Apple entwickelt offenbar ein Health-Armband ohne Display

Apple screenless health tracker band concept alongside Apple Watch Series 12
Justin Sullivan/Getty Images

Zusammenfassung

Apples Industrial-Design-Team lotet derzeit ein bildschirmloses Fitness-Tracker-Armband aus, das unterhalb der Apple Watch SE positioniert werden soll.

Der mögliche Hardware-Schwenk folgt auf den Launch der datenintensiven Readiness App im September 2026 für die Series 12 und Ultra 4.

Health-Divisionschef Eddy Cue treibt das reduzierte Wearable voran, um das Tempo der Marke in der Fitnesskategorie zu erhöhen.

Apple bereitet offenbar einen radikalen Wandel seines Wearable-Portfolios vor und prüft die Entwicklung eines Apple-Gesundheitstrackers ohne Display. Wie Bloomberg-Reporter Mark Gurman Anfang August 2026 berichtete, arbeitet das Industriedesign-Team des Tech-Konzerns seit rund einem Jahr an Konzepten für neue Hardwareformate. Gurman beschrieb diese interne Erkundung als eine Neuausrichtung für eine neue Ära und verglich das Ausmaß des Design-Umdenkens mit dem möglichen Schritt des iPhone zu einem faltbaren Formfaktor. Neben anderen denkbaren Veränderungen bei Wearables – etwa einem Konzept mit rundem Display und einem von PCMag berichteten Keramikgehäuse – steht auch das Armband ohne Display zur Diskussion. Der Reporter merkte jedoch an, dass eine runde Apple Watch wohl nie auf den Markt kommen werde. Das displaylose Armband sei damit das plausibelste Produkt, das aus der Initiative hervorgehen könnte. Ohne Display könnte Apple das tägliche Laden überflüssig machen, das für Nutzer:innen seiner Smartwatches seit Langem ein häufiger Kritikpunkt ist. Zugleich könnte die Marke ein niedrigeres Preissegment erschließen, das direkt unterhalb der Apple Watch SE liegt und das sie bislang nicht vollständig besetzt hat.

Auch wenn Apple sich noch nicht auf das Armband ohne Display festgelegt hat und weder die Sensoranordnung noch der offizielle Name, Preis oder Veröffentlichungstermin feststehen, ist die Softwarebasis dafür bereits auf dem Markt. Am 18. September 2026 führte Apple auf der Apple Watch Series 12 und Ultra 4 die Readiness-App ein. Das System berechnet anhand jüngster Aktivitäten, Schlafdaten und nächtlicher Vitalwerte einen täglichen Bereitschaftsscore von 0 bis 10. Nutzer:innen erhalten eine von vier täglichen Empfehlungen: „Erholen“, „Tempo halten“, „Bereit“ oder „Voll durchstarten“. Grundlage dieser Einschätzungen ist ein Gesundheitssystem, das die Herzfrequenzvariabilität (HRV) alle fünf Minuten erfasst. Nach Angaben des Unternehmens ist diese Messrate 24-mal dichter als bei der vorherigen Series 11. Die Ingenieur:innen unterteilen die Werte anschließend in eine Gesamt-HRV und eine separate Erholungs-HRV. Die Daten werden dabei nicht mit einem allgemeinen Bevölkerungsdurchschnitt, sondern individuell mit dem persönlichen Ausgangswert der jeweiligen Nutzer:innen verglichen.

Als stärkster interner Fürsprecher des reduzierten Trackers gilt Eddy Cue, der Ende 2025 vom scheidenden COO Jeff Williams die Verantwortung für Apples Gesundheits- und Fitnesssparte übernahm. Cue sagte Kolleg:innen, Apple müsse im Bereich Gesundheit und Fitness bei Wearables deutlich schneller vorankommen. Unter seiner Führung kam es intern zu erheblichen Kurswechseln. Nach dem Führungswechsel fuhr Apple Mulberry, ein ambitioniertes KI-Coaching-Projekt, gezielt zurück. Statt die intelligenten Funktionen des Mulberry-Projekts als kostenpflichtige Premium-Zusatzebene anzubieten, integrierte Apple die zugrunde liegende Architektur direkt in die zentrale Health-App.

Indem Apple fortschrittliches KI-Tracking in sein eigenes Ökosystem integriert und das aufwendige Readiness-Bewertungssystem auf aktuellen Uhren einsetzt, hat das Unternehmen still und leise die Softwarebasis für eine Zukunft ohne Display geschaffen. Das Armband ohne Display wäre der ideale Hardwareträger für diese neue Infrastruktur. Parallel zur Prüfung neuer Premium-Preisstufen oberhalb der Ultra- und Hermès-Reihen deutet die mögliche Einführung eines displaylosen Trackers darauf hin, dass Apple sein Wearable-Portfolio stark segmentieren will, um jedes Segment des Fitnessmarkts abzudecken.

 

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Quellen