6 Uhrenneuheiten, die den „Year of the Fire Horse“-Spirit perfekt einfangen
Denke an Rot, Gold und künstlerische Neuinterpretationen des diesjährigen Tierkreiszeichens.
Das Lunar New Year-Fest ist im uhrmacherischen Kalender stets ein Großereignis, doch 2026 markiert die Rückkehr eines besonders kraftvollen Tierkreiszeichens: des Feuerpferds. Nur einmal alle 60 Jahre auftretend, steht das Feuerpferd für ungezähmte Energie, Leidenschaft und Geschwindigkeit – Themen, die ganz selbstverständlich mit der Welt der mechanischen Uhrmacherei harmonieren.
Anders als in den vergangenen Jahren, in denen eher ruhige oder künstlerische Interpretationen im Fokus standen, setzt die 2026er Auswahl ganz auf Dynamik. Von High-Complication-Uhren mit galoppierenden Automaten bis hin zu Racing-Chronographen, die die „Horsepower“ der Automobilwelt einfangen, interpretieren die Uhren-Maisons den energetischen Geist des Tierkreiszeichens mit markanten Materialien und kraftvollen Rottönen. Im Folgenden haben wir eine Auswahl von Zeitmessern aus sechs verschiedenen Uhrenmarken kuratiert, die das Jahr des Feuerpferds am eindrucksvollsten definieren und zelebrieren.
Jaeger-LeCoultre Reverso „Horse“ & Tribute Enamel „Xu Beihong“
Von Jaeger‑LeCoultre kommen zwei eigenständige Interpretationen der Reverso Tribute Enamel, die jeweils die stolze Schönheit des diesjährigen Tierkreiszeichens zelebrieren. Die erste ist die offizielle Year of the Horse-Uhr der Maison. Auf der Vorderseite präsentiert sie dasselbe makellose, tiefschwarze Grand-Feu-Emailzifferblatt wie in früheren Fest-Editionen, während die Rückseite zur skulpturalen Leinwand wird. Hier tritt das „Fire Horse“ als vollständig von Hand gravierte, plastische Silhouette hervor, die scheinbar aus dem Roségoldgehäuse herausspringt. Um das Gefühl von Energie zu steigern, setzten die Graveur:innen auf eine „Trampling“-Technik, die einen strukturierten Hintergrund erzeugt, der Funkenflug und die Vitalität des Feuerelements evoziert – im Kontrast zur polierten Dynamik des Pferdes selbst.
Die zweite Kreation umfasst ein Trio exquisiter Designs – eine hochartifizielle Hommage an den legendären chinesischen Maler Xu Beihong, berühmt für seine Tusche-Meisterwerke. Auf dem Gehäuseboden dieses Modells aus 18 Karat Roségold haben die Email-Meister:innen der Maison eines von Xus ikonischen „Galloping Horse“-Gemälden mittels Miniatur-Grand-Feu-Email neu interpretiert. Die Herausforderung liegt hier in der monochromen Palette: Um die Tiefe, Fließkraft und den „nassen“ Look traditioneller Tusche auf Papier zu erreichen, sind mehrere Schichten transluzider und opaker Email nötig, die wiederholt gebrannt werden, um die muskuläre Spannung des Pferdes in Bewegung einzufangen. Beide Modelle werden vom Handaufzugskaliber 822 angetrieben und fungieren als tragbare Leinwände, die zwischen chinesischer Kunst des 20. Jahrhunderts und Schweizer Handwerkskunst des 21. Jahrhunderts vermitteln.
IWC Portugieser Automatic 40 Year of the Horse
IWC wählt mit der Portugieser Automatic 40 Edition „Year of the Horse“ einen klassischen Ansatz und spielt das „Fire“-Element über ein markantes burgunderrotes Zifferblatt aus. Der tiefrote Ton mit Sonnenschliff steht in scharfem Kontrast zu den 18-karätig vergoldeten Zeigern und Appliken und erzeugt eine Optik, die festlich wirkt, ohne ins Schrille zu kippen. Untergebracht in einem kompakten 40,4-mm-Edelstahlgehäuse, bewahrt die Uhr das klare, hervorragend ablesbare Layout, das die Portugieser zu einer Ikone im Portfolio der Marke gemacht hat.
Die eigentliche Hommage verbirgt sich jedoch auf der Rückseite. Durch den Saphirglasboden ist zu sehen, wie das Pellaton-Aufzugssystem von einem einzigartigen, vergoldeten Rotor in Form eines steigenden Pferdes angetrieben wird. Dieses kinetische Detail verwandelt die Bewegung des Handgelenks in den „Galopp“ des Tieres und versorgt das hauseigene Kaliber 82200 mit Energie – inklusive 60 Stunden Gangreserve.
TAG Heuer Carrera Chronograph Year of the Fire Horse
Kaum eine Bühne passt besser zum Year of the Horse als eine Kollektion, die aus dem Rennsport geboren wurde. Für 2026 greift TAG Heuer das „Fire“-Element mit einer 39-mm-Carrera-Glassbox-Edition auf, die unverkennbar Vintage-Appeal mit einer entschlossen sportlichen Attitüde verbindet. Abweichend vom typischen Tricompax-Layout setzt diese Limited Edition auf die „Dato“-Konfiguration mit einem einzelnen Datumsfenster bei 9 Uhr. Als raffinierte Anspielung auf den Tierkreis wurde auf der Datumsscheibe die Ziffer „7“ durch das chinesische Schriftzeichen für Horse („马“) ersetzt – ein Verweis auf die siebte Position des Tieres im Zyklus.
Das Zifferblatt selbst schimmert in sonnenstrahlgeschliffenem Champagnergold, stark kontrastiert von einem „feurigen“ roten 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr und einem dazu passenden, rot lackierten Zentralzeiger. Angetrieben wird die Uhr vom hauseigenen Kaliber TH20-07, das durch einen Saphirglasboden sichtbar ist, der mit einem galoppierenden Pferdemotiv bedruckt wurde. In Kombination mit einem siebengliedrigen Stahlband im „Beads-of-Rice“-Stil ist die Uhr auf nur 250 Exemplare limitiert und verbindet die Eleganz der Heuer-Modelle der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Hochoktandynamik des neuen Jahres.
Hublot Spirit of Big Bang Year of the Horse
Hublot nähert sich dem Tierkreiszeichen mit seiner charakteristischen Fusion aus industriellen Materialien und komplexer Kunst. Die Spirit of Big Bang „Year of the Horse“ wartet mit einem 42-mm-Tonneau-Gehäuse aus Frosted Carbon auf – einem Material, das wegen seiner chaotischen, energiegeladenen Textur gewählt wurde und so die ungezähmte Natur des Feuerpferds widerspiegelt.
Das Zifferblatt ist ein technisches Wunderwerk der Marketerie, zusammengesetzt aus Hunderten einzelner Splitter aus Carbonfaser und Gold, die gemeinsam das 3D-Profil eines Pferdekopfes formen. Anders als bei klassischer Malerei verleiht dieser konstruktive Ansatz dem Tier eine rohe, dezidiert moderne Präsenz. Limitiert auf lediglich 88 Exemplare, wird die Uhr vom Selbstaufzugswerk HUB1710 angetrieben und unterstreicht, dass Hublot weiterhin die Benchmark ist, wenn es darum geht, traditionelle Ikonografie radikal zeitgenössisch zu interpretieren.
Vacheron Constantin Métiers d’Art The Legend of the Chinese Zodiac Year of the Horse
Vacheron Constantin kehrt mit seinem jährlichen Meisterwerk zurück, der Métiers d’Art The Legend of the Chinese Zodiac – Year of the Horse. Erhältlich in Platin oder Roségold verzichtet der Zeitmesser auf klassische Zeiger und setzt stattdessen auf vier umlaufende Fenster für Stunden, Minuten, Wochentag und Datum. Dieses Layout räumt die Zifferblattmitte frei für den großen Auftritt: ein von Hand graviertes Pferd aus massivem Gold, eingefangen im Moment des Sprungs.
Der Hintergrund ist ein Grand-Feu-Emailkunstwerk mit einem Bambuswald-Motiv, das der Skulptur Tiefe und Kontext verleiht. Das „Fire Horse“ wird durch die Dynamik der Gravur zum Leben erweckt; Muskeln und Mähne sind mit mikroskopischer Präzision ausgearbeitet, um Bewegung zu suggerieren. Angetrieben vom Kaliber 2460 G4 ist es die klassischste Haute-Horlogerie-Kreation in dieser Auswahl, mit starkem Fokus auf die Bewahrung dekorativer Kunsthandwerke.
Breitling Top Time B01 „Shadow Rider“
Breitling mischt beim Lunar New Year mit der Top Time B01 „Shadow Rider“ mit – einer auf 288 Exemplare limitierten Edition, die das Tierkreiszeichen mit Muscle-Car-Kultur verschmelzen lässt. Als spiritueller Nachfolger der Ford-Mustang-Kooperationen der Marke präsentiert der „Shadow Rider“ ein 38-mm-Edelstahlgehäuse – eine seltene, authentisch vintage-gerechte Größe für die Linie – kombiniert mit einem tiefschwarzen Zifferblatt und tonalen Chronographenzählern.
Auch wenn es sich nicht um eine klassische „Zodiac“-Uhr im engeren Sinne handelt, verneigt sich das Modell über das Mustang-Emblem auf dem Zifferblatt und eine spezielle Gehäuseboden-Gravur eines galoppierenden Pferdes in Silhouette vor dem Tier. Es fängt die mit dem Pferdezeichen verbundene „Freiheit“ ein – verpackt in eine Retro-Racing-Ästhetik. Angetrieben vom Manufacture Calibre 01 ist es eine clevere, unkonventionelle Wahl für Sammlerinnen und Sammler, die das Jahr feiern möchten, ohne zur traditionellen Dress Watch zu greifen.



















