Storey Studio erschafft begehbaren „Memory Bank“-Kosmos für Range Rover
Drei miteinander verbundene Räume zeigen, wie Farben, Muster und Materialien unsere Erinnerungen wachrufen und uns mit der Vergangenheit verbinden.
Von einer Automarke im Kontext der Milan Design Week zu hören, löst nur allzu oft ein genervtes Augenrollen aus. In den vergangenen Jahren, in denen immer mehr „nicht-traditionelle“ Design-Brands mit Off-Installationen rund um die jährliche Möbelmesse aufgetaucht sind, wurde intensiv – und durchaus zu Recht – darüber diskutiert, welchen Anspruch und welche Relevanz diese Projekte haben.
Im Fall von Range Rover, das in diesem Jahr bereits seine zweite große Installation zeigte, muss man allerdings den Hut ziehen. Für beide Projekte haben sie ein unabhängiges Designstudio ins Boot geholt – und ihm die komplette kreative Anerkennung überlassen. Im vergangenen Jahr war es Nuova, in diesem Jahr setzen sie auf Storey Studio.
Für die Installation 2026 lag der Fokus auf den maßgeschneiderten Services der Marke. Übersetzt wurde das in das Konzept „Traces“ – und die Frage, wie bestimmte Farben und visuelle Reize Erinnerungen triggern können. „Für uns war es die Idee, aus einem Erinnerungsspeicher zu schöpfen, um Entscheidungen zu inspirieren“, erklärte Storey-Studio-Gründer Robert Storey gegenüber Hypebeast. Sichtbar wurde das in drei miteinander verbundenen Räumen, von denen jeder eine eigene Identität hatte: „Memory and Color“, „Memory and Motif“ und „Memory and Material“.
Für den ersten Raum, Memory and Color, gab das Range-Rover-Team einen Film in Auftrag, inszeniert von Felipe Sanguinetti (dessen Auftraggeber zuvor bereits Marken wie Chanel, Louis Vuitton und das Royal Opera House umfassten).
Für den Film griff Sanguinetti auf seine argentinischen Wurzeln zurück – und verfolgte Momente der Kreativität von seiner Kindheit bis heute, wobei jeder Abschnitt von einem spezifischen Farbton getragen wurde. Das räumliche Konzept von Storey Studio ließ den Raum vollständig in Spiegel kleiden, sodass eine endlose Reflexion entstand. Darüber spiegelte ein Lichtkasten die im Film verwendeten Farben. „Wir haben in der gesamten Installation Spiegel eingesetzt, um diese Idee von Unendlichkeit und unendlicher Wahlmöglichkeiten zu thematisieren“, ergänzt Storey.
Im nächsten Raum, Memory and Motif, wird die Perspektive deutlich näher herangezoomt. Champagnergoldene Vitrinen zeigen kunstvoll bestickte Arbeiten von Hvass and Hannibal, Lisa Rampilli, Petra Borner und Jules Julien – jede einzelne inspiriert von den persönlichen Mailand-Erinnerungen der Künstler:innen. Unter den Füßen der Besucher:innen signalisiert ein softer Teppich den Bruch zur harten Bodenfläche des vorherigen Raums – ein bewusst gesetzter Wechsel von Storey Studio, um eine ruhigere, umhüllendere Atmosphäre zu schaffen.
Erst im dritten und letzten Raum begegnet man tatsächlich einem Range Rover. In Memory and Material platziert, trägt das Unikat den Namen Pearl of Tay – inspiriert von der Süßwasserperle des River Tay in Schottland.
Auch hier wollte Storey Studio die Erfahrung buchstäblich von Grund auf verändern. Der Raum ist mit knirschendem schwarzem Kies ausgelegt, als würde man über ein Flussbett laufen; darüber ziehen sich perlmuttfarbene, wellenartige Lamellen über die gesamte Decke und erinnern an fließendes Wasser.
Zu beiden Seiten des Raums stehen Vitrinen mit Objekten, kuratiert von Bard, einer in Edinburgh ansässigen Galerie, die sich auf Scottish Craft und Design spezialisiert hat. „Während man durch den Raum geht, entdeckt man nach und nach diese unterschiedlichen Stücke“, sagt Storey. „Das weckt genau dieses prickelnde Gefühl, etwas auf dem Flussbett zu finden.“
Abgerundet wird die Installation von einem Café, das in Zusammenarbeit mit Gubi gestaltet wurde. Innen treffen unter anderem Designikonen wie Pierre Paulins F300 Lounge Chair, Daumiller Chairs und Obello Lamps aufeinander.
Range Rover x Storey Studios Installation „Traces“ war während der gesamten Milan Design Week geöffnet, die vom 21. bis 26. April stattfand.



















