Leo Dell’Orcos Giorgio Armani Herren-Kollektion FW26: Tradition trifft moderne Twists
Präsentiert in der privaten Mailänder Residenz des Designers.
Zusammenfassung
- Die Giorgio Armani Herbst/Winter 2026 Herrenkollektion markierte die erste saisonale Linie ohne den direkten Einfluss ihres Gründers nach dessen Tod.
- Unter der Leitung von Leo Dell’Orco eröffnet die umfangreiche Kollektion mit weichem Tailoring in charakteristischen Graunuancen, gefolgt von feinen Silhouettenverschiebungen, unkonventionellen Farbtönen und einer Zusammenarbeit mit ALANUI.
Als Auftakt einer bewegenden neuen Ära für das Haus präsentierte Giorgio Armani seine Herbst/Winter 2026 Herrenkollektion auf der Milan Fashion Week – die erste seit dem Tod des legendären Gründers vor fünf Monaten. Kuratiert von Leo Dell’Orco – Armanis langjährigem Vertrauten und Menswear‑Chef – war die Kollektion weniger eine Revolution als vielmehr ein tief empfundenes, behutsames Weiterführen des Erbes.
Inszeniert im intimen Rahmen der privaten Residenz des Designers in Mailand, eröffnete die Show mit weichem Tailoring in typischem Greige und Anthrazit. Dell’Orco würdigte das Erbe mit einreihigen Jacken, die den ikonisch fließenden Fall des Hauses bewahrten, führte jedoch zugleich eine subtile Silhouettenverschiebung ein: Proportionen, die den Körper sanft umspielen, statt ihn zu überladen.
Die Erzählung der Kollektion balancierte vertraute Motive mit behutsamer Experimentierfreude. Ein wiederkehrendes Rautenmuster zeigte sich auf gesteppten Bags und Businesstaschen, während die Outerwear ein kraftvolles Statement setzte – mit langen, doppelreihigen Mänteln aus Samt, Velours‑Shearling und bedrucktem Fell. In einem markanten Bruch mit der Tradition führte Dell’Orco eine zweite Phase ein, die den Fokus auf alpin inspirierte Pieces aus der Neve‑Line und ein Trio an Outerwear in unkonventionellen Violettnuancen und irisierendem Grün lenkte.
Die Kollektion präsentierte außerdem eine Zusammenarbeit mit ALANUI, aus der Fransencardigans im gestreiften Wickelstil für Damen und Herren hervorgingen. Zu den Tailoring‑Highlights zählten semitransparente Samtanzüge mit zerknitterter Oberfläche, die das Licht in chaotischen, an Cord erinnernden Streifen brechen, während das Finale gemischte Black‑and‑White‑Evening‑Looks zeigte, die Experimentierlust und Zurückhaltung in Balance hielten.
Durch die gesamte Kollektion hindurch setzte Dell’Orco auf opulente Materialien und nuancierte Farbkompositionen, in die er smaragdgrüne, amethystfarbene und irisierende Akzente in eine sonst zurückgenommene Palette einwob. Sein Ansatz spiegelte den Wunsch wider, Armanis zeitlose Ästhetik zu bewahren und ihr zugleich durch körpernähere Proportionen und einen feinen Schimmer eine persönliche Exzentrik einzuschreiben.



















