Für Angelo Baque ist Awake x Gap etwas Persönliches

Der Designer aus Queens spricht über die familiären Bande, die im Zentrum der Awake x Gap Kollaboration stehen.

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Familie steht im Zentrum all seiner kreativen Projekte. Als er 2012 Awake gründete, baute der Native aus Queens die Brand auf dem soliden Fundament seiner umfangreichen Erfahrung und dem Ethos aller fünf Boroughs auf – letzteres getragen von einem fast greifbaren Gefühl von Gemeinschaft.

„Wenn du hier in der City aufwächst, hast du natürlich deine Blutsfamilie, aber dann hast du auch deine gewählte Familie, deinen Tribe – und mit diesen Menschen passiert das meiste Wachstum. Deshalb war Community schon immer ein so großer Teil der Awake-Story“, erzählte Baque Hypebeast. Deshalb eröffnete er einen physischen Store in der Orchard Street. Deshalb gibt es im Store regelmäßig kostenlose Events. Deshalb werden im Sommer Barbecues veranstaltet. „Ich will, dass du bei Awake deinen neuen besten Freund kennenlernst.“

Awakes Kollaboration mit Gap ist – wie all seine anderen Projekte – tief in familiären Verbindungen verwurzelt. Seine ältere Schwester ist mit Gap aufgewachsen (sie hatte einen grünen Anorak, den Baque ihr ständig klaute), und seine Tante und sein Onkel schenkten ihm zu Geburtstagen und Feiertagen immer Teile der Brand. Mitschüler, die kein Gap trugen, schielten neidisch auf jene, die es taten, und die Marke war für Baque der Einstieg zu Polo, Ralph Lauren und Nautica. Als die Kollabo-Anfrage schließlich auf seinem Schreibtisch landete, war die Entscheidung dementsprechend sofort klar.

Die Kampagnenvisuals zeigen nicht nur Baques engste Familie – inklusive seines Sohnes, denn die Kollabo umfasst auch Kidswear –, sondern auch seine Tante und seinen Onkel, Seite an Seite mit sorgfältig ausgewähltem New-York-City-Talent. Geshootet von HIDJI WORLD, stehen Potluck Clubs Cory Ng, Frenchettes Riad Nasr sowie Planta Industrials Saso und AKA DarkKnight im Fokus – ein Line-up lokaler Cultural Tastemaker aus unterschiedlichsten Disziplinen und zugleich Menschen, zu denen Baque enge persönliche Beziehungen pflegt.

Es wirkt nicht konstruiert. Es ist Familie. „Die eigentliche Währung ist die Community.“


Hypebeast: Fangen wir ganz am Anfang an. Was war die ursprüngliche Inspiration für diese Kollektion?

Angelo Baque:New York Citys musikalische DNA. Ganz konkret die Jahre 1988 bis 1992, also die Zeit, bevor Clubs in New York City musikalisch segregiert wurden. Wenn du ein großer DJ warst, musstest du alle Genres spielen. Es war nicht in Reggae-Night, Hip-Hop-Night und House-Night aufgeteilt. Alle großen DJs haben alles aufgelegt, und diese diverse Szene hat maßgeblich beeinflusst, wie die Kids – wie meine große Schwester – sich angezogen haben. Sie trug ein oversized Pünktchenhemd mit Baggy-Jeans, Timberlands an den Füßen, große goldene Creolen und den Gap-Anorak lässig über die Schultern geworfen. Deshalb wollte ich genau diese Story über die Looks und die Visuals durch die Linse von Musik erzählen. Das Moodboard war in meinem Kopf schon komplett fertig, bevor ich überhaupt die Chance bekam, mit Gap zu arbeiten – und als die kam, wusste ich: Das ist das perfekte Konzept für die Kollaboration.

Kannst du deine spezielle Verbindung zu Gap noch etwas genauer erklären?

AB:Ich habe eine vielschichtige persönliche Beziehung zu Gap. Für so viele von uns, die Ende der 80er und Anfang der 90er in New York City aufgewachsen sind, war Gap Premium. Bevor Ralph Lauren, Nautica, Polo oder sonst irgendwas in meinem Leben auftauchte, gab es Gap. Es war eine der ersten Brands, über die sich in der Grundschule sozialer Status definiert hat. Die Leute fragten: „Oh, ist dein Rollkragen von Gap?“ Meine Schwester, die sechs Jahre älter ist als ich, war so ein bisschen der Rebell der Familie – sie ist bis heute mein Style-Icon. Wie gesagt, sie hatte diesen grünen Gap-Anorak, und ich wollte ihn so sehr, dass ich ihn ihr ständig geklaut habe. Und meine Tante und mein Onkel, die auch im Kampagnenvideo auftauchen, schenkten mir ebenfalls immer Gap. Zu Weihnachten oder zum Geburtstag war es gesetzt, dass von ihnen diese blaue Box kam.

Erzähl mir mehr darüber, in den 1990ern in Queens aufzuwachsen – was an der kulturellen Szene hat dich damals besonders geprägt?

AB:Obwohl ich in Queens aufgewachsen bin, war es eher der Weg von Queens nach Downtown New York City, der mich damals am meisten beeinflusst hat. Dort ist alles passiert. Wenn in Queens alle denselben Song gehört haben, lief Downtown schon das ganze Mixtape.

„Du hast deine Blutsfamilie, aber dann hast du deinen Tribe – und mit diesen Menschen passiert das meiste Wachstum. Deshalb war Community immer ein so großer Teil der Awake-Story. Deshalb haben wir den Store in der Orchard Street eröffnet … Ich will, dass du bei Awake deinen neuen besten Freund triffst.“

Was hat damals deine Fashion-Entscheidungen inspiriert?

AB:Der Wunsch, eine Freundin zu haben[lacht]. Was ich als Kind im New York City der frühen 1990er erlebt habe, unterscheidet sich kaum von dem, was Kids heute in dieser Stadt erfahren. Die City hat ihre eigene Energie, ihren eigenen Drive, ihre eigene Vibration. Egal, ob du zugezogen bist oder hier geboren und aufgewachsen – irgendetwas an New York City zieht dich immer wieder an und lässt dich bleiben wollen. Es ist die härteste Beziehung, die du haben kannst, aber auch die erfüllendste. Von den unterschiedlichsten Gesichtern in der Subway und den verschiedenen Fashion-Styles über die Musik, die aus den Autos auf der Straße ballert, bis hin zu Graffiti überall – mich inspiriert das alles.

Auf Familie kommst du in diesem Gespräch immer wieder zurück. Du zeigst in der Kampagne auch deine Frau und deinen Sohn. Welche Rolle spielt Familie – sowohl Blutsfamilie als auch gewählte Familie – in dieser Kollaboration?

AB:Zum einen kommt es aus diesen frühen Kindheitserinnerungen mit Gap – und jetzt habe ich meine eigene Familie, mit der ich das teilen kann. Ich kann diese Verbindung an meinen Sohn weitergeben und diese multigenerationale Story weiterschreiben. Ich finde es auch schön, dass du die gewählte Familie ansprichst, denn wenn du hier in der City aufwächst, hast du zwar deine Blutsfamilie, aber auch deinen Tribe – und mit diesen Menschen passiert das meiste Wachstum. Deshalb war Community immer ein so wichtiger Teil der Awake-Story. Deshalb haben wir den Store in der Orchard Street eröffnet. Deshalb hosten wir all die kostenlosen Events, Barbecues und Musik-Performances. Ich will, dass du bei Awake deinen neuen besten Freund kennenlernst.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch mehr über das Casting der Kampagne sprechen, die HIDJI WORLD geshootet hat. Nicht nur du und deine Familie seid auf einigen Visuals zu sehen, auch andere kulturelle Pioniere aus NYC tauchen auf – von Bronx-Rapper Planta Industrial bis hin zu Potluck Clubs Cory NG. Wie hast du den Cast zusammengestellt?

AB:Im Cast stecken all diese vielschichtigen Geschichten, die man auf den ersten Blick gar nicht kennt. Mein Freund Scarr von Scarr’s Pizza und seine Familie, Riad von Frenchette. Ich habe Riad kennengelernt, als ich im Jahr 2000 bei Nom de Guerre gearbeitet habe. Wenn ich pleite war, hat Riad mir immer einen Tisch im Balthazar klar gemacht – für mich ist er wie ein großer Bruder. Das ist Familie. Es geht nicht darum, fürs Clout zu casten. Die echte Währung ist die Community.

Ich habe mit HIDJI WORLD schon an der Jordan-Kampagne gearbeitet, und darin haben wir Corey Ng und seine Großmutter gefeatured. Sie ist 90 und kocht immer noch jeden Sonntag für ihre ganze Familie. Es geht um diese Intention, und genau das ist es, was die Leute spüren sollen. Gleichzeitig will ich auch die „New York is dead“-Erzählung challengen.New York ist tot?Wirklich? Schau dir diese Kampagne an.

Du und Gap habt jeweils eine eigene, sofort erkennbare Signature-Typografie. Wie seid ihr zusammengekommen, um das gemeinsame Awake-x-Gap-Core-Logo zu entwickeln?

AB:Gap ist eine globale Ikone. Daran gibt es nichts zu rütteln. Ich sage immer, das ist wie David und Goliath – wir spielen immer noch Small Ball. Viele Leute denken, wir seien größer, als wir tatsächlich sind – was schön ist –, aber im Kern sind wir immer noch ein klassischer Mom-and-Pop-Betrieb. Deshalb ist es jedes Mal ein Win, wenn wir unser Logo neben etwas wie Gap stellen können, vor allem, wenn es sich dabei überhaupt nicht erzwungen anfühlt. Am Kollabo-Logo ist etwas, das einfach einen guten Flow hat. Es ist der North Star der Kollektion. Ich wollte das „A“ nicht gewaltsam zwischen das „G“ und das „P“ quetschen. Es musste ästhetisch stimmig sein. Dieses Logo für die gesamte Kollaboration zu wählen, war also ein No-Brainer.

Wenn wir uns speziell das Denim-Set anschauen – kannst du mich durch den Weg vom ersten Konzept bis zum finalen Piece führen?

AB:Das führt zurück zu dem Moment, als ich als Kind unbedingt ein Pünktchenhemd haben wollte. Wenn ich mit Brands wie Gap arbeite, frage ich mich gern: „Was würden sie aus eigener Kraft niemals machen?“ Ich denke darüber nach, was ich einbringen kann, das anders ist, sich aber trotzdem nicht zu disruptiv anfühlt.

Was sollen die Menschen aus dieser Kollaboration mitnehmen?

AB:Ich möchte, dass die Leute – vor allem nachdem sie das Video gesehen haben – zum Telefon greifen und ihre Mom anrufen. Ihre Lieblingstante anrufen. Ihren besten Freund oder ihre beste Freundin anrufen. Sagen: Vielleicht sollten wir mal wieder tanzen gehen oder irgendetwas zusammen unternehmen. Einfach zusammen abhängen. Das sind die Herzenssaiten, an denen ich ziehen will.

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