Sagan Lockharts „Shangri-La“ ist nicht nur ein Blick hinter die Kulissen von „Alfredo 2“ – es ist eine Masterclass in grenzenloser Kreativität

Gemeinsam mit The Alchemist und Freddie Gibbs zog der Fotograf für die Aufnahmen des heiß erwarteten Projekts in Rick Rubins Shangri-La ein. Heraus kamen 40 Stunden unveröffentlichtes Material – und sein allererster Kurzfilm, der den gesamten kreativen Entstehungsprozess des Albums einfängt.

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Das letzte Mal, dass Sagan Lockhart mit Hypebeast zusammensaß, war kurz nach der Veröffentlichung seines Debüt-Fotobuchs, I Don’t Play, im Oktober 2024. Damals erzählte er uns alles über seinen kreativen Prozess und seinen Werdegang an der Seite von Odd Future auf der legendären Fairfax Avenue in Kalifornien.

„Sobald sie mich vergessen hatten, griff ich zur Kamera“, sagte er damals und beschrieb damit seinen unauffälligen Fly-on-the-wall-Ansatz für seine spontane Art der Streetfotografie.

Es war nur konsequent, dass Lockhart sich bei uns zurückmeldet, um über seinen nächsten großen Karrieremeilenstein zu sprechen: seinen ersten Film, der für ihn derselben kreativen Ideologie folgt. „Ich wollte nie eingreifen. Ich wollte draußen bleiben, sie ihr Ding machen lassen und es einfach festhalten“, sagte er am Telefon nach der Premiere von Shangri-La, seinem Debüt-Kurzfilm, der in Los Angeles Premiere feierte – in Anspielung auf The Alchemist und Freddie Gibbs’ Alfredo 2 Projekt.

Shangi-La ist eine filmische Erkundung der Alfredo 2-Entstehung, wobei Lockhart sofort klarstellt, dass es kein klassischer „So-ist-das-Album-entstanden“-Film ist. Vielmehr ist der zwanzigminütige Film (diese Laufzeit hatte Lockhart früh für sich festgelegt) tief in der Idee grenzenloser Kreativität verwurzelt.

Für die Entstehung von Alfredo 2, zogen Gibbs und Alc in Rick Rubins Shangri-La Studios in Malibu und nahmen Lockhart mit, der alles auf dem Weg dokumentierte. „Mein Mindset war: ‚Ich sammle einfach so viel Material wie möglich, schneide es später und finde dann raus, was es wird‘“, erzählt Lockhart – am Ende kamen rund 40 Stunden Aufnahmen des Recording-Prozesses zusammen.

Zwischen den Premieren spricht Lockhart über alles, was Shangri-La ausmacht – im folgenden Gespräch, das zur besseren Lesbarkeit redaktionell bearbeitet und gekürzt wurde.

Gehen wir zurück zum Anfang. Du hast eine total natürliche Chemie mit Alc und Freddie. Wie kam der erste Kontakt überhaupt zustande?

Ich habe Alc zuerst kennengelernt. Wir sind uns in den ganz frühen Fairfax-Tagen über den Weg gelaufen, aber so richtig besser kennengelernt haben wir uns erst Jahre später. Er fing an, mit den Odd-Future-Jungs und anderen Leuten zu arbeiten, mit denen ich sowieso rumhing, also sah ich ihn immer öfter. Dann arbeitete er mit Freddie, und wir verbrachten automatisch mehr Zeit zusammen. Freddie hat früher auf der Fairfax geshoppt, aber wir kannten uns nicht wirklich, bis ich Lambo getroffen habe – der hat mich dann ständig mitgebracht.

Alfredo 2 war eines der meist erwarteten Hip-Hop-Projekte 2025. Wie war es, aus nächster Nähe zu sehen, wie das Ganze Form annimmt?

Alc und Freddie sind absolute Meister ihres Fachs. Die Chemie stimmt einfach. Beim Zuschauen wusstest du jedes Mal sofort: Das wird ein Banger. Al ist Beats durchgegangen und hat dann den einen Beat gespielt, den er unbedingt benutzen wollte – und der konnte dann fünf oder auch 24 Stunden in Dauerschleife laufen. Und plötzlich ist Freddie reingegangen und hat den Beat einfach gekillt. Jeden einzelnen Track. Es war unglaublich, das mitzuerleben und zu hören.

Wann hast du entschieden, dass du den Shangri-La-Film machen willst? Wusstest du von Anfang an, dass du die Entstehung von Alfredo 2 dokumentieren willst?

Ich war bei einem Teil des Alfredo-Recording-Prozesses dabei und auch bei einem Teil von Freddies $oul $old $eperately. Als dann die Gespräche über Alfredo 2 losgingen, war mir sofort klar, dass ich den kompletten Prozess auf Video festhalten will. Ich wusste nur noch nicht, was ich anschließend damit mache.

Eines Tages waren wir in Als Studio, und er fing einfach an, Beats zu spielen, die er auf dem Album haben wollte. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Pläne für Shangi-La, aber kurz darauf konnten sie das klar machen. Wir haben im Sommer 2023 für ein paar Wochen dort gelebt. Ich habe Al und Freddie ewig gefilmt, aber mir war klar, dass ich ein Filmprojekt machen will, das sich nur auf unseren Aufenthalt und die Arbeit in Shangri-La konzentriert, weil das so besonders war.

War das dein erstes Mal in Shangi-La?

Nein, wir waren schon für frühere Projekte zum Aufnehmen dort, aber diesmal haben wir wirklich dort gelebt. Wir waren 24/7 da – beim ersten Mal sind wir für drei, vier Stunden ins Studio gekommen und danach wieder gegangen. Dieses Mal konnten wir während unseres gesamten Aufenthalts aufnehmen, wann immer wir wollten. Manchmal wurde um fünf oder sechs Uhr morgens aufgenommen, und dann haben wir den ganzen Tag geschlafen. Es war komplett durcheinander.

Wie bist du beim Filmen für dieses Projekt vorgegangen?

Ich wollte alles mitnehmen. So viel wie möglich. Du weißt nie, wer ins Studio reinplatzt oder wohin Gespräche sich entwickeln. Wenn dann plötzlich DJ Paul, Anderson .Paak oder Ye während der Sessions rein- und rauslaufen, hebt das das Material einfach noch mal auf ein anderes Level. Mein Mindset war: „Ich sammle einfach so viel Footage wie möglich, schneide es später und finde dann raus, was es wird.“ Am Ende hatte ich etwa 40 Stunden Material.

Wie bist du dann all dieses Material durchgegangen und hast entschieden, was in den finalen Cut kommt?

Das war wirklich tough. Ich musste mich hinsetzen und das Material immer wieder anschauen, um das Thema zu finden, das ich erzählen wollte. Ich wollte keinen klassischen „So-ist-das-Album-entstanden“-Film machen, sondern einen, der sich auf diese grenzenlose Kreativität konzentriert, die zwischen allen hin- und herspringt. Als ich das Thema festgelegt hatte, konnte ich anfangen, Szenen auszuwählen. Ich habe mich für eine Laufzeit von 20 Minuten entschieden – das ergab für mich einfach Sinn. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leute ist heute kurz.

Als Thema und Laufzeit standen, ging es nur noch darum, die Clips zusammenzustellen, die sich für mich am wichtigsten anfühlten. Weil ich das alles erlebt und unzählige Male gesehen habe, war es am Ende nicht super schwer, den Film zu bauen – aber es hat gedauert, das Thema wirklich zu schärfen. Es gibt so viel Material, und die Leute sehen nur das, was ich zeige; sie wissen ja nicht, was fehlt. Wenn ich 40 Minuten draus gemacht hätte, weiß ich nicht, ob das wirklich mehr gebracht hätte. Ich glaube, in 20 Minuten kommt die Message rüber.

Du sprichst von dieser grenzenlosen Kreativität während der Recording-Sessions. Kannst du das noch etwas ausführen? Wie würdest du die Energie im Studio beschreiben – und wie hast du versucht, sie auf die Leinwand zu übertragen?

Der Film ist stark im Point-of-View-Stil gedreht, also wollte ich vor allem die Shots drin haben, die sich für mich wichtig angefühlt haben. Ich dachte mir: Wenn ich genau die zeige, kann der Zuschauer eher das Gefühl bekommen, wirklich im Raum zu sein. Ich wollte nie eingreifen. Ich wollte draußen bleiben, sie ihr Ding machen lassen und es einfach dokumentieren.

Als ich dich das letzte Mal interviewt habe, ging es um deinen Ansatz in der Fotografie und darum, dass du ebenfalls nicht eingreifen, sondern möglichst ungefiltert festhalten willst. Würdest du sagen, dein Ansatz für Foto und Video ist derselbe?

Ich glaube, sie sind gleich. Zumindest bei diesem Filmprojekt. Ich habe vorher noch nie so ein Videoprojekt gemacht, also war mir klar, dass ich dieselbe Energie in dieses Video bringen will – aber ich bin nicht dagegen, Dinge zu drehen und Neues auszuprobieren. Das ist wahrscheinlich das, was die Leute von mir erwarten, und viele haben diesen Zugang nicht. Also bringe ich genau diese Energie in meinen ersten richtigen Film.

Was kommt als Nächstes? Hast du schon Pläne, wie der Film vertrieben werden soll?

Ich will, dass die Leute dieses Projekt sehen, aber ich möchte es nicht so bald online stellen. Ich arbeite gerade an einer Multi-City-Tour – also folgt mir, um nichts zu verpassen.

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