Central Pavilion in den Giardini restauriert – bereit für die Venice Art Biennale 2026
Architektonisches Erbe bewahrt, mit zeitgemäßen Upgrades neu inszeniert.
Zusammenfassung
- Der Central Pavillon in den Giardini della Biennale eröffnet nach einer umfassenden Renovierung unter der Leitung von Arianna Laurenzi und Cristiano Frizzele wieder.
- Zu den Neuerungen gehören restaurierte historische Elemente, neue Dach-Altanen und neu organisierte Ausstellungsbereiche.
- Nachhaltige Systeme integrieren Oberlichter, Photovoltaik und Belüftung und machen den Pavillon zum kulturellen Dreh- und Angelpunkt der Biennale.
Der Central Pavillon in den Giardini della Biennale hat kurz vor der diesjährigen Venice Art Biennale wieder eröffnet – nach einer umfassenden Renovierung unter der Leitung der Architektin Arianna Laurenzi und des Ingenieurs Cristiano Frizzele.
Anstelle einer konventionellen Restaurierung interpretiert das Projekt das historische Gebäude als vielschichtigen, flexiblen Ausstellungsraum neu und stellt zugleich zentrale Architekturelemente wieder her. Der erneuerte Pavillon betont räumliche Hierarchien und Klarheit; die Sala Chini wurde zu einem Verteilerraum umgestaltet, der in neutrale Galerien führt, die für unterschiedlichste kuratorische Formate konzipiert sind.
Servicebereiche wie Café, Buchhandlung und Bildungsbereiche sind klar von den Ausstellungsrundgängen getrennt. Zu den bemerkenswerten Restaurierungen zählen die originalen Fenstersysteme von Carlo Scarpa und die Rückführung der Sala Brenno del Giudice auf ihre Grundrissgestaltung von 1928. Öffnungen zur kanalseitigen Terrasse wurden wiederhergestellt und intensivieren den Dialog des Gebäudes mit seiner Umgebung. Ergänzt wird das Ensemble durch zwei Dachaufbauten nach dem Vorbild venezianischer Altanen, ausgeführt in verkohltem Brettschichtholz und X-LAM-Paneelen, die erhöhte Ausblicke bieten und zugleich die architektonische Balance wahren.
Die Neugestaltung integriert ökologische und technische Systeme in ein einheitliches Gefüge. Oberlichter mit Photovoltaik- und Streuglas sorgen für natürliches Licht und Energieeffizienz, während bewegliche Elemente Belüftung und Verschattung ermöglichen. Die technische Infrastruktur wurde in Wände und Dachaufbau integriert, um die räumliche Klarheit im Inneren zu bewahren. Diese Strategien orientieren den Pavillon konsequent an zeitgemäßen Nachhaltigkeitsstandards und sichern Materialeffizienz sowie eine präzise Steuerung der klimatischen Bedingungen.
Die Neugestaltung wurde vom Special Projects Department der Biennale unter der Leitung von Arianna Laurenzi und Cristiano Frizzele betreut. Entworfen von Labics in Zusammenarbeit mit Fabio Fumagalli, wurde der Eingriff über Italiens National Recovery and Resilience Plan finanziert. Mit der Wiedereröffnung etabliert sich der Pavillon erneut als zentrales Herzstück der Biennale – mit seiner ersten Ausstellung, In Minor Keys kuratiert von Koyo Kouoh, die am 9. Mai 2026 eröffnet wird.



















