Ben Quilty lässt die Welt in „Devil/God“ aufschreien
Eine kommende Ausstellung bei albertz benda in New York City, die Männlichkeit, Macht und einen Planeten an seiner Belastungsgrenze konfrontiert.
Zusammenfassung
Ben Quilty feiert sein New-York-Debüt als Solokünstler mit „Devil/God“ bei albertz benda.
Die Ausstellung setzt sich mit Männlichkeit, Macht, Religion, Klimakollaps und institutionalisierter Gewalt auseinander.
Ausgehend von Arthur Conan Doyles „When the World Screamed“ versteht Quilty die Schau als Reaktion auf eine Welt, die bis an ihren Zerreißpunkt getrieben wurde.
Der australische Künstler Ben Quilty gibt mit Devil/God, einer neuen Ausstellung bei albertz benda, sein New Yorker Solodebüt. Darin setzt er sich mit Männlichkeit, Macht und einem Planeten an der Belastungsgrenze auseinander.
Die Ausstellung nimmt Arthur Conan Doyles Kurzgeschichte von 1928, When the World Screamed, zum Ausgangspunkt. Darin bohrt Professor Challenger in die Erde, um zu beweisen, dass sie ein lebender Organismus ist – und löst dabei einen Schrei und heftige Erdbeben aus. Fast ein Jahrhundert später greift Quilty diese Prämisse wieder auf, da die ökologische Krise die Erzählung immer weniger wie Science-Fiction wirken lässt.
Bekannt für seine pastos aufgetragenen Gemälde, richtet Quilty seine expressionistische Bildsprache auf Klimawandel, koloniale Gewalt, Religion und die dahinterliegenden Machtstrukturen. Im Zentrum steht eines seiner beständigsten Themen: Männlichkeit. Autos, ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk, werden zu Symbolen männlichen Stolzes und männlicher Aggression: Sie ersetzen Köpfe oder werden ins Absurde verzerrt. Ein überdimensionierter Lufthutzen wird so groß, dass Fahren selbst unmöglich wird.
An anderer Stelle nimmt Quilty mit einer geschnitzten Figur der Jungfrau Maria aus abwechselnden Schichten von Leder und Sperrholz institutionelle Autorität ins Visier. Die Materialien verweisen auf Riemen, die früher zur Bestrafung von Kindern in kirchlichen Schulen eingesetzt wurden, und verwandeln die vertraute religiöse Ikone in eine ambivalente Figur zwischen Trost, Mittäterschaft und Gewalt.
In Devil/God widersetzt sich Quilty eindeutigen Zuschreibungen von Opfer und Täter, Schönheit und Brutalität. Unter den schroffen Pinselstrichen, mutierten Körpern und bedrohlichen Formen blitzen Momente von Zärtlichkeit und Unschuld auf und verorten die Arbeiten irgendwo zwischen Wut und Empathie.
Devil/God ist vom 15. Oktober bis zum 14. November 2026 bei albertz benda in New York zu sehen.
albertz benda
515 W 26th St.
New York, NY 10001



















