H//PE Princess bricht mit den Regeln der Girlgroup-Musik
Die siebenköpfige Gruppe spricht mit Hypebeast über die Zeit nach dem Debüt, ihre Liebe zur Bühne und darüber, was ihr koreanisch-japanisches Kollektiv so einzigartig macht.
Als Mnets koreanisch-japanisches Castingformat Unpretty Rapstar: HIP POP Princess zu Ende ging, brachte es eine siebenköpfige globale Formation hervor, die entschlossen ist, jede Konvention der Girlgroup-Musik zu sprengen. Unter dem Namen H//PE Princess feierten COCO, YSY, YUJU, DOI, RINO, NIKO und SUJIN am 27. Mai 2026 mit ihrer Debüt-EP 17.7 offiziell ihren Einstand – eine direkte Anspielung auf das Durchschnittsalter der Mitglieder, als die Gruppe erstmals zusammenkam.
Den unmittelbaren Durchbruch festigten große Hits: Die von Dynamicduos Gaeko produzierte Leadsingle „Stolen“ überschritt innerhalb von 24 Stunden nach Veröffentlichung die Marke von einer Million Views. „One day“, geschrieben und produziert von Taka, dem Frontmann von ONE OK ROCK, verzeichnete innerhalb einer Woche mehrere Millionen Aufrufe. Gemeinsam mit Fan-Favoriten aus der Castingshow wie „DAISY“ und „gOOd!“ sorgten diese Veröffentlichungen für einen rasanten Aufstieg, der H//PE Princess auf große internationale Bühnen wie Rakuten GirlsAward und KCON führte.
Nach einem Wirbelsturm aus Promotion-Terminen sprachen wir mit H//PE Princess über die Zeit nach ihrem Debüt, die symbolische Bedeutung ihres Namens und darüber, wie sie ihren eigenen Weg in der globalen Musikszene gehen wollen.
Seit H//PE Princess offiziell ins Rampenlicht getreten ist, sind rund zwei Monate vergangen. Wie hat sich euer Alltag seit dem Debüt verändert?
NIKO: Es ist unglaublich aufregend, über Social Media mit unseren Fans in Kontakt zu treten und den Menschen wirklich zu zeigen, wer wir sind. Außerdem dürfen wir auf so vielen unterschiedlichen Bühnen auftreten – bei Festivals, in TV-Shows und bei Uni-Events. Und jedes Mal, wenn wir dort stehen, wird mir erst richtig bewusst: „Wow, wir sind jetzt wirklich H//PE Princess.“ Diese Liebe und Unterstützung in unserem neuen Alltag unmittelbar zu erleben, dafür sind wir unendlich dankbar. Und es macht jeden Tag so viel Spaß.
DOI: Das Leben ist gerade ein einziger Wirbelsturm. Ich trainiere, lerne und arbeite jeden einzelnen Tag daran, mich weiterzuentwickeln. Die größte Veränderung seit unserem Debüt ist für mich ganz klar, dass wir jetzt ständig auf der Bühne stehen. So vielen Menschen zeigen zu können, wer wir als Künstlerinnen sind, dafür bin ich wirklich dankbar.
Sprechen wir über euren Gruppennamen H//PE Princess. Was bedeuten die doppelten Schrägstriche, und wie spiegelt der Name eure visuelle und musikalische Identität wider?
YUJU: Der Name steht für unseren Wunsch, den Raum zwischen den beiden Schrägstrichen mit unserer eigenen Geschichte zu füllen. Es geht darum, Grenzen zu überschreiten – besonders zwischen koreanischen und japanischen Kulturen, Sprachen und Ideen – und Einschränkungen generell hinter uns zu lassen. Auf und abseits der Bühne arbeiten wir intensiv daran, unser individuelles Branding zu schärfen und zugleich als Team eine glasklare Identität zu entwickeln.
RINO: Für mich ist der Raum zwischen den Schrägstrichen eine Leinwand, auf der wir unsere Möglichkeiten frei entfalten können, ohne in eine Schublade gesteckt zu werden. Statt uns auf ein einziges Genre festzulegen – ob K-Pop, J-Pop oder Hip-Hop –, wollen wir unsere unterschiedlichen Hintergründe verbinden und etwas schaffen, das unverkennbar nach H//PE Princess klingt. Über Musikgenres und geografische Grenzen hinaus geht es darum, uns von vorgegebenen Erwartungen daran, wer wir angeblich sein „sollten“, zu lösen und unsere eigene authentische Identität aufzubauen.
Die K-Pop-Landschaft entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Was ist aus eurer Sicht der Kern, der Sound und Energie von H//PE Princess von anderen neuen Gruppen unterscheidet?
YSY: Was H//PE Princess auszeichnet, ist, dass wir sieben sehr unterschiedliche, starke Persönlichkeiten sind – jedes Mitglied bringt eine ganz eigene Note in die Gruppe. Auch rohe Energie und Live-Qualitäten sind uns enorm wichtig. Wann immer es die Gegebenheiten erlauben, bestehen wir auf Handmikrofonen, weil wir so viel Vertrauen in unseren Live-Gesang und unsere Bühnenpräsenz haben. Wir sind von unseren Live-Auftritten überzeugt, und ich denke, genau diese Energie ist unser größter Reiz.
COCO: Mit Handmikrofonen können Stimme, Ausdruck und unverfälschte Emotionen jedes einzelnen Mitglieds das Publikum direkt erreichen. Statt sieben Menschen in eine starre Form zu pressen, bringen wir sieben völlig unterschiedliche Facetten zusammen und entwickeln daraus unseren Sound. Diese Chemie – die explosive Energie, die entsteht, wenn unsere individuellen Stile auf der Bühne zusammenfinden – kann nur H//PE Princess liefern.
Wenn ihr die Atmosphäre und Haltung von H//PE Princess mit nur drei Worten beschreiben müsstet: Welche wären das?
SUJIN: Gelassenheit, Selbstbewusstsein und Dualität.
YUJU: Grenzenlos, vielfältig und einzigartig.
Jede von euch brachte einen anderen Hintergrund und eigenen Musikgeschmack in den Trainee-Raum mit. Wie haben sich diese individuellen Stile bei der Entwicklung eurer gemeinsamen Gruppenidentität verbunden?
COCO: Statt unsere Unterschiede auszulöschen oder uns in eine einheitliche Form zu zwängen, haben wir unsere Musik entwickelt, indem wir den individuellen Stil jeder Einzelnen angenommen haben. Wir haben alle einen unterschiedlichen Musikgeschmack und andere Ausdrucksweisen, sodass beim Brainstorming im Training ganz natürlich neue Ideen entstanden. Unsere Identität wird nicht von der Ästhetik einer einzelnen Person bestimmt – sie entsteht aus der Harmonie von sieben unterschiedlichen Facetten, die zusammenkommen.
YUJU: Anfangs dachte ich, es könnte schwierig werden, eine gemeinsame Richtung zu finden, weil alle so ausgeprägte Persönlichkeiten haben. Doch schnell wurde mir klar: Wenn wir unsere individuellen Stärken einbringen und sie miteinander harmonisieren, werden wir zu einer noch einzigartigeren, unvergleichlichen Gruppe. Indem wir die Stile der anderen respektieren und darauf aufbauen, schaffen wir eine neue Ästhetik, die ganz H//PE Princess gehört.
Euer offizielles Debüt habt ihr nun abgehakt – was ist das nächste große Ziel auf der Wunschliste von H//PE Princess für euer erstes Jahr?
SUJIN: Das offizielle Debüt ist eigentlich nur der Beginn einer ganz neuen Herausforderung. Unser größtes Ziel für dieses erste Jahr ist es, hart zu arbeiten, unermüdlich zu trainieren und einen unverwechselbaren Sound zu entwickeln, damit die Öffentlichkeit klar erkennt, wofür H//PE Princess steht.
YSY:Wir sieben haben uns mit dem Debüt einen Traum erfüllt, doch jetzt stehen wir am Anfang einer noch größeren Reise. Da H//PE Princess durch eine Castingshow entstanden ist, liegt es an uns, hinauszugehen und zu beweisen, was für Künstlerinnen wir wirklich sind. Mit jeder Bühne und jedem Auftritt wollen wir unser Potenzial zeigen, Schritt für Schritt wachsen und uns einen Weg bahnen, der ganz uns gehört.
Wenn ihr auf kommende Veröffentlichungen blickt: Gibt es bestimmte Genres, visuelle Konzepte oder Klangwelten, die ihr als Nächstes unbedingt ausprobieren möchtet?
NIKO: Wir möchten zwar verschiedene Genres erkunden, konzentrieren uns aber darauf, unsere Identität als Hip-Hop-Gruppe noch stärker zu festigen. Über die Musik hinaus wollen wir Styling, visuelle Gestaltung und Performances selbst in die Hand nehmen, um eine selbstbestimmte Ästhetik zu entwickeln, die nur H//PE Princess umsetzen kann. Künftig möchten wir mit mutigeren, wirkungsvolleren Konzepten Grenzen verschieben und unsere Vision noch klarer herausarbeiten.
DOI: Hip-Hop ist unsere Wurzel, aber wir möchten uns auch in elektronische Musik und R&B vorwagen. Wir lieben Oldschool-Hip-Hop, wollen aber nie auf nur einen Sound festgelegt werden. Wir möchten weiterhin mit unterschiedlichen Genres experimentieren, um all die verschiedenen Facetten von H//PE Princess zu zeigen.
Bildquelle (C) CJ ENM



















