An schönen Dingen hinter Vitrinenglas oder auf dem Laufsteg mangelt es der NYFW gewiss nicht. Doch gerade in solchen Momenten gerät leicht in Vergessenheit: Einige der durchdachtesten Objekte sind jene, die wir täglich in die Hand nehmen. Vergangene Woche bespielte Target das New Museum in New York für Target by Design – einen immersiven Pop-up-Event über zwei Tage, der die Liebe des Unternehmens zum Alltagsdesign und zu den Kreativen feierte, die es voranbringen.
Das Erlebnis begann direkt hinter den Aufzügen mit einem Streifzug durch das Target-Archiv. Eine kinetische Archivinstallation zog sich durch den ersten Raum, und ich entdeckte einige der einprägsamsten Produkte und Kollaborationen der Marke aus den vergangenen Jahren – von Kleidungsstücken von Jean Paul Gaultier aus dem Jahr 2010 über Michael Graves’ Haushaltswarenkollektion aus den 90ern bis hin zur ikonischen roten Einkaufstasche.
Für diesen Anlass überließ Target seine klassische Tote einer Gruppe kreativer Vordenker:innen und präsentierte Entwürfe von Public School, Daniel Arsham, Chloë Sevigny, Venus Williams und weiteren. Unter den Händen der Künstler:innen wurde die schlichte Einkaufstasche mal zur Skulptur, mal zum Statement-Piece oder zum raffinierten Basic.
An einer nahegelegenen Personalisierungsstation konnten Gäste auch ihre eigene Tasche gestalten. Für meinen Entwurf lieferten KBB by Kahlana Barfield Brown die Inspiration und Laila Gohar eine verspielte Note. Persönlich wurde das Design durch die Details: eine individuell zusammengestellte Auswahl an Pins, Print-Overlays, Lanyards und Anhängern. Das fertige Stück sollte persönlich und spielerisch wirken und zugleich auf das nostalgische Originaldesign der Tasche verweisen.
Die DJs SOFI TUKKER, Louise Chen und Amrit Tietz bestimmten den Abend, während Cocktails und kleine Häppchen durch den Raum gereicht wurden. Die Tanzfläche fungierte zugleich als weitere Ausstellungsfläche und verwandelte das typische Einkaufserlebnis bei Target in surreale Begegnungen: etwa in einem verspiegelten Selfie-Raum aus Kameras von Selbstbedienungskassen oder in einem anderen, in dem Bullseye the Oracle meine Einkaufszukunft vorhersagte.
Bei Einbruch der Nacht mischte sich die Target-by-Design-Crowd wieder unter das geschäftige Treiben der Fashion Week, die Bullseye-Totes über der Schulter. Und auch wenn ein Klassiker nicht ohne Grund ein Klassiker ist, tut es gut, sich daran zu erinnern: Für ein wenig Neuerfindung ist immer Platz.