Zusammenfassung
- Die weltweiten Kunstverkäufe stiegen 2025 um 4 % auf 59,6 Milliarden US‑Dollar und signalisieren damit nach zwei Jahren der Schrumpfung eine zunehmend gefestigte Erholung.
- Der „Great Wealth Transfer“ verändert nun offiziell die DNA des Marktes: Jüngere, digitalaffine Sammlerinnen und Sammler setzen bei der Entdeckung neuer Kunst klar auf Social Media.
- Während die Onlineverkäufe zurückgingen, weil Käuferinnen und Käufer verstärkt zu physischen Formaten zurückkehrten, legte das Ultra-High-End deutlich zu: Der Verkauf von Werken über 10 Millionen US‑Dollar sprang in Auktionen um 30 % nach oben und stabilisiert so die Branche.
Laut dem aktuellen Art Basel & UBS Global Art Market Report, beliefen sich die weltweiten Umsätze im vergangenen Jahr auf 59,6 Milliarden US‑Dollar. Nach ein paar schwierigen Jahren deutet das Plus von 4 % darauf hin, dass die Branche endlich wieder Luft holt und in eine geordnetere, positivere Erholung eintritt. Getrieben wird diese Stabilisierung vor allem durch einen Generationenwechsel, in dem eine jüngere, digital geprägte Käuferschicht das Ruder übernimmt. Der Markt wird disziplinierter und digitaler, und 2026 zeichnet sich bereits vielversprechend ab: 43 % der Galerien und Händler erwarten steigende Umsätze, während sie tiefere Beziehungen zu dieser neuen Welle von Sammlerinnen und Sammlern aufbauen.
Der Aufschwung zeigt sich deutlich in den Zahlen: Öffentliche Auktionen liegen mit einem Wertzuwachs von 9 % auf 20,7 Milliarden US‑Dollar an der Spitze. Beflügelt wurde dieses Wachstum von prominenten Sammlungen – etwa von Leonard A. Lauder und den Pritzkers –, die in der zweiten Jahreshälfte unter den Hammer kamen. Während das High-End stabil bleibt, findet die Entdeckung neuer Positionen inzwischen fast vollständig im Social Feed statt. Mehr als die Hälfte der Sammlerinnen und Sammler berichtet mittlerweile, Werke über Instagram zu kaufen – ein unverzichtbarer Vertriebskanal für Galerien, um ein globales Publikum zu erreichen und neue Künstlerinnen und Künstler zu lancieren.
Trotz dieses digitalen Schubs bleibt die physische Atmosphäre von Kunstmessen ein großer Anziehungspunkt. Messebezogene Verkäufe kletterten 2025 wieder auf 35 % des gesamten Händlerumsatzes – den höchsten Anteil seit 2022. Interessanterweise gingen mit der Rückkehr hochpreisiger Verkäufe in die persönliche Begegnung die rein online abgewickelten Umsätze auf 9,2 Milliarden US‑Dollar zurück – ihren niedrigsten Stand seit 2019. Während Blue-Chip-Werke über 10 Millionen US‑Dollar die Live-Auktionssäle weiterhin dominieren, behaupten Online-Transaktionen vor allem im mittleren und unteren Preissegment ihre Stärke.
Gleichzeitig ist der Hunger nach neuen Talenten enorm: Fast die Hälfte der Käuferinnen und Käufer, mit denen Galerien und Händler 2025 zusammenarbeiteten, war völlig neu in ihren Kundenkreisen. Diese Sammlerinnen und Sammler agieren selbstbewusster und erwerben vermehrt Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die bisher nicht in ihren Sammlungen vertreten waren. Digitale Plattformen fungieren dabei als zentrale Einstiegspforte für diese nächste Generation und senken klassische Zugangshürden. Parallel dazu verzeichnet das Topsegment weiterhin beeindruckende Zahlen: Der Verkauf von Werken über 10 Millionen US‑Dollar stieg im Auktionssektor um 30 % und bildet so ein stabiles Fundament für die Branche, während sich der restliche Markt neu justiert.