„Hard Copy“: Endlich bekommt der gute alte Fotokopierer, was ihm zusteht
Vielleicht kann Xerox-Printing uns doch noch alle retten.
Zusammenfassung
- Das International Center of Photography in New York präsentiert HARD COPY, eine von Aaron Stern kuratierte Gruppenausstellung
- Noch bis zum 4. Mai zu sehen, erweitert die Schau Sterns laufendes Projekt über das kreative Potenzial des Fotokopierers.
- Die Ausstellung zeigt Arbeiten von 15 Künstler*innen, darunter Stephen Shore, Thomas Ruff, Ryan McGinley, Ari Marcopoulos und Shaniqwa Jarvis.
Täglich werden Milliarden Fotos aufgenommen. Viele sind kaum bedeutsam, und die meisten waren wohl nie dafür bestimmt, je wieder angesehen zu werden: zufällige Text-Screenshots, unbeholfene, hochfliegende Schnappschüsse, Dinge, von denen du längst vergessen hast, dass du sie einmal kaufen wolltest. Angesichts unseres wachsenden Haufens „digitalen Abfalls“, wie Aaron Stern es nennt, stellt sich die Frage: Wie filtern wir das wirklich Gute heraus? Für Stern liefert der unscheinbare Fotokopierer einige Antworten.
Das International Center of Photography (ICP) in New York zeigt derzeit HARD COPY, die erweiterte dritte Ausgabe von Sterns laufendem Projekt über das kreative Potenzial fotokopierter Bilder. Gemeinsam mit dem Creative Director des ICP, David Campany, kuratiert, vereint die Ausstellung Arbeiten von 15 Künstler*innen – alle gefiltert durch erhabene Streifen und das körnige Graustufenspektrum des Kopierers.
Zwischen epischen und intimen Formaten pendelnd, HARD COPYführt uns zurück zur Magie analoger Technologien und in eine Ära bewussterer Bildproduktion. Die gezeigten Arbeiten reichen von einem 51 Fuß (rund 15,5 Meter) langen Wandbild von Gray Sorrenti bis zu Neuinterpretationen von Andy Warhols Factory, festgehalten von Stephen Shore. Von den erotischen Studien Thomas Ruffs über David Blacks galoppierende Pferde bis hin zu stillen Berglandschaften von Takashi Homma – alles vereint durch die Unmittelbarkeit von Toner und Papier.
Erstmals im Mai 2024 bei Frieze New York gezeigt und im vergangenen Jahr in der Webber Gallery in Los Angeles zu sehen, ist die Ausstellung nun zurück im Big Apple und hat im ICP ihr passendes Zuhause gefunden. Mit dieser Präsentation setzen Campany und Stern ganz auf die tiefgreifende, physische Erfahrung von Fotografie – und das Ziel ist, wie Stern in einem aktuellen Blogpost, formuliert, ganz einfach: „Menschen wieder Lust darauf machen, ihre Bilder auszudrucken. Das Handy wegzulegen. Und Kunst im Original zu sehen.“
Die Ausstellung ist noch zu sehen in New York bis zum 4. Mai. Ein begleitendes HARD COPY-Zine ist außerdem über Dashwood Books, das ICP oder die Website des Künstlers erhältlich.
Beteiligte Künstler*innen:
Daniel Arnold
David Black
John Divola
Zoë Ghertner
Takashi Homma
Jerry Hsu
Shaniqwa Jarvis
Ari Marcopoulos
Ryan McGinley
Asako Narahashi
Collier Schorr
Stephen Shore
Gray Sorrenti
Thomas Ruff
Andre D. Wagner
International Center of Photography
84 Ludlow Street,
New York, NY 10002















