MUJI x Reiko Sudo und Adrien Gardère verwandeln gespendete Kleidung in „Koi Continuum“ – eine Ausstellung darüber, warum wir Dinge behalten
Im MUJI Flagship an der Fifth Avenue werden aus recycelten Kleidungsstücken Koinobori – in einer still kraftvollen Zusammenarbeit zweier der reflektiertesten Stimmen im Design.
Zusammenfassung
- MUJI USA präsentiert vom 14. Mai bis 7. Juni im Flagship-Store an der Fifth Avenue „Koi Continuum“ – eine kostenfrei zugängliche Installation der japanischen Textildesignerin Reiko Sudo und des französischen Designers Adrien Gardère, entstanden im Rahmen der ReMUJI-Initiative der Marke zur Ressourcenzirkulation.
- Die Arbeit verwandelt von Kund:innen gespendete MUJI-Kleidungsstücke – gesammelt, eingefärbt, erneut gewaschen und neu zusammengesetzt – in Koinobori, traditionelle japanische Karpfenfahnen, die nun das Innere des Stores schmücken.
- Die Ausstellung führt die ursprüngliche Installation „Koi Current“ von Sudo und Gardère weiter und kontextualisiert sie über zurückgewonnene Materialien neu, um auszuloten, wie Objekte Bedeutung über mehrere Leben und Besitzer:innen hinweg tragen.
MUJI USA hat „Koi Continuum“ eröffnet, eine groß angelegte Installation im Fifth-Avenue-Flagship in New York, die vom 14. Mai bis 7. Juni zu sehen ist. Geschaffen von der Textildesignerin Reiko Sudo von NUNO Corporation und dem französischen Designer Adrien Gardère von Studio Adrien Gardère, verwandelt die Arbeit von MUJI-Kund:innen gespendete Kleidung in Koinobori – traditionelle japanische Karpfenfahnen, die mit dem Wunsch nach Gesundheit und Widerstandskraft von Kindern verbunden sind.
Der materielle Prozess ist das eigentliche Werk. Über MUJIs ReMUJI-Initiative von Kund:innen gesammelte Kleidungsstücke wurden gefärbt, erneut gewaschen und zerteilt, bevor sie zu den Karpfenfahnen wurden, die nun im Store hängen. Die entstehenden Koinobori sind keine Repliken traditioneller Versionen, sondern Komposite aus den vielen Stoffen, die den Prozess durchlaufen haben – jedes Stück visuell einzigartig, je nachdem, welche gespendeten Textilien in seine Entstehung eingeflossen sind. Das daraus hervorgehende physische Objekt trägt die Summe der Entscheidungen all jener in sich, die die ursprünglichen Kleidungsstücke getragen haben – obwohl diese in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr existieren.
Reiko Sudo zählt zu Japans international renommiertesten Textildesignerinnen. Von NUNO Corporation aus entwickelt sie seit Jahrzehnten Stoffe, die traditionelle japanische Färbe- und Webtechniken mit zeitgenössischen industriellen Verfahren verbinden. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Dauersammlungen von MoMA, dem Metropolitan Museum of Art, dem Los Angeles County Museum of Art und dem Victoria and Albert Museum. Seit 2008 ist sie als Textildesignberaterin für Ryohin Keikaku, MUJIs Muttergesellschaft, tätig. Adrien Gardère bringt eine andere Art institutioneller Expertise ein: Sein Pariser Studio hat Dauerausstellungen für 13 große internationale Museen und mehr als 80 temporäre Shows weltweit gestaltet, in Zusammenarbeit mit Büros wie Foster + Partners, Herzog & de Meuron und SANAA. Unter seinen Auszeichnungen findet sich auch die Medaille 2020 der Fondation de l’Académie d’Architecture. Gemeinsam verleihen die beiden Designer „Koi Continuum“ eine Glaubwürdigkeit, die das Projekt klar aus der Kategorie klassischer Retail-Aktivierungen heraushebt.
Der philosophische Anker ist ReMUJI, die Initiative zur Ressourcenzirkulation, die MUJI 2010 ins Leben gerufen hat. Das Programm sammelt, nutzt weiter und regeneriert Stücke, deren primärer Nutzungskreislauf abgeschlossen ist, und knüpft bewusst an eine viel ältere japanische Praxis an: In der Edo-Zeit wurde abgetragene Kleidung mit Indigo neu gefärbt, um weitergetragen zu werden. MUJI liest dieses historische Vorbild nicht als Nostalgie, sondern als Beleg dafür, dass ein anderer Umgang mit Dingen bereits existiert hat – und wieder existieren kann. „Koi Continuum“ formuliert dieses Argument nicht rhetorisch, sondern physisch. Wo eine klassische Nachhaltigkeitskampagne über Kreislaufwirtschaft sprechen würde, zeigt diese Installation die zurückgewonnenen Kleidungsstücke in Gestalt von etwas Neuem und fordert Besucher:innen dazu auf, die Linie nachzuzeichnen zwischen dem, was ein Objekt war, und dem, was es geworden ist.
Für eine Marke, die auf dem Prinzip der rationalen Genügsamkeit gründet, ist die Ausstellung eine konsequente Fortführung dieser Haltung. MUJI vertritt seit jeher die Überzeugung, dass gute Objekte es verdienen, zu bestehen. „Koi Continuum“ treibt dieses Argument auf die nächste Stufe: Bestehen heißt, die Form zu wandeln – nicht bloß unverändert zu überdauern.
„Koi Continuum“ ist vom 14. Mai bis 7. Juni bei MUJI Fifth Avenue zu sehen.
MUJI Fifth Avenue
475 Fifth Ave
New York, NY



















