adidas verklagt angeblich Sole Retriever wegen Sneaker-Erpressung und Leaks

adidas Reportedly Files Lawsuit Against Sole Retriever Over Alleged Sneaker Extortion and Leaks information anthony edwards 2 harris r monoson pitchblend
Matthias Balk/picture alliance/Getty Images

Zusammenfassung

  • adidas hat offiziell eine Bundesklage gegen die Sneaker-Release-App Sole Retriever und deren Gründer Harris R. Monoson eingereicht – wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen, Urheberrechtsverletzungen und Erpressung.
  • In der Klageschrift heißt es, Sole Retriever habe eine Ultimatum-Mail verschickt und damit gedroht, das komplette, noch unveröffentlichte Anthony-Edwards-2-Line-up zu leaken, falls der Plattform kein Insider-Zugang gewährt werde.
  • Im Anschluss an diese Drohungen habe Sole Retriever vertrauliche, gestohlene CAD-Designs kommender Sneakerlinien veröffentlicht, woraufhin adidas nun erhebliche Schadensersatzforderungen sowie eine dauerhafte Unterlassungsverfügung anstrebt.

adidas geht nun offiziell mit harten rechtlichen Schritten gegen die populäre Sneaker-Release-Plattform Sole Retriever, und wirft ihr einen schockierenden Versuch geschäftlicher Erpressung vor. Die am 12. März 2026 beim U.S. District Court for the District of Oregon eingereichte Klage behauptet, dass Sole Retriever und Gründer Harris R. Monoson gestohlene Geschäftsgeheimnisse und unveröffentlichte Produktbilder als Druckmittel eingesetzt haben, um eine bevorzugte Behandlung durch den Sportswear-Giganten zu erzwingen.

Der Konflikt erreichte angeblich am 31. August 2025 seinen Siedepunkt, als Monoson eine äußerst aggressive E-Mail an Kontakte bei adidas und Pitchblend schickte. Laut Gerichtsunterlagen, warf Monoson adidas Basketball vor, „Sole Retriever hinzuhalten“, Anfragen zu ignorieren und falsche Versprechen zu machen. Er bezeichnete die Nachricht als „letzten Versuch“, die Beziehung zu retten, und drohte der Brand ganz offen mit massiven Leaks: „Nur zur Info – wir haben das komplette AE2-Line-up in jeder Colorway … Der Ball liegt bei euch. Entweder wir werden mit dem Respekt behandelt, den wir uns verdient haben, oder wir planen entsprechend.“

Nur zwei Tage später soll Sole Retriever seine Drohung wahr gemacht und ein „speculative mock up“ der AE2-Variante „Bred“ auf Instagram und X gepostet haben – ein Bild, von dem adidas behauptet, es handle sich um eine streng vertrauliche, gestohlene Datei. Bis zum 11. September leakte die Plattform zudem die Colorways „Lucid Red“ und „Blue Fusion“ und deklarierte sie als „offizielle“ Bilder inklusive Stylecodes und einem Retail-Preis von 130 USD. Trotz einer formellen Abmahnung von adidas am Folgetag, in der die Rückgabe oder Vernichtung sämtlicher unautorisierter Materialien gefordert wurde, gingen die Leaks weiter.

Im Januar 2026 weiteten sich die dreisten Enthüllungen auf einen völlig neuen Produktzyklus aus. Sole Retriever erhielt und veröffentlichte vertrauliche, computergestützte Prototyp-Designs (CADs) für die kommenden Linien Anthony Edwards 3 und D.O.N. Issue 8. Allein der AE3-Post generierte über 12.200 Likes, wobei der Account der Plattform in den Kommentaren angeblich damit prahlte, die Bilder stammten „direkt von der Brand“. In der Klage heißt es, diese Materialien seien von namentlich nicht genannten Personen – aufgeführt als Does 1 bis 5 – zugespielt worden, bei denen es sich nach Vermutung von adidas auch um interne Mitarbeitende in Oregon handeln könnte.

Gestützt auf den Defend Trade Secrets Act fordert adidas nun empfindliche Strafen. Nachdem die geleakten CAD-Designs beim U.S. Copyright Office registriert wurden, macht die Brand konkrete Schäden, ungerechtfertigte Bereicherung sowie gesetzliche Schadensersatzansprüche geltend, die bei vorsätzlichen Verstößen bis zu 150.000 USD pro Fall betragen können. Zusätzlich zu diesen massiven finanziellen Forderungen – die leicht in den siebenstelligen Bereich steigen könnten – drängt adidas auf eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, die Sole Retriever künftig die Veröffentlichung jeglicher unveröffentlichten, geschützten Designs verbieten soll.

Joyce Li Editor

For over half a decade, Joyce Li has served as an Editor on Hypebeast's global team, leveraging profound industry insights to capture the zeitgeist. Through her editorial lens, she anticipates emerging trends while dedicating her platform to spotlighting those making the greatest impact on culture today. A storyteller first and foremost, she examines the cross-pollination of fashion, footwear, art, music, and sports. This intersectional approach has led to compelling interviews with industry-defining figures like LeBron James, Pharrell Williams, Tom Brady, NIGO, A$AP Rocky, KAWS, and more.

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