„Ninja Warrior“ wird zur olympischen Sportart – Hindernisrennen feiern Debüt bei den Spielen 2028
Hindernisrennen ersetzen im Modernen Fünfkampf das Springreiten bei den Olympischen Spielen in Los Angeles.
Zusammenfassung
- Tokyo Broadcasting System hat eine Vereinbarung mit der Union Internationale de Pentathlon Moderne geschlossen, um „Sasuke“/„Ninja Warrior“-Hinderniskonzepte in die neue olympische Disziplin des Hindernisrennens zu integrieren.
- Das Internationale Olympische Komitee stimmte 2023 einstimmig dafür, das Springreiten im Modernen Fünfkampf durch Hindernisrennen zu ersetzen – wirksam ab den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
- UIPM veranstaltete 2025 in Peking die ersten Weltmeisterschaften im Hindernisrennen; bei den Olympischen Spielen in LA feiert die Disziplin dann ihr offizielles, vollständiges Olympia-Debüt.
Tokyo Broadcasting System, der Sender hinter „Sasuke“ und seinen weltweiten Adaptionen wie „American Ninja Warrior“, hat eine Lizenzvereinbarung mit der Union Internationale de Pentathlon Moderne geschlossen, um das geistige Eigentum an den Hindernisparcours des Formats in die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Im Rahmen der Vereinbarung wird UIPM von TBS entworfene Hindernisse als Teil des Hindernisrennens einsetzen – jener Disziplin, die ab den LA-Spielen offiziell das Springreiten im Modernen Fünfkampf ersetzt.
Die Struktur des Deals ist überschaubar: UIPM hat das Recht lizenziert, bestimmte „Sasuke“/„Ninja Warrior“-Marken- und Formatrechte von TBS zu nutzen, darunter das Design ausgewählter Hindernisse, die im professionellen Hindernisrennen zum Einsatz kommen. Die beiden Organisationen arbeiten seit 2022 zusammen und haben eine Reihe von Test-Events durchgeführt, die die Entwicklung des Hindernisrenn-Formats der UIPM maßgeblich geprägt haben, bevor das IOC 2023 einstimmig für dessen Aufnahme bei den LA-Spielen stimmte. UIPM richtete 2025 in Peking die ersten Weltmeisterschaften im Hindernisrennen aus – damit werden die Olympischen Spiele 2028 zum offiziellen Debüt der Disziplin auf der größten Sportbühne der Welt.
Der Weg zu diesem Debüt reicht über drei Jahrzehnte zurück. TBS strahlte „Sasuke“ erstmals 1997 aus, und das Format wurde sofort zur Sensation in Japan, bevor es sich auf mehr als 160 Länder und Regionen ausbreitete und dort in über 25 Fällen lokale Versionen hervorbrachte. Die US-Adaption „American Ninja Warrior“ läuft derzeit in der 18. Staffel, die am 8. Juni bei NBC startet – ein Detail, das zeigt, wie tief das Format inzwischen im Mainstream-Sport-Entertainment verankert ist. Was als japanisches Primetime-Spektakel rund um körperliche Extreme und scheinbar unmögliche Leistungen begann, hat sich in rund 30 Jahren zu einer weltweit anerkannten Wettkampfdisziplin mit eigenem Verband, Weltmeisterschaften und nun auch olympischem Status entwickelt.
Auch der Moderne Fünfkampf selbst blickt auf eine parallele Geschichte der Neuerfindung zurück. Er wurde bei den Olympischen Spielen 1912 mit fünf Disziplinen eingeführt – Fechten, Schwimmen, Springreiten, Laufen und Schießen – und befindet sich seither in nahezu stetigem Wandel. Laufen und Schießen wurden in einem früheren Reformzyklus zum „Laser Run“ zusammengeführt, und das Springreiten wurde nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris abgeschafft, nachdem es jahrelang Druck gab, die Attraktivität des Wettbewerbs zu modernisieren. Hindernisrennen schließt diese Lücke mit einem Format, das bereits jetzt ein weltweites Publikum erreicht – genau die Logik, auf die sich das IOC bei seinem einstimmigen Votum stützte.
„Es ist 30 Jahre her, dass TBS Hindernisrennen mit dem ursprünglichen ‚Sasuke‘ in ein TV-Phänomen verwandelt hat“, sagte UIPM-Präsident Rob Stull gegenüber Variety. „Der Moderne Fünfkampf hat seit 1912 ununterbrochen einen Platz bei den Olympischen Spielen und entwickelt sich seit Jahrzehnten kontinuierlich weiter, um den Sehgewohnheiten von Sportfans weltweit gerecht zu werden.“ Katsuaki Setoguchi, Executive Officer von TBS Holdings, bezeichnete das Zusammenwachsen als „bahnbrechenden Meilenstein“ und betonte, dass beide Organisationen gemeinsam daran arbeiten werden, das Format im Vorfeld der LA-Spiele über alle Kanäle hinweg zu promoten.



















