Greg Lynn nimmt sich für das neue Moto-Guzzi-Museum die Berge zum Vorbild
Das neue Museum und Werk öffnet heute seine Türen für die Öffentlichkeit.
Moto Guzzi hat seinen umgebauten Stammsitz am Lecco-Ufer des Comer Sees eröffnet. Entworfen wurde er vom US-amerikanischen Architekten Greg Lynn.
Nach einem fast fünfjährigen Planungsprozess hat Lynn ein Projekt realisiert, das sowohl ein funktionierendes Werk als auch ein 3.000 Quadratmeter großes Museum umfasst.
Das Museum gliedert sich in eine Reihe sich verjüngender, kegelförmiger Baukörper, die zur Piazza hin stufenweise niedriger werden und jeweils von vertikalen Fugen aus grauem Metall umhüllt sind. Vor der Kulisse der echten Berge dahinter wirken sie wie ein kleines Gebirge.
Dort, wo sich das Gebäude dem Shop zuwendet, wechselt die Verkleidung zu einem tiefen „Guzzi-Rot“. Die Fenster sind als Kreise und stadionförmige Ovale ausgeschnitten – inspiriert von Scheinwerfern und Instrumentenskalen; eines sitzt wie ein Bullauge in der Rundung.
Im Inneren sind die Galerien fast vollständig in Weiß gehalten, mit geschwungenen Brüstungen, ovalen Öffnungen in den oberen Geschossen und einem kreisförmigen Oberlicht, das von Glühbirnen gesäumt wird. Auf niedrigen Sockeln werden mehr als 160 restaurierte Maschinen gezeigt: vom G.P.-Prototypen, mit dem die Geschichte des Unternehmens begann, bis zu den Rennmaschinen, die seine 14 Weltmeistertitel errangen. Darüber schwebt ein Holzrumpf. Der Empfangstresen beschreibt einen tiefgrünen Bogen, die Sitzgelegenheit bildet einen Ring aus schwarzem Leder.
Im Moto Guzzi Caffè zieht sich heller Terrazzo über den Boden; dazu kommen eine mintgrüne Kassettendecke, Opalglaskugeln an Messingringen sowie eine salonartige Hängung aus Archivplakaten und Rennfotografien. Draußen stehen Sitzbänke aus Aluminiumrohr von Urbantime.
Dahinter liegt der industrielle Teil des Projekts: 5.500 Quadratmeter Neubaufläche erweitern das Werk auf 38.000 Quadratmeter, die Kapazität liegt bei mehr als 30.000 Motorrädern pro Jahr. Hinzu kommen 1.300 Quadratmeter Photovoltaikmodule und ein robotergestütztes Fördersystem, das Motorenfertigung und Endmontage verbindet. Besucherinnen und Besucher können durch ein Fenster auf die Produktionslinien blicken und eine erhöhte Terrasse über einer Piazza betreten, die mit einem Mosaikadler gestaltet ist.
Anlässlich der Moto Guzzi World Days vom 3. bis 6. September öffnet das Gelände für die Öffentlichkeit.



















