Nintendo bringt EU-exklusives Switch‑2‑Modell mit einfach austauschbarem Akku
Das neue Switch‑2‑Modell soll noch vor Februar 2027 in der EU erscheinen.
Zusammenfassung
- Nintendo hat bestätigt, in der Europäischen Union ein aktualisiertes Hardware-Modell mit einer für Nutzerinnen und Nutzer zugänglichen Energiequelle auf den Markt zu bringen, um den neuen regionalen Vorgaben zu entsprechen.
- Die überarbeitete Version soll noch vor Februar 2027 erscheinen, um die strenge Frist der neuen Gesetzgebung einzuhalten, die eine einfache Entnahme von Batterien aus tragbarer Elektronik vorschreibt.
- Konforme Geräte tragen künftig den Verpackungscode „OSM“, um sie von den standardmäßigen globalen Versionen zu unterscheiden, deren Komponenten verklebt und mit starken Klebstoffen fixiert sind.
Nintendo hat offiziell bestätigt, in der Europäischen Union eine überarbeitete Version der Nintendo Switch 2 zu veröffentlichen, die speziell darauf ausgelegt ist, Nutzerinnen und Nutzern den einfachen Austausch des internen Akkus zu ermöglichen. Dieser Kurswechsel bei der Hardware stellt sicher, dass der Gaming-Riese seinen strengen Verpflichtungen im Rahmen einer neuen EU-Verordnung. Die Verordnung 2023/1542 schreibt vor, dass ab dem 18. Februar 2027 alle tragbaren Endgeräte mit Energiequellen ausgestattet sein müssen, die von der Allgemeinheit problemlos entnommen und ersetzt werden können.
Um die konforme Hardware klar von aktuellen Modellen im Handel abzugrenzen, führt die Marke eigene Produktkennnummern ein. Verkaufspackungen der aktualisierten Konsolen und Peripheriegeräte tragen künftig einen „OSM“-Code. Die derzeitigen Varianten der Konsole und der Standard-Controller verwenden Modellnummern, die mit „BEE“ beginnen, und setzen auf interne Komponenten, die mit hartnäckigen Klebstoffen fixiert sind.
Diese Designentscheidungen haben bereits zuvor deutliche Kritik aus der Reparaturszene auf sich gezogen. Teardowns von Hardware-Spezialistinnen und -Spezialisten wie iFixit zeigten, dass frühe Launch-Modelle weiterhin stark verklebt und verlötet waren. Das neue europäische Mandat zwingt das Unternehmen zu einem grundlegenden Wandel beim Aufbau seines Hardware-Ökosystems, um genau diese Hürden zu beseitigen.
Die Einrichtung einer separaten, reparaturfreundlichen Produktionslinie unterstreicht den wachsenden Einfluss globaler Right-to-Repair-Bewegungen. Die japanische Publikation Nikkei hatte zuvor angedeutet, dass die Bereitstellung eines austauschbaren Akkus auch auf Märkte wie die Vereinigten Staaten und Japan ausgeweitet werden könnte, falls sich der Verbraucherschutz dort ähnlich entwickelt. Gamer außerhalb des europäischen Blocks müssen sich auf absehbare Zeit weiterhin mit der ursprünglichen, fest verklebten Akku-Konfiguration arrangieren.
Brancheneinschätzungen zufolge könnten die strengen neuen EU-Vorgaben ältere Legacy-Hardware vollständig vom Markt drängen. Die ursprüngliche Switch von 2017 verfehlt die absehbaren Right-to-Repair-Anforderungen deutlich und dürfte in der Region vermutlich eingestellt werden. Angesichts von über 17 Millionen verkauften Einheiten der neuen Plattform im ursprünglichen Launch-Zeitfenster bleibt der ununterbrochene Zugang zu den europäischen Vertriebskanälen für den Publisher absolute Priorität. Die überarbeitete Nachfolger-Konsole positioniert die Marke so, dass sie diesen enormen Verkaufsschwung beibehält, ohne mit regionalen Verbraucherschutzbehörden in Konflikt zu geraten.



















