Mit „OUTWEST“ und „IRL“ blickt TEN zurück – und nach vorn
Erstmals bestimmt der Solokünstler seinen Sound selbst und zeigt mit der Doppelsingle, wer er abseits der Bühne ist.
Zehn Jahre lang wurde TEN beobachtet; mit „OUTWEST“ und „IRL“ möchte er nun verstanden werden. Die beiden Songs erscheinen gemeinsam – und genau darin liegt die Aussage: Der eine richtet den Blick auf das, was vor ihm liegt, der andere geht noch einmal das Jahrzehnt durch, das ihn hierhergeführt hat. Für sich genommen erzählt jeder nur die halbe Geschichte. Nebeneinander zeichnen sie das umfassendere Bild eines Künstlers, der ein neues Kapitel aufschlägt, ohne so zu tun, als hätte es die vorherigen nie gegeben.
Naheliegend wäre die Lesart, dass „OUTWEST“ für die Zukunft und „IRL“ für die Vergangenheit steht – und TEN widerspricht dieser Einteilung nicht wirklich. „‚IRL‘ blickt auf meinen Weg der vergangenen zehn Jahre zurück, während es bei ‚OUTWEST‘ eher darum geht, wo ich heute stehe“, sagt er. Was er nicht gelten lassen will, ist die Vorstellung, dass ein Schritt nach vorn bedeute, etwas hinter sich zu lassen. Das persönlichere Material versteht er als Ergänzung, nicht als Korrektur: Es erweitert das Bild, statt es zu ersetzen. „Ich wollte etwas Intimeres teilen, ohne dass es wirkt, als würde ich meiner Vergangenheit den Rücken kehren“, sagt er. Gerade weil er sich von dem vergangenen Jahrzehnt nicht lossagen will, sollten die beiden Songs seiner Ansicht nach am Stück gehört werden, statt einzeln veröffentlicht zu werden.
Die größere Veränderung liegt jedoch nicht darin, was die Songs erzählen, sondern darin, wie sie entstanden sind. Zum ersten Mal war TEN schon bei der ersten Idee dabei, schrieb gemeinsam mit seinen Kollaborateur:innen, statt einen fertigen Track zu übernehmen – und für ihn macht genau das den entscheidenden Unterschied. „Von Anfang an im Raum zu sein, hat mir viel mehr Freiheit zum Ausprobieren gegeben“, sagt er. Besonders deutlich wird diese Freiheit bei „OUTWEST“, das zwischen verschiedenen Sounds gleitet, ohne sich auf eine klare Richtung festzulegen. Diese Unruhe führt er direkt auf sein Temperament zurück. „Ich war schon immer offen dafür, Neues auszuprobieren, und ich mag es nicht, Musik über Genres zu definieren“, sagt er. Der Track schweift umher, weil auch seine Gedanken beim Schreiben umherschweiften – auf der Suche nach einer Stimmung, die er als „frei, neugierig und mit dem Wunsch, an einen Ort zu gehen, an dem ich zuvor noch nie war“ beschreibt.
Während TEN sich mit „OUTWEST“ nach außen öffnet, lässt er mit „IRL“ die Deckung fallen – und ihm ist bewusst, dass das riskanter ist. Das Publikum lernte zunächst den Performer kennen, und diese Rolle will er keineswegs ablegen. „IRL“ stellt ihr jedoch eine unverstelltere Seite gegenüber. „Mit ‚IRL‘ wollte ich über mich selbst singen und eine persönlichere Seite zeigen, die Menschen sonst vielleicht nicht immer zu sehen bekommen“, sagt er. Auch der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Song markiert zugleich den Übergang zu allem, was er als Nächstes aufbaut. „Es ist außerdem die erste Single bei ILLIMNT, deshalb fühlte es sich nach dem richtigen Moment an, diese Tür zu öffnen und dieses neue Kapitel zu beginnen“, sagt er. Diese Offenheit soll auch nach außen wirken; er hofft, der Song werde als kleine Ermutigung verstanden. „Ich hoffe, er gibt den Hörer:innen auch den Mut, ihr wahres Ich anzunehmen und auszudrücken“, sagt er.



















