Ingenieur lässt Tesla Rick Astley von einer Retro-Diskette abspielen

Ingenieur Oleg Kutkov macht es möglich: Rickrolling direkt im Tesla vom alten Floppy-Laufwerk.

Automobil
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Zusammenfassung

  • Der ukrainische Elektronikingenieur Oleg Kutkov hat erfolgreich ein 45 Jahre altes 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk über den USB-Anschluss im Handschuhfach an einen modernen Tesla angeschlossen.
  • Der im Fahrzeug laufende Linux-Kernel erkannte die Vintage-Hardware nahtlos und band das Laufwerk automatisch zur Medienwiedergabe ein.
  • Trotz der gelungenen Integration bremst die archaische Speicherkapazität von 1,44 MB moderne Funktionen wie hochauflösende Dashcam-Aufnahmen jedoch drastisch aus.

Der ukrainische Elektronikingenieur Oleg Kutkovinszenierte kürzlich ein herrlich absurdes Nostalgie-Crossover und bewies damit, dass ein moderner Tesla noch immer mit 45 Jahre alter Speichertechnik kommunizieren kann. Indem er die Legacy-Hardware über einen USB-zu-FDD-Konverterim Handschuhfach des E-Autos schleuste, erkannte der Wagen das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk auf Anhieb. Um zu demonstrieren, was das Setup kann, lud und spielte Kutkov erfolgreich eine stark komprimierte MP3-Datei von Rick Astleys omnipräsentem Hit „Never Gonna Give You Up“ ab. Der Magnetkopf war deutlich am Rödeln zu hören, während sich der Track langsam aufbaute – ein akustischer Beleg für den krassen Generationenbruch zwischen Oldschool-Hardware und hypermoderner Kabine.

Dieses skurrile Experiment rückt die robuste, seit Jahren bewahrte Hardware-Architektur des Linux-basierten Infotainment-Systems. Weil Tesla diesen Basis-Kernel für seine Media Control Unit nutzt, ist das System von Haus aus darauf ausgelegt, eine enorme Bandbreite an Peripheriegeräten zu unterstützen – ganz ohne tiefgreifende Softwareeingriffe. Vorgefertigte Skripte sind gezielt so konfiguriert, dass neu erkannte Laufwerke automatisch eingebunden und sofort als externe Speicher für direkte Medienwiedergabe oder Dashcam-Routing indexiert werden. Im Kern behandelt es die uralte Diskette nicht anders als einen High-Speed-Flashdrive – und überbrückt dabei Jahrzehnte Computergeschichte mühelos.

Während die Fahrzeugsoftware die Lücke elegant schließt, holt die physische Realität die Retro-Ästhetik schnell ein: Die strikte 1,44-MB-Kapazität einer Standarddiskette bleibt ein tödlicher Flaschenhals für heutige Einsatzszenarien. Sony brachte das 3,5-Zoll-Format bereits 1981 auf den Markt, und obwohl es in den 1990ern dominierte, sind die täglichen Datenmengen seither explodiert. Der Versuch, die Diskette für Sicherheitsaufnahmen zu formatieren, scheiterte erwartungsgemäß. Der mikroskopische Speicher reicht nicht einmal für den Bruchteil einer Sekunde modernen HD-Videos – Welten entfernt von den gigantischen, wiederbeschreibbaren Speichersystemen, die heutige Fahrzeuge voraussetzen.

Um die Zeitspanne einzuordnen: Eine ganze Fahrergeneration kennt das starre Plastikquadrat heute nur noch als universelles „Speichern“-Icon – nicht mehr als physisches Speichermedium. Retro-Hardware erfreut sich bei Tech-Enthusiast:innen zwar eines enormen Kultstatus, doch für den automobilen Alltag sind diese Magnetlaufwerke komplett unbrauchbar. Kutkovs gelungener Rickroll ist ein höchst unterhaltsamer Beweis für die Vielseitigkeit der Open-Source-Basis, die in Luxus-Elektroautos steckt. Er gewährt einen faszinierenden – wenn auch rein theoretischen – Blick darauf, wie eng moderne Verkehrssysteme im Stillen noch immer an Legacy-Standards der Computerwelt geknüpft sind.

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