LVMH verkauft Marc Jacobs für 850 Millionen US‑Dollar an WHP Global und G‑III Apparel Group
Nach fast 30 Jahren Partnerschaft schlägt die ikonische amerikanische Modemarke mit einem neuen 50/50‑Joint‑Venture ihr nächstes Kapitel auf.
Zusammenfassung
- Der französische Luxusgigant LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton hat eine verbindliche Vereinbarung getroffen, die Marke Marc Jacobs für einen kolportierten Betrag von 850 Millionen US‑Dollar zu veräußern.
- Käufer sind das Markenmanagement-Unternehmen WHP Global und die G-III Apparel Group, die ein 50/50-Joint-Venture gegründet haben, um das geistige Eigentum der Marke zu übernehmen.
- Im Rahmen der neuen Struktur wird die G-III Apparel Group das weltweite operative Geschäft von Marc Jacobs (inklusive Großhandel und Direct-to-Consumer) verantworten, während WHP Global das Lizenzgeschäft der Marke steuert.
Eine der langlebigsten und einflussreichsten Partnerschaften der Luxusmode geht offiziell zu Ende. Am Donnerstag gab LVMH bekannt, eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf der Marke Marc Jacobs an ein von WHP Global und der G-III Apparel Group geführtes Joint Venture geschlossen zu haben. Der Mega-Deal – dem Vernehmen nach mit 850 Millionen US‑Dollar bewertet – holt das kulturell hochrelevante, in New York gegründete Label unter dem Dach des weltweit größten Luxuskonzerns hervor, während LVMH sein umfangreiches Markenportfolio vor dem Hintergrund eines sich wandelnden globalen Marktes weiter schärft.
Die Geschichte von LVMH mit der Marke reicht bis ins Jahr 1997 zurück, als der Konzern einen Mehrheitsanteil an Marc Jacobs erwarb – zeitgleich mit der Berufung des gleichnamigen Designers zum Creative Director von Louis Vuitton. Fast drei Jahrzehnte lang stellte LVMH die finanzielle Rückendeckung und strategische Unterstützung bereit, damit sich das Label zu einer treibenden Kraft im Bereich erschwinglicher Luxus-Handtaschen, Ready-to-Wear und Accessoires entwickeln konnte.
Im Rahmen des neuen Übernahme-Deals über 850 Millionen US‑Dollar werden WHP Global und die G-III Apparel Group jeweils 425 Millionen US‑Dollar zahlen und sich die Eigentumsanteile zu gleichen Teilen teilen. Um das Wachstum der Marke zu beschleunigen, teilen die beiden Unternehmen die operativen Aufgaben auf: G-III (derzeit Eigentümer von DKNY und Karl Lagerfeld) wird seine starke Merchandising-Expertise nutzen, um das Direct-to-Consumer- und Großhandelsgeschäft der Marke zu führen, während WHP Global (das Unternehmen hinter Vera Wang, Rag & Bone und G-Star) die lukrativen Lizenzplattformen der Marke verantwortet. Die Aufnahme von Marc Jacobs dürfte das Portfolio von WHP Global auf über 9,5 Milliarden US‑Dollar an weltweitem Einzelhandelsumsatz heben. Bemerkenswert ist, dass Coty Inc. seine kürzlich ausgeweitete, langfristige Lizenz für Marc Jacobs Beauty und Düfte behält.
Für Fans der großen Laufstegshows der Marke und der von der Kritik gefeierten Sub-Labels wie Heaven by Marc Jacobs gibt es eine gute Nachricht: Der Namensgeber bleibt an Bord. „Ich bin Bernard Arnault für seine Unterstützung, seinen Glauben und sein Vertrauen in mich in den vergangenen 30 Jahren für immer dankbar“, erklärte Jacobs in einem Statement. „Ich bleibe meiner Rolle als Creative Director von Marc Jacobs International verpflichtet und freue mich auf dieses strahlende neue Kapitel.“
LVMH-Chairman und CEO Bernard Arnault betonte den gegenseitigen Respekt und dankte Jacobs für seinen unbestreitbaren Einfluss sowohl auf das Maison als auch auf die LVMH-Gruppe insgesamt. Die Übernahme unterliegt derzeit den üblichen Abschlussbedingungen und soll im dritten Geschäftsquartal von G-III finalisiert werden, das im Oktober 2026 endet.
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