Zusammenfassung
Tesla hat ein Teaserbild und einen Countdown auf einer Webseite veröffentlicht, die ein Enthüllungs-Event am 1. Oktober für den neuen Tesla Roadster ankündigen.
Die geplante Demonstration soll ein ferngesteuertes, fahrerloses Schweben mit von SpaceX entwickelten Kaltgas-Triebwerken zeigen.
Das Spektakel fällt in eine Phase, in der Elon Musk versucht, an der Wall Street Unterstützung für eine mögliche Fusion zwischen Tesla und SpaceX zu mobilisieren.
Tesla veröffentlichte am Freitag ein Teaserbild und startete auf seiner Website einen Countdown für ein Enthüllungsevent am 1. Oktober zum neuen Tesla Roadster. Das Motiv trägt das Datum „10.01“ und die Zeile „Startfreigabe“; zu sehen ist ein rotes Auto, das von hartem vertikalem Licht inszeniert wird – ganz wie auf einer Raketenstartrampe. Auf der offiziellen Website des Autobauers läuft nun ein Countdown. Wo das Spektakel stattfindet und ob es übertragen wird, ist bislang nicht bestätigt.
Diese Präsentation wirkt eher nach Luft- und Raumfahrt als nach Automobilbranche. Im Mittelpunkt der geplanten Vorführung stehen von SpaceX entwickelte Kaltgasdüsen, die in das Fahrzeug integriert sind und es schweben lassen sollen. Ein ferngesteuertes System wird den Tesla Roadster ohne Insassen im Innenraum steuern. Beobachter sollen aus Sicherheitsgründen mehrere hundert Meter Abstand halten, denn die Düsen erzeugen genügend Lärm, um das Gehör dauerhaft zu schädigen.
Die ohrenbetäubende Inszenierung soll die technische Synergie zwischen Elon Musks beiden größten Unternehmen medienwirksam demonstrieren. Gemeinsame Komponenten von Tesla und SpaceX verdeutlichen die operativen Überschneidungen, die Musk herausstellen möchte. Mit diesem theatralischen Stunt will der CEO vor allem Investoren erreichen, während er an der Wall Street um Unterstützung für eine mögliche Fusion beider Unternehmen wirbt. Das Event ist weniger ein klassischer Produktlaunch als ein eindringliches Plädoyer für eine gemeinsame technologische Zukunft.
Das Fahrzeug, das am 1. Oktober auf die Rampe rollt, unterscheidet sich deutlich von dem ursprünglich versprochenen Sportwagen für Endkunden. Dieses schwebende Auto ist nicht für den Straßenverkehr zugelassen und dürfte mehrere Hunderttausend Dollar kosten. Der Autobauer plant, diese extreme Variante ausschließlich über ein eigenes Rennstreckenprogramm an besonders treue Fans zu verkaufen. Damit folgt Tesla einer Strategie, wie sie Ferrari für seine extrem exklusiven Kundenmodelle nutzt.
Die jüngsten Änderungen folgen auf fast ein Jahrzehnt verfehlter Ziele beim Tesla Roadster. Der Prototyp von 2017 versprach einen Einstiegspreis von 200.000 US-Dollar, eine Reichweite von 620 Meilen und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 250 mph. Reservierungsinhaber zahlten bis zu 250.000 US-Dollar, um sich ein Exemplar der Founders Series mit ursprünglich für 2020 geplanter Produktion zu sichern – doch dazu kam es nie. In den folgenden Jahren verzögerte sich die Fertigung mindestens achtmal. Bei einer Aktionärsversammlung im November räumte Musk ein, dass die Produktion erst 2027 oder 2028 beginnen werde. Wegen dieser Rückschläge stornierten prominente Frühbesteller wie Marques Brownlee und Sam Altman ihre sechsstelligen Reservierungen.