Fünf Jahre Dialled In: Wie die South-Asian-Arts-Plattform zum globalen Label wurde
Im exklusiven Interview spricht Hypebeast mit Co-Founder Ahad Elley aka Ahadadream über das Jubiläum von Dialled In – und darüber, wohin sich das wegweisende Kollektiv als globales Label entwickelt.
Als die in London ansässige Plattform Dialled In 2024 ARRIVALS nach Glastonbury brachte – die erste Bühne des Festivals, die je den Künsten aus Südasien gewidmet war –, markierte das einen echten Wendepunkt für Live-Musik. Mit Acts wie Nabihah Iqbal, Raji Rags und weiteren, die über ein von Vedic Roots, gebautes Soundsystem spielten, wurde dieser Space zum Beispiel dafür, wie Künstler:innen aus der Region und der weltweiten Diaspora ein komplettes Wochenende im Programm übernehmen können – statt auf ein einziges Set reduziert zu werden.
Im Zentrum von Dialled In stand von Anfang an, unterrepräsentierte Artists sichtbar zu machen. Gegründet von einem Kollektiv aus DJs und Produzent:innen, startete die progressive Plattform mit Events, die die Sounds südasiatischer Subkulturen – sowohl vor Ort als auch in der Diaspora – nach vorne brachten. „Wir wollten unsere Vielfalt feiern“, erzählt Gründungsmitglied Ahad Elley (besser bekannt als Ahadadream) im Gespräch mit Hypebeast. „Ich wollte diese Künstler:innen schon immer auf Festivals bringen, wo sie einer Bandbreite an nuancierten Erfahrungen und Sounds aus der großen internationalen Diaspora begegnen können.“
„Dieses Maß an Glück und purer Freude freizusetzen, das in der Crowd förmlich greifbar ist – darum geht es bei Musik und beim Auflegen.“
Als Teenager von Karachi in Pakistan nach London gezogen, bekam Elley schnell zu spüren, wie rar Clubnächte und Festivals mit Fokus auf südasiatische Kreative im Line-up waren. Zwar spielte er während seiner Studienzeit immer mehr Gigs und verfeinerte seine High-Energy-Rhythmen und treibenden Percussion-Beats, doch erst beim allerersten Dialled In-Event wurde dem DJ klar, „wie sehr die Plattform mit den Menschen resonieren würde“. „Ich erinnere mich immer daran, wie ich Leute auf dem Event emotional werden sah. Dieses Maß an Glück und purer Freude freizusetzen, das in der Crowd spürbar ist – genau darum geht es bei Musik und DJing.“
Heute wächst die Dialled In-Community stetig weiter. Neben der Übernahme renommierter britischer Institutionen wie dem Barbican und dem V&A hat sie Partys in Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka veranstaltet. „Die Möglichkeiten, die sich uns eröffnet haben, sind unglaublich – und das Mitwirken hinter den Kulissen hat mich mit großartigen Talenten zusammengebracht“, reflektiert Elley. „Diese Gespräche haben unser Netzwerk nur noch erweitert. All das fließt in unsere Arbeit ein.“
Die Plattform spannt inzwischen den Bogen von Hip-Hop über traditionelle Vokalist:innen bis hin zu experimentellem Jazz und Folk und geht damit weit über ihre Wurzeln in der elektronischen Musik hinaus. Später in diesem Monat können Fans das eklektische Talent, das Dialled In fördert, beim fünften Jubiläumsfestival erleben. Verteilt auf mehrere Venues in East London begrüßt das Event internationale Headliner wie Manara und Lifafa, flankiert von Filmemacher:innen, Comedians und Künstler:innen. Wie schon die Glastonbury-Übernahme verspricht es, eine vibrierende Feier südasiatischer Kreativität zu werden – und bewahrt dennoch die intime, einladende Atmosphäre, die die Fans so schätzen.
„Das Wichtigste für uns ist, eine große Bandbreite an Artists zu zeigen“, sagt Elley. „Wir wollen die Menschen weiterhin mit einzigartigen Tracks überraschen und Diaspora-Geschichten feiern – und gleichzeitig Brücken schlagen und den Austausch mit Künstler:innen vor Ort in Südasien am Laufen halten.“
Für den nächsten Schritt der Reise arbeitet Dialled In außerdem still und leise am Launch des eigenen Labels. Erst vor wenigen Wochen angekündigt, speist sich dessen Expertise aus der Schnittmenge von Clubkultur, alternativer Musik und transkulturellen Experimenten. „Für viele Artists waren unsere Shows einige ihrer allerersten Live-Auftritte“, erklärt der DJ zum Start. „Das Label wird helfen, ihre Geschichten und ihre Musik zu noch mehr Augen und Ohren zu bringen.“
„Wir wollen die Menschen weiter mit einzigartigen Tracks überraschen und Diaspora-Stories feiern …“
Wenig überraschend gehört zu den ersten Releases des Labels eine neue Single von Elley mit dem legendären DJ Skrillex und dem Rapper Raf Saperra. Unter dem Titel „Bass Dhol“ treffen klassische indische Drums auf ein Fundament aus elektronischen Beats – ein carnival-ready Rhythmus, der zwischen traditioneller und zeitgenössischer Musik pendelt.
„[Die Single] ist extrem authentisch für die Dialled In-Story“, sagt Elley. „Skrillex kam zum allerersten Dialled In-Event, wir spielten back-to-back, und daraus entstand eine anhaltende Kollaboration. Raf Saperra ist jemand, den wir alle schon lange bewundern, und an einem Track zu arbeiten, der ihn aus seiner Komfortzone holt und gleichzeitig die Wurzeln der Musik respektiert, fühlte sich perfekt an als erster Release des Labels.“
Die kulturellen Bewegungen aufgreifend, die die Plattform im Laufe der Jahre entdeckt hat, stammt der zweite Release von EXCISE DEPT, einem multidisziplinären Kollektiv aus Mumbai, Indien. Gemeinsam zeichnen die beiden Singles ein klares Bild des Ethos, für das Dialled In seit Tag eins steht: Underground-Künste aus Südasien auf die globale Bühne zu bringen.



















