Ghibli Park erweckt „Nausicaä – Aus dem Tal der Winde“ in einer brandneuen Zone zum Leben
Das Studio hatte den Proto-Ghibli-Klassiker lange ausgeschlossen – umso überraschender ist diese Indoor-Erweiterung.
Zusammenfassung
Ghibli Park erhält einen neuen Bereich, der rund um Nausicaä of the Valley of the Wind gestaltet ist – einen Film, den Studio Ghibli bislang bewusst aus dem Park herausgehalten hatte.
Studio Ghibli selbst brachte das Nausicaä-Konzept nun in die Planungen für die neue Erweiterung ein – eine Kehrtwende gegenüber der früheren Haltung.
Die Zone entsteht als zweiter komplett überdachter Bereich des Parks – eine Entscheidung, die unmittelbar mit der erbarmungslosen Sommerhitze in Japan zusammenhängt.
Der Ghibli Park wächst erneut – und diesmal öffnet er endlich die Türen für Nausicaä of the Valley of the Wind, ein Schlüsselwerk von Studio Ghibli, das der Themenpark in der Präfektur Aichi lange als unantastbar behandelt hatte. Das neue Areal steht für einen bemerkenswerten Sinneswandel des Studios, das zuvor alle Versuche abgeblockt hatte, dem Film im Park einen Platz zu geben.
Der Kurswechsel ist bemerkenswert, denn Ghibli hatte bislang strikt an seiner Haltung festgehalten. Laut dem Gouverneur der Präfektur Aichi, Hideaki Omura, hatte die Präfektur schon früher eine stärkere Präsenz von Nausicaä vorgeschlagen – und war damit abgeblitzt. „Studio Ghibli hat uns nicht an Nausicaä herangelassen“, sagte er auf der Pressekonferenz zur Erweiterung. Umso überraschender ist, dass es bei den Konzeptgesprächen für den neuen Bereich Studio Ghibli selbst war, das das Thema Nausicaä ins Spiel brachte.
Diese Vorgeschichte verleiht der Entscheidung besonderes Gewicht. Nausicaä kam 1984 in die japanischen Kinos und basiert auf einem Manga, den Hayao Miyazaki zwei Jahre zuvor begonnen hatte. Der Film gilt weithin als das de facto erste Werk von Studio Ghibli. Seine Produktion ging der offiziellen Gründung des Studios voraus, doch das Kreativteam dahinter bildete später dessen Gründungskern. Außerdem erhielt Miyazaki mit dem Projekt erstmals die echte Chance, eine ambitionierte Vision mit einem angemessenen Budget zu verwirklichen. Mit einem festen Platz im Park schließt der Film nun eine der auffälligsten Lücken in einem Park, der den Miyazaki-Kanon kontinuierlich erschlossen hat – vom Totoro-Themenbereich Dondoko Forest über Mononoke Village bis zum hexenzentrierten Valley of the Witches.
Die Nausicaä-Zone entsteht im Expo 2005 Aichi Commemorative Park in Nagakute, rund 45 Minuten vom Zentrum Nagoyas entfernt. Geplant ist sie auf einem Teil der West Gate Plaza nahe dem Koi-no-Ike-Teich, auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers von Ghibli’s Grand Warehouse. Da das Grundstück eben ist, sind kaum Eingriffe ins Gelände nötig; aktuelle Fotos lassen zudem darauf schließen, dass bei der Entwicklung nur wenig Grün verloren geht. Eine Konzeptskizze deutet außerdem darauf hin, dass die bestehende Uhr in Stoßzahnform auf dem Platz erhalten bleibt.
Gestalterisch wird dies nach dem Grand Warehouse der zweite vollständig überdachte Bereich des Ghibli Park – eine Entscheidung mit Blick auf Japans zunehmend gefährliche Sommerhitze. Das Indoor-Konzept erspart die Herausforderung, Nausicaäs weitläufige Wüstenlandschaften im Freien nachzubilden, und eröffnet zugleich Möglichkeiten für detailreiche Innenkulissen und visuelle Effekte, die das für den Film zentrale Fluggefühl vermitteln könnten. Die Pressematerialien der Präfektur steigern die Vorfreude zusätzlich: Sie zeigen Nausicaä bei der Begegnung mit einem Ohm – ein möglicher Hinweis darauf, dass mindestens eines der riesigen Wesen aus der Geschichte Besucher:innen begrüßen wird.
Ein Eröffnungstermin für den Nausicaä-Bereich steht noch nicht fest. Der Zustand des Geländes deutet jedoch darauf hin, dass die Bauarbeiten beginnen könnten, sobald das Design finalisiert ist.


















