Exklusiver erster Einblick in das DRIFT Museum in Amsterdam
„Was wir den Menschen wirklich schenken möchten, ist Zeit und Raum“, sagt Mitgründerin Lonneke Gordijn.
Die Van Gendt Hallen in Amsterdam, ein historischer Industriekomplex, in dem früher Lokomotiven gefertigt wurden, werden derzeit umfassend umgebaut, um künftig dasDRIFT Museum. Eine kleine Gruppe geladener Gäste besichtigte kürzlich das Areal, das sich noch in einer frühen Bauphase befindet – im Rahmen eines seltenen, exklusiven Erlebnisses, organisiert über den VIP Cardholder Access von Capital One und The Cultivist.
Lonneke Gordijn, Mitgründerin des Künstlerduos DRIFT, führte durch die Anlage und erläuterte die Hintergründe des Projekts. DRIFT ist bekannt für großformatige kinetische Arbeiten, darunter Drohnenperformances und komplexe Lichtinstallationen. Gordijn erklärte, dass das Studio einen Bedarf an spezialisierter Infrastruktur erkannt habe, den klassische Museen oft nicht erfüllen können. Ihre Arbeiten, so sagte sie, verlangten nach einem besonderen Dialog mit dem Raum, den sie einnehmen.
„Unsere Arbeiten gehören in einen Kontext, und der Dialog zwischen diesem Kontext und dem Werk ist Teil des Erlebnisses für unser Publikum“, sagte Gordijn. Sie beschreibt das Museum als eine Mischung aus Galerie und Theater, konzipiert, um dauerhaft die technische Ausrüstung und mechanische Infrastruktur zu beherbergen, die für ihre auf Licht, Luft und Bewegung basierenden Werke nötig ist. Die Entscheidung zu bauen sei aus Notwendigkeit und nicht aus Ehrgeiz entstanden, ergänzte sie: „Es war kein Traum, ein Museum zu haben – es war der nächste notwendige Schritt in unserem kreativen Prozess.“
Gordijn und Co‑Gründer Ralph Nauta gründeten das Studio, nachdem sie sich Anfang der 2000er-Jahre an der Design Academy Eindhoven kennengelernt hatten. Seither ist es zu einem international agierenden Studio mit 50 Mitarbeiter:innen herangewachsen. Während der Führung wurde erwähnt, dass Nauta nicht anwesend sei, da er in Los Angeles ein Projekt zur Eröffnung des LACMA betreue. Auf die Frage, wie das Duo seine kreative Partnerschaft nach 20 Jahren lebendig hält, erklärte Gordijn, sie bewegten sich stets auf derselben kollaborativen Wellenlänge. „Ich habe das Gefühl, wir teilen eine Radiofrequenz und sind immer auf derselben Frequenz“, sagte sie. Zwar näherten sie sich Problemen mitunter aus ganz unterschiedlichen Richtungen, „aber wir verfolgen dieselben Ziele – manchmal aus völlig verschiedenen Blickwinkeln –, und wir müssen einander nie in Zweifel ziehen.“
„Wir wollen das Miteinander erforschen, wir wollen verstehen, was uns eigentlich verbindet.“
Auf die Rolle von Technologie in ihrer Praxis angesprochen, erläuterte Gordijn den Umgang des Studios mit KI. Zwar könne KI als Tool für das Brainstorming dienen, doch dürfe sie keinesfalls die kreative Vision steuern. „Wir glauben nicht, dass KI kreative Entscheidungen treffen sollte“, sagte sie. DRIFT setze klar auf physische, sinnlich erfahrbare Momente statt auf digitale Simulation – gerade weil mit der zunehmenden Flut digitaler Inhalte die Sehnsucht nach echten Begegnungen wachse. „Irgendwann werden wir von allem überladen sein, sodass wir uns nach Echtheit und körperlich spürbarer Realität sehnen“, merkte sie an.
Das Museum wird keiner klassischen, chronologisch aufgebauten Ausstellungsdramaturgie folgen. Stattdessen, so Gordijn, liege der Fokus des Raumkonzepts auf Atmosphären, die Wahrnehmung und Beteiligung der Besucher:innen beeinflussen und menschliche Verbundenheit fördern sollen. „Wir wollen das Miteinander erforschen, wir wollen verstehen, was uns verbindet“, sagte sie. Ihr Wunsch sei es, den Gästen etwas zu schenken, das im Alltag häufig fehlt: „Was wir den Menschen wirklich geben möchten, ist Zeit und Raum.“
Die Eröffnung des DRIFT Museum ist für Ende dieses Jahres geplant, vorbehaltlich der finalen Übergabe und Fertigstellung des Gebäudes. Das Projekt markiert für das Duo einen bedeutenden Schritt: weg von temporären Ausstellungen hin zu einer dauerhaften Institution, in der ihre Arbeiten tatsächlich atmen können.



















