Loewe SS26 läutet eine neue Ära ein – und ehrt seine lange Tradition
Während Jack McCollough und Lazaro Hernandez ihre erste Kollektion beim 178-jährigen spanischen Haus Loewe vorstellen.
Zusammenfassung
- Die Designer Jack McCollough und Lazaro Hernandez von Proenza Schouler haben bei Loewe das Zepter übernommen und geben mit ihrer ersten Damenkollektion für Frühjahr/Sommer 2026 ihr Debüt.
- Die Kollektion ehrt die spanischen Wurzeln des Hauses Loewe mit einer sonnigen Palette, surrealen Beach-Looks und kunstvoller Lederarbeit – inklusive Fransenbesätzen und geformten Bustiers.
Die US‑Designer Jack McCollough und Lazaro Hernandez haben Jonathan Anderson bei Loewe offiziell den Staffelstab übernommen und präsentieren an diesem Freitag während der Paris Fashion Week SS26 ihre erste Damenkollektion.
Nach Andersons Ära hatten die neuen, einst bei Proenza Schouler beheimateten Designer in große Fußstapfen zu treten. Nicht nur war seine über ein Jahrzehnt währende Amtszeit bis zuletzt hochgelobt, auch das Haus selbst besteht seit fast zwei Jahrhunderten. Die Designer, die sich ihr amerikanisches Label selbst aufgebaut hatten, wechselten zu einem europäischen Haus mit über Generationen gewachsenem Erbe. Ihr Debüt jedoch war alles andere als enttäuschend.
Im Sinne von Andersons Vermächtnis sorgten verspielte Silhouetten für eine surreale Note und zeigten zugleich eine akribische Herangehensweise an Schnitt und Lederhandwerk. In Würdigung der spanischen Wurzeln von Loewe war die Kollektion nichts weniger als mutig – sowohl in ihrer sonnigen mediterranen Palette als auch in den strandtauglichen Looks.
Einige der ersten Looks auf dem Laufsteg griffen Andersons Polly‑Pocket‑artige Silhouetten aus FW22 und FW23 auf. Lederne Minikleider erschienen in den Primärfarben Rot, Blau und Grün sowie in gemusterten Varianten mit zarten Blumenmotiven. Später nahmen starre Lederqualitäten die Form von Miniröcken, Blazern und ultrageräumigen Handtaschen an – ein starker Kontrast zur insgesamt leichten, geschmeidigen Anmutung der Kollektion.
Von den starren Lederteilen, die vom Körper abstehen, bis zu fließenden Maxikleidern, die an Flamenco‑Gewänder erinnern, war kaum etwas hauteng. Zudem verliehen Looks mit Rüschenabschlüssen, versteckten Farbeinsätzen und federnden Fransen den Stücken einen schönen Schwung im Wind. Asymmetrische Roben präsentierten eine schwarze Front, hinter der Paneele in Orange, Magenta und Gelb wie Flammen loderten, während die Models über den Laufsteg schritten. Anderswo folgten diagonal verlaufende Röcke scharf taillierten Blazern mit voluminöser Anmutung.
Gegen Ende der Präsentation betraten Strandgänger den Laufsteg in irisierenden Handtuch‑Wickelkleidern und monumentalen, gestreiften Roben – als hätte man die Sonnendächer kurzerhand von den Strand‑Cabanas gerissen und lässig zu Überwürfen umfunktioniert. Die scheinbar konventionellen Pieces, darunter Strickpolos, Tanktops und T‑Shirts, wirkten zusammengerafft und zerknittert, als hätten sie stundenlang in der Sonne getrocknet. Das augenzwinkernde Spiel mit dem Thema wirkt wie ein sanfter Verweis auf Andersons verspielten Stil.
Unterm Strich beweisen Jack McCollough und Lazaro Hernandez ihr Gespür für kluge Weiterentwicklung: Sie bewahren die etablierten Codes des Hauses Loewe mit Respekt und knüpfen dort mit frischer Energie an, wo Anderson aufgehört hat.
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