Diese toskanische Kapelle wird zum kreativen Rückzugsort
Gestaltet von Atelier Vago.
Zusammenfassung
- Atelier Vago hat die Pailunga Tuscan Chapel in einen vielseitigen Kulturraum und ein Artist-in-Residence-Programm verwandelt.
- Zu den wichtigsten Merkmalen gehören eine blaue Eisentreppe, ein Schlafbereich auf einer Galerieebene und ein Klavier in der Apsis.
- Aus 400.000 Ziegelsteinen erbaut, vereint sie Historie, Handwerkskunst und Natur.
In der Toskana ansässiges Designstudio, Atelier Vago, unter der Leitung von Carlotta Di Sandro und Cecilia Marcheschi, verantwortete die Transformation der Pailunga Tuscan Chapel in einen vielseitigen Kulturort und ein Artist-in-Residence-Programm nahe Fauglia in Italien. Einst eine kleine, entweihte Kapelle, die als liturgisches und soziales Zentrum eines historischen Gutshofes diente, wurde das Gebäude so neugestaltet, dass es eine „spirituelle Berufung“ für den schöpferischen Akt verkörpert. Das architektonische Konzept folgte dem Prinzip, das Vorhandene aufzuwerten und historische Spuren zu bewahren – mit dem Anspruch, ein „Haus für die Kunst“ zu schaffen, das fest in der Gegenwart verankert ist und zugleich in eine zeitlose Dimension weist.
Eingebettet in die stille Landschaft von Fauglia in der Toskana gehört die Kapelle zum historischen Anwesen der Villa di Pailunga. Im Auftrag des Komponisten und Psychologen Giulio Fagiolini zielte die Renovierung darauf ab, die spirituelle Berufung des Ortes wiederzubeleben und ihn zugleich als Bühne für Kunst, Workshops und kreative Retreats neu zu interpretieren. Der Entwurf von Atelier Vago setzt auf die Bewahrung vorhandener Spuren und kombiniert sie mit markanten zeitgenössischen Gesten – ein Geflecht, in dem Vergangenheit und Gegenwart in einen fortwährenden Dialog treten.
Der Eingriff im Inneren blieb bewusst reduziert, um die charakteristische Großzügigkeit des ursprünglichen, doppelgeschossigen Kirchenschiffs zu bewahren. Neue Funktionen wie Küche, Sanitärbereiche und ein Schlafplatz auf einer erhaltenen hölzernen Galerie wurden entlang eines längs verlaufenden Bandes organisiert, sodass die zentrale Halle unangetastet bleibt. Ein kraftvoller Einsatz von Farbe bildet einen markanten Kontrast zur historischen Bausubstanz und nimmt Räumen die Strenge, die sie sonst ausstrahlen könnten. Dieser Farbakzent zeigt sich am deutlichsten im leuchtend-intensiven Blau der freistehenden Eisentreppe – einem Ton, der von erhaltenen Freskenfragmenten in der Apsis inspiriert ist.
Für die Fassade des Hauses entschied sich Atelier Vago, die Umgebung der Kapelle unangetastet zu lassen und die natürliche Landschaft aus Steineichen und spontaner Vegetation zu bewahren. Bestehende Fenster rahmen den Blick auf die toskanischen Hügel, während ein Oberlicht den Raum direkt zum Himmel öffnet und die Verbindung von Innenraum und Natur verstärkt. Nachhaltigkeit war ein zentrales Leitmotiv: Lokale Handwerker wurden beauftragt, maßgefertigte Elemente wie die Treppe zu fertigen – das senkt Kosten und rückt das regionale Kunsthandwerk ins Rampenlicht. Entstanden ist ein intimer Rückzugsort inmitten der Natur, an dem die Zeit langsamer vergeht und Kreativität aufblüht. Mehr als nur eine restaurierte Kapelle ist Pailunga heute eine Bühne menschlicher Kreativität – ein Haus für die Kunst, das im Alltäglichen das Sakrale sichtbar macht.



















