Möbel aus Lava: Paddy Pikes Figulus-Kollektion

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The Figulus Collection Paddy Pike Interview
Paddy Pike/STUDIOTWENTYSEVEN

Der in London ansässige Designer Paddy Pike hat offiziell seine Figulus-Kollektion vorgestellt – eine Möbelserie, die sowohl Pikes technologiegetriebenen Designprozess als auch das kraftvolle schöpferische Potenzial der Natur verkörpert. Die skulpturalen Stücke bestehen aus echtem Lavagestein von Italiens legendärstem Vulkan und verbinden uralte Materialien mit einer modernen Ästhetik. Im Mittelpunkt steht dabei das enge Zusammenspiel von Geologie, Technologie und handwerklichem Können.

Für die Figulus-Kollektion arbeitete der Designer mit dem Lavagestein-Verarbeiter Ranieri zusammen, dessen Betrieb am Fuß des Vesuvs liegt – jenem Vulkan, dessen berühmter Ausbruch Pompeji im Jahr 79 n. Chr. verschüttete. Ähnlich wie seine Arnardo-Kollektion aus dem Jahr 2025 zeichnet sich auch die neue Kollektion durch die aufgeblasenen, fließenden Formen aus, die für Pikes Arbeiten typisch sind. Anders als die spiegelpolierte Stahloptik der vorherigen Serie entschied sich Pike jedoch für eine glasierte Oberfläche, die in einem Brennofen gebrannt werden muss. Dieser Arbeitsschritt unterstreicht die zentrale Rolle des Feuers in der Kollektion: nicht nur als vulkanischer Ausbruch, sondern auch als schöpferische Kraft in Handwerken wie der Keramik.

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike



Die fertigen Stücke sind auf Anfrage in verschiedenen Farben erhältlich; ihre ästhetische Wirkung wurde jedoch weitgehend von den verarbeitungstechnischen Grenzen des Materials bestimmt. Jedes Objekt weist horizontale Linien auf, die sichtbar machen, an welchen Stellen das Design in kleinere Komponenten zerlegt werden musste, damit es in Ranieris Brennöfen Platz fand. Im Gespräch mit Hypebeast sagte Pike zu diesem Detail: „So wird der Verarbeitungsprozess des Materials im fertigen Stück sichtbar – und genau das versuche ich, wo immer möglich, zu zeigen. Bei dieser Art von Arbeit geht es für mich darum, den Charakter desjenigen, der es herstellt, des Materials oder auch meinen eigenen hervorzubringen – im fertigen Objekt kommt all das zusammen.“

Dieser prozessorientierte Ansatz ist stark von Pikes Ausbildung im Maschinenbau am Edinburgh College geprägt. „Mit allem, bei dem ich viel schreiben oder auswendig lernen musste, hatte ich Schwierigkeiten. Alles dagegen, was mit Prozessen und dem Verständnis eines Konzepts zu tun hatte – etwa Mathematik und Physik –, hat mir wirklich Spaß gemacht“, erinnert er sich. Schon während seiner Schulzeit entdeckte der Designer seine Leidenschaft für das Prototyping von Möbeln und begann seine Karriere bei Büros wie Francis Sultana, Peter Mikic Interiors und Barber Osgerby. All dies mündete in die Gründung seines gleichnamigen Studios, das exklusiv von STUDIOTWENTYSEVEN vertreten wird.

„Bei dieser Art von Arbeit geht es für mich darum, den Charakter desjenigen, der es herstellt, des Materials oder auch meinen eigenen hervorzubringen – im fertigen Objekt kommt all das zusammen.“ — Paddy Pike

Pike ist zwar nicht der erste Designer, der Lavagestein in seiner Arbeit einsetzt, doch seine Arbeitsweise und die unkonventionelle Umsetzung heben die Figulus-Kollektion hervor. Wie schon in seinen früheren Arbeiten nutzt er eine Mischung aus VR-Skulpturtechniken und KI-gestütztem Rendering, um seine monumentalen Ideen umzusetzen. „In vielen meiner Arbeiten geht es darum, neue Wege zu finden, Materialien einzusetzen, die entweder noch nie auf diese Weise verarbeitet oder noch nie für diesen Zweck verwendet wurden“, erklärt er. Lavagestein wurde in der Designgeschichte nur selten für Möbel verwendet; die Technologien, die er dabei einsetzt, verleihen dem Endprodukt zudem eine weitere Ebene der Neuartigkeit.

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike

Interview mit Paddy Pike über die Figulus-Kollektion

Paddy Pike



Mit VR-Programmen wie Gravity Sketch formt Pike mithilfe von Controllern seinen 3D-Ton zu nutzbaren Möbeln und reduziert und verfeinert jedes Design bis zu seiner endgültigen Form. Den kreativen Prozess in VR vergleicht er mit der Arbeit „an einem Ort ohne Fenster und ohne Uhren“. „Ich mache einfach Musik oder einen Podcast an und kann dort stundenlang verbringen“, sagt der Designer. „Man kann das Material ziehen und dehnen. Weil es ein Computer ist, hat man alle Vorteile davon: Man kann Dinge duplizieren, skalieren und alle möglichen verrückten Sachen damit machen. Da es wie Ton funktioniert, wird alles sehr weich und organisch.“

Pike hat auch offen darüber gesprochen, wie er KI-Tools nutzt, um seine ambitionierten Konzepte zu visualisieren, und teilt seine KI-Renderings häufig auf Instagram. „Für mich ist KI einfach ein weiteres Werkzeug – ähnlich wie 3D-Modellierung oder sogar ein Bleistift auf Papier. All das sind Teile eines Prozesses, der aus einer Idee ein physisches Objekt macht“, sagt er. Zugleich sieht er es als seine Verantwortung, KI nicht vollständig das Steuer zu überlassen und nicht „den Bezug zur Realität des Entstehens eines Objekts zu verlieren“. „Ich habe den enormen Nutzen für meine Arbeit erkannt, weil ich Kund:innen sehr realistische Bilder von Arbeiten zeigen kann, die ich erst noch umsetzen werde. Zu meinem Job gehört es, dafür zu sorgen, dass die Bilder der Dinge, die ich herstellen möchte, realistisch zeigen, was tatsächlich entstehen wird“, erklärt er.

Während Werkzeuge wie VR und generative KI immer leistungsfähiger werden, bewegt sich die Arbeit des Designers selbstbewusst an der Schnittstelle von technologiegestütztem Design und dem Erhalt eines in der physischen Realität verankerten Handwerks. Pike lotet das beispiellose Potenzial neuer Kreativtechnologien aus, doch sein Hintergrund im Ingenieurwesen verleiht seiner Arbeit zugleich Pragmatismus und menschlichen Erfindungsgeist.

Folgen Sie Pike auf Instagram unter @paddypikestudio, um über seine neuesten Arbeiten auf dem Laufenden zu bleiben, und besuchen Sie STUDIOTWENTYSEVEN für weitere Informationen zur Figulus-Kollektion.

Nico Gavino Associate Editor

Nico Gavino is a NYC-based writer with a focus on the intersection of pop culture and men’s style. He has written more than 1,000 articles on Hypebeast in the last 2 years, spanning industry news, interviews, and long-form pieces. Interviews include Takashi Murakami, Missy Elliot, and major designers like Simone Bellotti, Tremaine Emory, and Jack Carlson. Previously, Nico has been quoted in publications like Sourcing Journal and Fashionista, and acted as a trend advisory to notable names like Timberland. Deeply interested in aesthetics and subcultures, his articles tie emerging fashion currents to shifts in the wider cultural landscape.

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