Mit 91 ist Rose Wylie noch immer Großbritanniens rebellischste Künstlerin
Die Royal Academy of Arts in London rückt ihre außergewöhnliche Karriere ins Rampenlicht – mit über 90 Werken, darunter bisher unveröffentlichte Gemälde und Zeichnungen.
Zusammenfassung
- Die britische Malerin Rose Wylie präsentiert ihre bislang umfassendste Gemälde-Schau an der Royal Academy of Arts in London.
- Zu sehen noch bis zum 19. April: The Picture Comes First zeigt mehr als 90 Arbeiten, darunter bislang unveröffentlichte Gemälde und Zeichnungen.
Rose Wylie hatte schon immer eine Schwäche für das Ungezähmte. Ihren großen Durchbruch in der Kunstwelt erlebte die gefeierte Spätzünderin erst in ihren Siebzigern – heute ist sie mit ihrer bislang größten Ausstellung, The Picture Comes First, derzeit in London’s Royal Academy of Arts zu sehen, auf ihrem Höhepunkt.
Wylie, eine britische Malerin, schöpft radikal aus dem gelebten Leben. Sie lässt sich ebenso selbstverständlich von ihrer unmittelbaren Umgebung – etwa den Blumen in ihrem Garten – inspirieren wie von Kunstgeschichte, Star-Kultur, Kino und Sport. Ihre Motive setzt sie mit kindlicher Unmittelbarkeit um – ein figuratives Aufbegehren gegen die erwartete Geziertheit der Kunst’s alter Garde. Ihre Leinwände sind farbintensiv und monumental; sie plädieren für das Spielerische, ohne auf ebenso ernste wie eindringliche Momente zu verzichten.
The Picture Comes First vereint über 90 Werke, von Wylie’s ikonischsten Bildern bis hin zu nie zuvor gezeigten Kompositionen. Kuratiert nach Themen, geht die Schau in die Tiefe und erzählt die Geschichte ihrer beeindruckenden Karriere: Sie setzt an bei ihrem frühen Familienleben in London, ihrem Überleben des Blitz als junges Mädchen und führt weiter zu ihrer Zeit mit anatomischer Zeichnung und figurativer Malerei an der Folkestone and Dover School of Art in den 1950er-Jahren. Auf das Studium folgte eine dreißigjährige Auszeit von der Kunst, um eine Familie zu gründen; in ihren Fünfzigern griff sie wieder zum Pinsel und widmete sich mit neuer Energie konsequent ihrem Werk.
Zur Ausstellung gehört Room Project 2002–3, ihre erste große Serie, die breite kritische Anerkennung fand und ihre weitreichende Ambition zeigt, immersive, verspielte Bildwelten zu erschaffen – bevölkert von Katzen, Papierpuppen und Olympia-Schwimmer:innen. Weitere herausragende Arbeiten sind die Film Notes-Serie, „Black Strap (Red Fly)“ und „Pink Skater (Will I Win, Will I Win)“.
Wylie’s Geist leuchtet durch die kompromisslose Art ihrer Arbeiten hindurch und lässt uns Erwartungen an Malerei neu denken. Die Präsentation an der Royal Academy umfasst außerdem vier große monochrome Werke, die sie mit bloßen Händen direkt auf die Leinwand aufgetragen hat – ein Einblick in ihren wunderbar haptischen Prozess, der den Bildern eine Körperlichkeit verleiht, welche die Freude und Dringlichkeit ihrer Ideen spürbar macht.
Rose Wylie: The Picture Comes First ist derzeit zu sehen und läuft in London noch bis zum 19. April.
The Royal Academy of Arts
Burlington House,
Piccadilly, London W1J 0BD,
United Kingdom



















