teamLab Borderless Tokyo durchbricht den Spiegel: Neue Ausstellung „On the Asymmetry of the Universe“
Zwei neue Light-Sculpture-Serien durchbrechen die symmetrische Beziehung zwischen physischem Raum und seiner Spiegelung.
Zusammenfassung
teamLab Borderless in Tokyo zeigt mit „On the Asymmetry of the Universe“ eine Sonderausstellung zur Wiedereröffnung des Light Sculpture - Flow Bereichs des Museums, die vom 8. Juli bis 8. Oktober läuft.
Die Schau präsentiert zwei neue Serien: „Asymmetric Existence“, in der eine einzige Skulptur aus zwei Lichtformen konstruiert wird, die auf getrennten räumlichen Ebenen existieren (eine nur im physischen Raum, eine nur im Spiegel), und „Chromatic Existence“, bei der Skulpturen vollständig aus der sich selbst organisierenden Ordnung von Farbe entstehen.
Beide Serien führen teamLabs fortlaufende Untersuchung von Skulptur als räumlicher Existenz weiter – definiert durch Wahrnehmung und Ordnung statt durch materielle Oberflächengrenzen.
teamLab Borderless in Tokio präsentiert mit „On the Asymmetry of the Universe“ eine Sonderausstellung, die die Wiedereröffnung des Museumsbereichs Light Sculpture – Flow markiert – mit zwei neuen Serien, die der Frage nachgehen, wie Skulptur auf voneinander getrennten räumlichen Ebenen existieren kann. Vom 8. Juli bis 8. Oktober zeigt die Ausstellung „Asymmetric Existence“ und „Chromatic Existence“ – zwei Werkreihen, die auf der Prämisse beruhen, dass skulpturale Form ohne materielle Oberflächengrenzen entstehen kann, hervorgebracht allein durch das Verhalten von Licht, die sich selbst organisierenden Eigenschaften von Farbe und die Wahrnehmungsleistung der Betrachterinnen und Betrachter.
„Asymmetric Existence“ ist das technisch präziseste Statement der Ausstellung. Die Arbeit ist als eine einzige Skulptur konzipiert, die aus der Verschmelzung zweier eigenständiger Lichtskulpturen entsteht, von denen jede nur in einer einzigen räumlichen Ebene erscheint. Die erste Lichtskulptur ist ausschließlich im physischen Raum sichtbar und erzeugt keinerlei Spiegelbild. Die zweite existiert nur im Spiegel und hat kein Pendant im Realraum. Beide Formen sind so arrangiert, dass sie von den Betrachterinnen und Betrachtern als ein einheitliches skulpturales Objekt wahrgenommen werden – obwohl es keinen Blickpunkt gibt, von dem aus beide im selben räumlichen Register sichtbar wären.
Dieser Mechanismus setzt eine grundlegende Eigenschaft von Spiegeln außer Kraft: ihre inhärent symmetrische Reflexion des physischen Raums. In „Asymmetric Existence“ hört die Spiegelfläche auf, als Grenze zu fungieren, die lediglich das dupliziert, was vor ihr steht, und wird stattdessen zu dem, was teamLab als Feld beschreibt, das Existenzen verbindet, die in getrennten räumlichen Domänen erscheinen. Die Skulptur im Realraum und die Skulptur im Spiegelraum sind keine Spiegelbilder voneinander. Es sind asymmetrische Formen, die erst in der Wahrnehmung der Betrachterinnen und Betrachter zu einer Einheit werden – das vollendete Kunstwerk existiert also nicht in einem der beiden Räume für sich, sondern im kognitiven Akt, beide zu integrieren. teamLab versteht die Arbeit als Versuch, Skulptur von einem physischen Objekt, das im Realraum eingeschlossen ist, zu einer Existenz zu erweitern, die Realraum und Spiegelraum durchquert und durch Wahrnehmung statt durch materielle Kontinuität zusammengehalten wird.
„Chromatic Existence“ setzt an einer anderen Achse an. Während „Asymmetric Existence“ eine Skulptur über zwei räumliche Ebenen aufteilt, erzeugt „Chromatic Existence“ skulpturale Form durch die Selbstorganisation von Farbe, die durch den Raum strömt. Bewegen sich Farben durch die Umgebung und etablieren eine eigene innere Ordnung, entsteht eine Skulptur aus Farbe. Die daraus hervorgehende Form besitzt keine materielle Oberflächengrenze; sie ist eine räumliche Existenz, die vollständig aus den strukturellen Beziehungen der Farben entsteht, während sie sich anordnen. teamLab schärft hier die Differenz zwischen Skulptur als physischem Objekt und Skulptur als emergentem Phänomen – etwas, das entsteht, wenn Ordnung in einem Medium aufscheint, das keine feste Form besitzt.
Beide neuen Serien sind im größeren Rahmen von Light Sculpture – Flow verortet, jenem Ausstellungsraum, in dem die Schau gezeigt wird. Das zugrunde liegende Konzept speist sich aus der Physik von Ozeanwirbeln: Innen und Außen eines Wirbels bestehen aus demselben Wasser, materiell gibt es keinen Unterschied – und doch wird der Wirbel als eigenständige Einheit wahrgenommen. Der Unterschied, so teamLab, liegt nicht im Material, sondern in der Ordnung. Wenn innerhalb eines Flusses Ordnung entsteht, tritt Existenz hervor, ohne dass materielle Grenzen sie definieren müssen. Light Sculpture – Flow überträgt dieses Prinzip auf kontinuierliche Ströme von Lichtstrahlen, die räumliche Ordnung ausbilden und Skulpturen hervorbringen, die sich dynamisch verändern – als direkte Reaktion auf Präsenz und Bewegung der Menschen im Raum. Die Grenze zwischen Kunstwerk und Betrachterinnen und Betrachtern bleibt bewusst vage, sodass der Körper Teil des skulpturalen Systems wird, anstatt als außenstehende Beobachterinstanz zu fungieren.
Der wiedereröffnete Raum und seine beiden neuen Serien führen teamLabs langjähriges Projekt fort, Skulptur neu zu definieren – als etwas, das weder eine feste physische Form noch eine materielle Oberfläche oder eine klar umrissene räumliche Hülle benötigt. „Asymmetric Existence“ und „Chromatic Existence“ gelangen auf unterschiedlichen Wegen zu dieser Neudefinition: Die eine durch die Verschmelzung räumlich getrennter Lichtformen in der Wahrnehmung, die andere durch das Potenzial von Farbe, sich selbst zu strukturieren. Beide eint jedoch dieselbe grundlegende These: Skulptur kann als Funktion von Ordnung und Wahrnehmung existieren – unabhängig von den Objekten, die traditionell als ihre Träger gelten.
„On the Asymmetry of the Universe“ ist im teamLab Borderless in Tokio vom 8. Juli bis 8. Oktober zu sehen.



















