahe ätherische Präsenz, deren Erscheinungsbild sich im Laufe des Tages mit dem wechselnden Licht wandelt. Inspiriert von den organischen Linien der Meisterwerke der Schmuckdesignerin Elsa Peretti, insbesondere dem Bone Cuff, führt die Fassade ein neues Designmotiv in die laufende Zusammenarbeit von MVRDV und Tiffany ein, das expressive Dreidimensionalität und innovativen Materialeinsatz in den Fokus rückt.
Der eisige Blauton der Fassade, eng mit der Markenidentität von Tiffany verknüpft, verstärkt ihre Präsenz als architektonische Ikone im pulsierenden Einkaufsviertel. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln intensiviert die dichte Schichtung der Glaslamellen das Spiel von Licht und Schatten und erzeugt einen dynamischen Effekt, der sich scheinbar mit der Betrachterin oder dem Betrachter mitbewegt.
Licht fungiert als zentrales Gestaltungsmittel, das Glas wurde bewusst aufgrund seines natürlichen Blautons ausgewählt. Nachts verwandelt sich die Fassade in eine leuchtende „Tiffany Blue Lantern“, illuminiert von Lichtmodulen, die dezent in eigens entworfene Halterungen integriert sind. Diese Integration sorgt dafür, dass die technische Hardware unsichtbar bleibt und der Fokus ganz auf dem diffusen Leuchten des Glases liegt. Zugleich ist das System konsequent auf Zirkularität ausgelegt: Die gesamte Fassade ist vollständig demontierbar, sodass Lamellen und Halterungen unbeschädigt entfernt und künftig wiederverwendet oder recycelt werden können.



















