TwoJeys erobert die Regent Street mit dem 10. Flagship-Store in London
Hypebeast hat die Gründer in einem exklusiven Gespräch getroffen, um über die Zukunft der Brand und die Bedeutung ihres 10. Flagship-Stores in London zu sprechen.
Seit seiner Gründung 2019 auf einem staubigen Roadtrip entlang der Route 66 hat sich TwoJeys von einem unabhängigen Schmuckprojekt zu einem globalen kulturellen Leuchtturm entwickelt. Mit der Eröffnung des 10. Flagship-Stores in der ikonischen Regent Street in London erweitern die Gründer Biel Juste und Joan Margarit nicht nur ihre Retail-Präsenz – sie zementieren ihren Status als prägende Architekten modernen Schmucks für Männer.
Im Kern des in Barcelona beheimateten TwoJeys-Phänomens steht eine disruptive Philosophie, die die Eleganz im Ausprobieren und Scheitern entdeckt. Indem die Marke die sterile Perfektion klassischen Schmucks ablehnt, hat sie einen neuen Standard geschaffen, in dem „beautiful scars“ aus Sterlingsilber als Zeichen von Authentizität gefeiert werden. Diese Haltung trifft einen Nerv bei einer Generation von Rockstars und Pop-Ikonen, die ihre Accessoires nicht als Statussymbole, sondern als spontane, emotionale Statements begreifen. Jedes Piece ist dafür gemacht, darin zu leben, es zu layern und es vom „fast life“ härten zu lassen.
Über die Ästhetik hinaus liegt die kulturelle Relevanz von TwoJeys in einem radikalen Bekenntnis zu lokaler Handwerkskunst mit globaler Vision. Während die meisten Wettbewerber in Massenproduktionszentren auslagern, schmiedet, designt und prototypisiert TwoJeys seine Ikonen in Spanien. Während sie die Regent Street erobern, beweist die Brand einmal mehr: In einer Welt, die von Hochglanz besessen ist, liegen wahre Freiheit – und eine riesige Community – im Unperfekten. Hypebeast hat die Gründer Biel und Joan vor der Eröffnung des London-Stores getroffen, um über die Zukunft der Marke und die Bedeutung ihres 10. Flagship-Stores zu sprechen.
Hypebeast: Die Eröffnung eures 10. Stores im Londoner Soho ist ein starkes Statement. Rückblickend auf die frühen Tage im Büro eures Vaters: Welcher konkrete kulturelle Shift im britischen Markt hat euch signalisiert, dass es Zeit ist, dort eine so prägende physische Präsenz aufzubauen?
Biel Juste und Joan Margarit:Für uns war das Vereinigte Königreich schon immer eine große Inspirationsquelle. Wir fühlen eine sehr starke Verbindung zu London als kulturellem Hub für so vieles, was uns prägt – von Architektur und Musik über das schnelle Tempo des Lebens und die Rauheit der Stadt bis hin zur Leidenschaft für Fußball und Street-Culture.
Seit Tag eins hat das Vereinigte Königreich TwoJeys willkommen geheißen – zuerst online und später über ausgewählte Retail-Partner wie Selfridges und END. London wurde schnell unsere stärkste internationale City. Vor zwei Jahren haben wir unseren ersten Store in der Brewer Street eröffnet, und jetzt mit einer zweiten Location an der ikonischen Regent Street nachzulegen, fühlt sich wie der natürliche nächste Schritt an.
Es gibt ein starkes kulturelles Match zwischen unserer Brand und den Welten, aus denen wir kommen – Skate, Music und Street-Culture – und wir hatten immer das Gefühl, dass das britische Publikum echte Qualität schätzt, besonders bei Materialien wie Sterlingsilber.
Das Custom-Piece für Lamine Yamal war ein viraler Moment, der die Welten des Elite-Fußballs und von maßgefertigtem Schmuck miteinander verschmolz. Könnt ihr uns durch den kreativen Prozess führen, für eine Gen-Z-Ikone seines Kalibers zu designen – und was dieser Moment für die Brand bedeutet hat?
Der kreative Prozess war sehr organisch. Unsere ursprüngliche Idee war schlicht, Schmuck auf eine sinnvolle Art auf den Platz zu bringen – gerade vor dem Hintergrund, dass Spieler in den letzten 20 Jahren während der Spiele keinen Schmuck tragen durften. Diese Limitierung wollten wir kreativ ausreizen.
Wir sind FC-Barcelona-Fans, seit wir Kinder sind, und gehen seit über 20 Jahren fast jedes Wochenende mit unseren Eltern ins Stadion – und wir kennen Lamine, seit er 14 Jahre alt ist. Für uns entstehen die besten Geschichten immer aus echten Verbindungen und realen Erlebnissen. Wir wollten keinen globalen viralen Moment konstruieren, wir wollten einfach etwas tun, das sich ehrlich und richtig anfühlt.
Die Zahnspange war ein zentrales Element des Pieces, weil sie Teil von Lamines persönlicher Identität und Symbol eines Rising Stars ist. Dieses Detail hatte für uns eine große Bedeutung.
Letzten Sommer habt ihr für die Laterkader-Crew eine maßgeschneiderte Skate-Rampe mit eigenem Soundsystem gebaut. Das wirkte nach deutlich mehr als einem Marketing-Stunt – eher wie ein Stück funktionale Kunst. Was war der verrückteste, ungefilterte Moment aus diesen Sessions, der es nicht in den finalen Schnitt geschafft hat – und wie hat diese Energie euren Ansatz für den London-Store beeinflusst?
Can Jeys fungierte als unser globales Community House, ein Space, in dem Music und Skate ganz selbstverständlich koexistieren – da war es nur logisch, gemeinsam eine Skate-Rampe zu bauen. Unsere Stores sind kulturelle Ankerpunkte, an denen wir diese besondere Flamme wirklich am Leben halten und die Magie dessen bewahren können, was wir aufbauen.
Ibiza war für uns extrem wichtig, um unsere mediterranen Wurzeln zu zeigen – diese Mühelosigkeit, die Energie und die Nostalgie unserer Kindheitssommer. In Can Jeys haben wir mit einem engen Freund zusammengearbeitet, der ein 500 Jahre altes Farmhouse in ein Music-Production-Studio verwandelt hat. Wir wollten seinen Space nicht vereinnahmen, sondern vielmehr eine weitere Schicht des TwoJeys-Universums hinzufügen.
Die Skate-Rampe mit eingebauten Speakern wurde zur perfekten Brücke zwischen beiden Welten. An einem Ort, an dem Menschen ihre Traumalben erschaffen, können sie aus dem Studio treten, kurz aus der Realität aussteigen und am Pool skaten. Genau diesen Spirit von Freiheit und Authentizität versuchen wir in unsere London-Stores zu übertragen.
Die TwoJeys-Feuerzeuge sind zu einem kultigen Lieblingsaccessoire geworden, das über Schmuck hinausgeht. Wann hattet ihr den Aha-Moment, in dem euch klar wurde, dass die TwoJeys-Ästhetik auch auf Objekten wie Feuerzeugen leben kann und sollte – und wie fließt diese Lifestyle-Tool-Philosophie in die kuratierte Experience eures 10. Stores ein?
Das Schöne an unseren Metal-Roots ist, dass sie uns ermöglichen, fast jede Art von Piece auf eine sehr eigenständige Weise zu kreieren. Von den ikonischen Feuerzeugen bis hin zu den übergroßen Chains, die an der Fassade in der Regent Street hängen – alles entspringt der gleichen Intention, Alltagsobjekte in die TwoJeys-Sprache zu übersetzen.
Uns interessiert es, Pieces zu schaffen, die über Schmuck hinausgehen – Objekte, die sich gleichzeitig funktional, symbolisch und emotional anfühlen. Diese Philosophie ist tief in der Experience unserer Stores verankert.
Ihr habt erwähnt, dass ihr die schnelllebige, algorithmusgetriebene Mediennutzung ablehnt, die Kreativität tötet. Um dem entgegenzuwirken, habt ihr vieles eurer Journey privat gehalten. Gibt es ein bestimmtes Projekt oder eine verlorene Kampagne, die ihr nie veröffentlicht habt, weil sie sich zu persönlich oder ihrer Zeit voraus angefühlt hat?
Wir sind ungeduldige Menschen mit vielen Ideen und lassen uns ständig von sehr spezifischen, einzigartigen Persönlichkeiten inspirieren. Wir mögen es, Ideen langsam zu „kochen“. Manchmal werden sie auf Social Media lebendig, wie das Projekt mit Lamine, und manchmal bleiben sie privat und existieren nur zwischen dem Talent und uns.
Wir haben nicht immer das Bedürfnis, alles zu veröffentlichen. Manche Ideen existieren einfach, weil wir sie lieben und weil sie sich im Moment richtig anfühlen. Diese Magie lebendig zu halten, ist uns wichtig.
Für SS25 habt ihr die Contemporary-Cowboy-Ästhetik aufgegriffen und die Materialqualität massiv angehoben. Wie überträgt sich dieser Spirit in eine hochmoderne High-Fashion-Metropole wie London?
Das ist nicht nur einer der wichtigsten Moves des Jahres, es ist ein gewaltiger Schritt für TwoJeys. Die Idee, das Contemporary-Cowboy-Konzept über eine Qualitätsstufe zu materialisieren, die im Grunde ewig hält, ist zentral – und Sterlingsilber macht das möglich.
Im Store zeigt sich das auf subtile, symbolische Weise – von den Tea Cups bis zu den Chains an der Fassade. Für uns hatte Cowboy-Style nie mit wörtlichen Referenzen zu tun, sondern mit Attitude, Freiheit, Resilienz und Charakter.
Am Anfang habt ihr Ketten von Hand zusammengebaut, heute managt ihr eine globale Brand Identity. Wenn ihr nun in eurem 10. Store steht – wie stellt ihr sicher, dass der Doppelstern ein Symbol dieser ursprünglichen, handgemachten Leidenschaft bleibt und nicht zu einem reinen Corporate-Logo verkommt?
Wir denken und handeln nicht corporate. Auch wenn es widersprüchlich klingt, sehen wir das Eröffnen von Stores ganz anders. Wir wollen den Schmuck, den wir von Hand – und nicht über Technologie – fertigen, den Menschen auf lokaler Ebene näherbringen.
Retail ermöglicht es uns, direkt mit unserer Community und mit Menschen in Kontakt zu treten, die uns zum ersten Mal entdecken – ohne Screen dazwischen. So können wir auf eine echte, ehrliche und transparente Weise Glaubwürdigkeit aufbauen.



















