Lemaire HW26: Eine theatralische Metamorphose der Form
Wo Kleidung eine Seele hat und Stoffe ihre Stimme finden – in einem mondbeschienenen Theater surrealistischer Eleganz.
Zusammenfassung
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Die Präsentation mit dem Titel mine eyes, lässt die Grenze zwischen Laufsteg und Theater verschwimmen – mit lebenden Tableaux, die die „Seele“ der Stoffe und das Geheimnis der Bewegung ausloten
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Die Kollektion spielt mit optischen Illusionen: Lack-Denim imitiert Leder, zerknitterter Samt schimmert wie Metall, dazu treten surrealistische Accessoires, die funktionale Geheimnisse verbergen
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Inspiriert von den luziden Träumen Roland Topors und östlichen Silhouetten verbinden die Entwürfe strukturierte westliche Archetypen mit fließenden Mandarin-Jacken und wohnlicher Geborgenheit
Für Herbst/Winter 2026 überschreitet Lemaire den klassischen Laufsteg und löst die Grenzen zwischen Mode und avantgardistischem Theater auf. In einer poetischen Zusammenarbeit mit Nathalie Béasse entfaltet sich die Kollektion mit dem Titel mine eyes als eine Reihe lebender Tableaux, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Es ist eine Welt, in der Stoffe eine Stimme haben und Objekte Seelen tragen – und so eine traumgleiche Atmosphäre entsteht, die Greifbares und Illusion kunstvoll ausbalanciert.
Die Damenkollektion feiert eine mondbeschienene Metamorphose. Die Materialien sind wegen ihrer täuschenden Qualitäten gewählt: zerknitterter Samt erhält einen metallischen Glanz, während Lack-Denim die tiefe Patina gealterten Leders nachahmt. Drapierungen fungieren nicht nur als Technik, sondern als erzählerisches Stilmittel – asymmetrische Falten und plissierte Schlitze tanzen am Körper entlang und schaffen Ebenen visueller Geheimnisse. Diese surrealistische Note setzt sich in den Accessoires fort, wo nützliche Objekte wie schlüsselförmige Anhänger Korkenzieher verbergen und verspielte Formen wie Muscheln und Sternexplosionen die Silhouette akzentuieren.
Im Zentrum der saisonalen Stimmung steht die „lucid dream“-Welt von Roland Topor. Seine scharfen, rebellischen Bleistiftstriche werden in eine taktile Grammatik aus trockenen Seidenfäden und stachligen Reliefs übersetzt, die seinen schwarzen Humor in die dritte Dimension holen. Diese Kunstfertigkeit trifft auf die urbane Landschaft in Form meteorologischer Drucke stürmischer Himmel und einer „meteorologischen Camouflage“, entworfen für den modernen Nomaden.
Die Herrenkollektion erdet diese ätherische Vision in einer Fusion aus westlichen Archetypen und östlicher Geschmeidigkeit. Klassische Trenchcoats und Mohair-Anzüge werden von einer „Eastern breeze“ verfeinert – besonders sichtbar in den Mandarin-Jacken, neu interpretiert in weichem Kalbsleder. Durch die Kombination präziser Tailoring-Schärfe mit Hausschuhen und leuchtenden Akzenten in Neonbernstein oder Mintgrün gelingt Lemaire eine seltene Harmonie zwischen hoher Raffinesse und der intimen Behaglichkeit des Zuhauses.



















