EGOSYSTEMs „Dip Series“ haucht alten Studio-Tools neues Leben ein
Wo iMacs, Hocker, Spiegel und Rollwagen zu frischen Skulptur-Möbeln werden.
Zusammenfassung
- Lim Wootecks Dip-Seriesetzt Harz ein, um Atelierwerkzeuge zu konservieren, ihre Funktionen neu zu definieren und zugleich Erinnerung sichtbar zu machen
- Objekte wie ein iMac, ein Hocker, ein Spiegel und ein Rollwagen werden in skulpturale Möbel mit sanft verwischten Silhouetten verwandelt
Lim Wooteck von Studio EGOSYSTEM präsentiert die Dip-Serieals konzeptionelle Erkundung von Erinnerung und Verwandlung in Alltagsobjekten. Verwurzelt in Lims Idee von „Casting Memory“ trägt das Projekt Harz auf gebrauchte Atelierwerkzeuge auf, bewahrt deren eingeschriebene Geschichten und definiert zugleich ihre Funktionen neu. Anders als herkömmliches Recycling, das die Vergangenheit eines Objekts auslöscht, verfestigt diese Methode Spuren von Nutzung und Emotion und verwandelt industrielle Produkte in objektähnliche Unikate. In Seoul ausgestellt, zeigt die Serie, wie vertraute Gegenstände – Computer, Hocker, Spiegel und Rollwagen – als skulpturale Möbelstücke und konzeptionelle Kunst neu gedacht werden können.
Jedes Stück der Kollektion weist vertrauten Objekten durch radikale strukturelle Verschiebungen neue Funktionen zu. In „Dip1“ wird ein iMac zur Rückenlehne eines Stuhls, sein Monitor bleibt sichtbar, während Tastatur und Aufbewahrungsboxen unter dem Harz verschwimmen. Diese Gegenüberstellung symbolisiert die Distanz zwischen lebhaften Erinnerungen und solchen, die im Dunkel verblassen. „Dip2“ dehnt einen Atelierhocker zu einer amorphen, dreieckigen Form aus, wobei die ursprüngliche Sitzfläche im Harz verschwommen erscheint und so die blinden Flecken des Gedächtnisses verkörpert. Das zusätzliche Volumen eröffnet neue Möglichkeiten für Alltagswerkzeuge und durchbricht die Konventionen klassischer Möbelgestaltung.
„Dip3“ verwandelt einen ungenutzten, verstellbaren Spiegel in ein rein skulpturales Objekt. Vom Harz umschlossen, verliert er seine reflektierende Funktion; zurück bleiben nur eine halbtransparente Oberfläche und eine fixierte Silhouette. Der Spiegel, einst reines Gebrauchsobjekt, wird zum visuellen Element, das den Raum durchdringt und zeigt, wie Dinge eine neue skulpturale Ordnung gewinnen können, sobald ihre praktische Rolle endet. In ähnlicher Weise definiert „Dip4“ einen defekten Servierwagen neu, indem seine Oberseite durch Harz ersetzt wird. Die Rollen bleiben als Stützen sichtbar, während die transparente Harzfläche seine Transportfunktion stoppt und den Wagen in einen niedrigen Tisch verwandelt.
Gemeinsam betonen diese Arbeiten Lims Interesse an den Unwägbarkeiten von Erinnerung und der Verwandlung von Funktion. Harz fungiert zugleich als Konservierungsmittel und als Medium der Verzerrung, das Konturen verwischt und Nutzungen neu definiert. Indem die Formen und Narrative von Atelierwerkzeugen neu geordnet werden, entwirft die Dip-Serie einen poetischen Kommentar dazu, wie Objekte persönliche Geschichten in sich tragen – und wie sich diese Geschichten in neue Formen des Daseins übersetzen lassen.



















