Porsche-CEO Michael Leiters stellt Elektro-718 wegen Budgetkrise auf den Prüfstand
Die geplanten Elektroversionen von 718 Boxster und Cayman stehen wegen explodierender Entwicklungskosten vor dem Aus
Zusammenfassung
- Porsches neuer CEO Michael Leiters erwägt Medienberichten zufolge, das Elektroprogramm des 718-Sportwagens aufgrund explodierender Kosten und erheblicher Entwicklungsverzögerungen aufzugeben.
- Nach der Insolvenz des Batteriepartners Northvolt sieht sich das Projekt erheblichen technischen Hürden und gravierenden Störungen in der Lieferkette gegenüber.
- Porsche rückt seinen strategischen Fokus wieder stärker in Richtung Verbrenner- und Hybridmodelle, da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in wichtigen Märkten wie China spürbar nachlässt.
Porsche steuert durch eine komplexe Übergangsphase bei seinen Einstiegs-Sportwagen, denn neue Berichte deuten auf eine Verzögerung des heiß erwarteten vollelektrischen Porsche 718 hin. Die ambitionierte Elektrifizierungsstrategie des Unternehmens steht an einem entscheidenden Wendepunkt, seit der neue CEO Michael Leiters, der das Amt am 1. Januar 2026 übernommen hat, die Einstellung der vollelektrischen 718-Baureihe prüft. Laut einem Bericht von Bloomberg, stehen die geplanten elektrischen Nachfolger des Mittelmotor-Duos Boxster und Cayman nach einer Reihe von Budgetüberschreitungen und Terminverzögerungen nun massiv auf dem Prüfstand. Diese mögliche Kehrtwende markiert einen gravierenden Kurswechsel für den Stuttgarter Sportwagenbauer, der den elektrischen 718 zuvor als zentrales Element auf dem Weg zu einem Elektroanteil von 80 Prozent am Absatz bis 2030 positioniert hatte.
Die Herausforderungen für das Elektro-718-Projekt sind vielschichtig und resultieren sowohl aus internen technischen Problemen als auch aus externem Marktdruck. Die Entwicklung leidet unter dem Zusammenbruch einer kritischen Batterielieferkette, nachdem der schwedische Hersteller Northvolt Insolvenz angemeldet hat und Porsche damit seine wichtigste Quelle für Hochenergiedichte-Zellen verlor. Zudem sollen die Ingenieure große Schwierigkeiten haben, das hohe Gewicht der Batteriepakete mit den agilen Mittelmotor-Fahreigenschaften zu vereinbaren, die zur DNA des 718 gehören. Die eskalierenden Kosten dieser Hürden, kombiniert mit einem Absatzrückgang von 26 Prozent in China, haben den Vorstand dazu veranlasst, die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer eigenständigen EV-Sportwagenplattform grundsätzlich infrage zu stellen.
Als Reaktion auf die sich wandelnde Konsumentenstimmung prüft Leiters dem Vernehmen nach die Einführung von Plug-in-Hybrid-Varianten in der nächsten 718-Generation. Ein solcher Schritt würde jedoch eine tiefgreifende Neuentwicklung der Fahrzeugarchitektur erfordern, da die bisherige Elektroplattform nie für den Einbau eines Verbrennungsmotors oder eines Kraftstoffsystems ausgelegt war. Dieser technische Kurswechsel könnte das Projekt um mehrere Jahre verzögern – mit dem Risiko, dass der Marktstart mit veralteter Technologie erfolgt. Während Porsche mit einem für 2025 prognostizierten Rückgang des operativen Ergebnisses um 1,8 Milliarden Euro infolge der EV-Kurskorrektur ringt, bleibt das Schicksal der elektrischen Versionen von Boxster und Cayman eine der wichtigsten Weichenstellungen für das neue Management. Eine endgültige Entscheidung steht zwar noch aus, doch das Ergebnis der 718-Neubewertung soll im Rahmen der anstehenden Strategie- und Finanzsitzungen von Porsche noch in diesem Jahr festgelegt werden.



















