Jacob Rochester über Musik als Erinnerungsspeicher in „Input/Output“
In der Plato Gallery feiert der in Los Angeles lebende Künstler sein New Yorker Solo-Debüt.
Zusammenfassung
- Jacob Rochester reist in die Plato Gallery in New York, um Input/Ouput, seine neueste Einzelausstellung, zu eröffnen.
- Mit einer Reihe neuer und jüngerer Ölgemälde inszeniert die Schau Musik als verbindende Kraft, die Generationen und Genres, Epochen und Orte miteinander verwebt.
Du drückst auf Play bei deinem Lieblingssong und schon nach wenigen Takten bist du woanders – in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, vielleicht umgeben von einem Meer vertrauter Gesichter. Musik und ihre enorme, verbindende Kraft stehen für Jacob Rochester im Zentrum – ein Künstler, der die Wärme und Intimität von Klang in eine dichte, malerische Bildsprache auf Leinwand übersetzt.
Der in Los Angeles lebende Künstler wird mit Input/Output, seinem New-York-Debüt, auch an der Ostküste präsent. In der Plato Gallery noch bis zum 7. März zu sehen, vereint die Ausstellung eine Familie neuer und jüngerer Werke, die familiären Verbindungen, Alltagsritualen und den feinen Codes nachspüren, durch die Nostalgie genährt wird.
Von Rochester als eine zutiefst persönliche „Konversation zwischen Vergangenheit und Gegenwart“ beschrieben, speist sich diese Serie stark aus dem Leben seines Vaters als Reggae-Drummer in den späten 1980er-Jahren – eng gerahmte Hände, die an Stereo-Reglern drehen, Finger, eingefroren mitten im Song, alte Polaroids von Bandkollegen – neben jüngeren Szenen aus dem eigenen Leben des Künstlers mit seinem Partner und seinen Liebsten in LA. Jamaikanische Reggae-Kultur und Hip-Hop-Ästhetik der 1990er-Jahre flirten mit den Texturen des zeitgenössischen Alltags.
Technisch entsteht das Werk durch ein allmähliches Aufbauen von Schichten: Zwischen Zeichnung, Gouache, digitaler Bearbeitung und Ölmalerei setzt Rochester auf einen Lasurprozess à la Tizian, bei dem transparente Farbschleier über eine monochrome Untermalung gelegt werden – es entstehen Kompositionen, die die Theatralik renaissancehafter Draperien mit einer wohnlichen, intimen Ruhe aufladen.
„Die Vergangenheit wird meine Arbeit immer in irgendeiner Form prägen – sei es konzeptionell oder über die Technik“, fährt er fort. „Die Herausforderung, das so zu navigieren, dass es sich dennoch zeitgenössisch anfühlt, hat mich schon immer angezogen.“
Ähnlich wie Musik vermag es Rochesters Werk, Erinnerung, Zeit und Erfahrung ineinander zu falten – eine Nostalgie im Fluss, lebendig in Lautsprechern, Kleidung sowie in den Räumen und Momenten, die wir miteinander teilen.
Ab in die Plato Gallery, um Input/Output selbst zu erleben.
Plato Gallery
202 Bowery,
New York, NY 10012



















