Marina Abramovićs „Transforming Energy“ schreibt Geschichte in Venedigs Accademia
Die erste große Einzelausstellung des Museums zu Ehren einer lebenden Künstlerin.
Zusammenfassung
- Die gefeierte Künstlerin Marina Abramović hat soebenTransforming Energy in den Gallerie dell’Accademia in Venedig eröffnet – die erste große Einzelausstellung des Hauses, die einer lebenden Frau gewidmet ist.
- Zeitgleich zur Biennale von Venedig stellt die Schau die wegweisendsten Arbeiten der Künstlerin in einen direkten Dialog mit Meisterwerken der Renaissance.
- Zu sehen sind neue Werke und Performances sowie ihre Stein- und Kristallserie „Transitory Objects“.
Marina Abramović ist für Venedig eine Frau der ersten Male. Als Teenager verliebte sie sich auf einer Reise zur Biennale in die Stadt – dort wurde sie 1997 als erste Frau überhaupt mit einem Goldenen Löwen für ihre radikale Blut-und-Knochen-Performance „Balkan Baroque“ ausgezeichnet.
Nun, zu Beginn ihres 80. Lebensjahres, kehrt sie zurück – diesmal mit der geschichtsträchtigen Ausstellung Transforming Energy in den Gallerie dell’Accademia, der ersten großen Ausstellung der Institution zu Ehren einer lebenden Künstlerin. Kuratiert von Shai Baitel, präsentiert sie Abramovićs wegweisende Performance-Arbeiten vor der gravitätischen Kulisse von Meisterwerken der Renaissance und zementiert so ihr Vermächtnis in Venedig – einer Stadt, die ihr immer besonders am Herzen lag.
Zentral für die Schau ist die Inszenierung von „Pietá (with Ulay)“ (1983) neben Tizians Original aus dem 16. Jahrhundert – ein jahrhundertübergreifender Dialog über Trauer und Transzendenz. Abramovićs Faszination für Ausdauer, Teilhabe und spirituelle Transformation nimmt zudem Form an in „Transitory Objects“, einer interaktiven Serie von Stein- und Kristallliegen, auf denen Besucherinnen und Besucher liegen, sitzen oder stehen können, um „Energieübertragungen“ zu aktivieren.
Darüber hinaus werden ikonische Performances – von „Rhythm 0“ (1974) bis „Balkan Baroque“ (1997) – gemeinsam mit neuen, eigens für die Ausstellung entstandenen Arbeiten präsentiert.
Wie der Museumsdirektor Giulio Manieri Elia kürzlich in einem Interview erklärte, wurde der Raum selbst – ganz im Sinne von Abramović – neu gedacht, um „eine Atmosphäre zu schaffen, die uns der Meditation näherbringt und vom Alltag entfernt“.
Transforming Energyist noch bis zum 19. Oktober in Venedig zu sehen.
Gallerie dell’Accademia
Calle della Carità 1050
30123 Venezia VE, Italien



















