Jil Sander FW26 setzt auf lässigen Minimalismus
Verschlankte Silhouetten und reduzierte Details für eine tailoring-orientierte Kollektion – inspiriert von der Fotografie Anders Petersens.
Zusammenfassung
- Simone Bellottis zweite Kollektion für Jil Sander setzt auf einen „subtraktiven“ Minimalismus und ersetzt übergroße Proportionen durch schmale, klar reduzierte Tailoring-Silhouetten – inspiriert von der Fotografie Anders Petersens.
- Mit einem klaren Fokus auf Tragbarkeit statt Viralität zeigt die Kollektion entspannte, dekonstruierten Silhouetten und geschwungene Schlitze – ein Spiegel eines breiteren Branchentrends hin zu zeitloser, funktionaler Luxusmode.
Für seine zweite Kollektion für Jil Sander knüpft Creative Director Simone Bellotti weiterhin an die Hamburger Wurzeln des Labels an. In dieser Saison nennt Bellotti Fotografien von Anders Petersen aus dem Café Lehmitz als zentrale Referenz und aktualisiert den charakteristischen Minimalismus des Hauses um jene lässige Selbstverständlichkeit, die die Serie ausstrahlt.
Indem er den Ausdruck des Labels weiter auf seine modernen, maßgeschneiderten Grundlagen nach Jil Sander zurückführt, wirkt die Kollektion insgesamt radikal vereinfacht. Keine Oversized-Silhouetten, keine elektrisierenden Farben, keine lauten Prints. Statt immer noch mehr zu addieren, subtrahiert Bellotti gezielt – die Silhouetten bleiben schmal und körpernah, frei von überflüssigen Verzierungen oder Details.
Die Stimmung ist jedoch keineswegs streng oder hart, sondern entspannt und weich. Hemdkragen blitzen ungleichmäßig unter Outerwear hervor, Jackenkörper öffnen sich im Rücken, während Kleider die Schultern freilegen, teils wie herabgleitend wirken, und Röcke mit geschwungenen Schlitzen verführerisch offenstehen.
Die Kollektion greift den gedämpften Ton auf, der bereits die Men’s Weeks in Paris und Mailand im Januar prägte, als viele Kritiker Parallelen zur Tailoring-Ästhetik der Depressionszeit zogen. In vielerlei Hinsicht fahren Luxuslabels ihre Signature-Effekte zurück und konzentrieren sich stärker auf Tragbarkeit und eine treue Kundschaft statt auf kurzlebige Viralität. Simone Bellottis Spezialgebiet, das Tailoring, steht im Zentrum dieser Bewegung – und macht Jil Sanders Beitrag dazu besonders zeitgemäß.
Die komplette Jil Sander FW26-Kollektion gibt es in der Galerie oben – und für weitere Insights aus der Fashionbranche bleiben Sie bei Hypebeast auf dem Laufenden.



















