Die neue Garde erobert die Armory: AIPADs The Photography Show 2026
Sie schlägt die Brücke zwischen Meister*innen des 20. Jahrhunderts und den Konzeptkünstler*innen, die die Zukunft des Bildes neu definieren.
The Photography Show der Association of International Photography Art Dealers (AIPAD) kehrt vom 22. bis 26. April in die Park Avenue Armory zurück und bringt 77 Galerien zusammen, um darauf zu blicken, wo die Fotografie herkommt – und wohin sie als Nächstes geht. Die Messe bleibt nach wie vor die erste Adresse, um etablierte Namen wie Edwynn Houk Gallery und Yancey Richardson zu sehen, doch die Ausgabe 2026 rückt eine neue Generation von Programmen stark in den Fokus. Es fühlt sich weniger wie eine klassische Kunstmesse an und eher wie ein Dialog zwischen den ikonischen Silbergelatine-Abzügen der Vergangenheit und den konzeptuellen Arbeiten von heute an.
In diesem Jahr feiert die Messe außerdem ein wichtiges Jubiläum: Ihre 45. Ausgabe festigt ihren Status als weltweit am längsten laufende Ausstellung, die ausschließlich der Fotografie gewidmet ist. Um alles frisch zu halten, setzt AIPAD auf eine Haltung des „Entdeckens“ und lanciert den neuen Bereich „Focal Point“, der auf Solo-Präsentationen zugeschnitten ist und einen besonderen Fokus auf lateinamerikanische Fotografie legt. Das wirkt ausgesprochen zeitgemäß – nicht zuletzt, weil mehr als ein Drittel der teilnehmenden Galerien von Frauen geführt oder gegründet wird. Tickets kaufen und die vollständige Ausstellerliste hier ansehen.
New Generation Highlights
Mario Cresci, Senza titolo, Tricarico 1967–Milano 1972, 1972 Courtesy of the artist and Large Glass, London 1972 © Mario Cresci
Es gibt eine spürbare Verschiebung hin zu jüngeren Programmen wie jdc Fine Art, Large Glass und The Hulett Collection. Das in San Diego ansässige jdc zeigt Künstler wie Matt Eich und Jennifer Greenburg, deren Arbeiten sich irgendwo zwischen dokumentarischer Aufzeichnung und sehr persönlichem Erinnerungsstück bewegen. Large Glass aus London bringt mit Fotografen wie Mario Cresci und Guido Guidi eine forschende, konzeptuelle Note ein. Gleichzeitig präsentiert The Hulett Collection aus Tulsa Andy Mattern, dessen Praxis die in der Fotografie eingesetzten Werkzeuge selbst dekonstruiert und so die Brücke zwischen technischer Historie und zeitgenössischer Kunst schlägt.
Die Evolution des Bildes
Sara Messinger,Teenagers 6, 2022, Type-C-Print, Leica Gallery New York
In einer Zeit, in der die meisten von uns Kunst vor allem über Bildschirme wahrnehmen, ruft ein Besuch der Photography Show die physische Seite der Fotografie eindrücklich in Erinnerung. Die Messe rückt in diesem Jahr von der Vorstellung des einen perfekten Bildes ab und setzt verstärkt auf Fotografie als Medium für gesellschaftspolitische Debatten und zur Erkundung pluraler Realitäten. Das ist ein bemerkenswert ehrlicher Blick darauf, wie wir unsere Welt aktuell festhalten – und macht deutlich, dass sich das Medium noch immer so rasant verändert wie unsere Art des Sehens.
Intergenerationeller Dialog
Patty Carroll Hell’s Kitchen, 2025. Courtesy of the artist and Catherine Couturier Gallery
Indem langjährige AIPAD-Mitglieder gemeinsam mit diesen jüngeren Galerien im selben Raum präsentiert werden, entsteht ein ganz natürlicher Austausch. Man kann problemlos einen ganzen Nachmittag damit verbringen, die Linie von einem Klassiker des 20. Jahrhunderts bis hin zu einem brandneuen, experimentellen Werk nachzuzeichnen – ohne das Gebäude zu verlassen. Dieses Setting lässt die technische Disziplin der Vergangenheit direkt neben der experimentellen Energie der Zukunft existieren und macht die Park Avenue Armory zu einem lohnenden Ziel für alle, die sich für den aktuellen Stand der Fotografie interessieren.
The Photography Show 2026
22.–26. April 2026
Park Avenue Armory
643 Park Avenue
New York, NY 10065

















