„The Devil Wears Prada 2“ weiß genau, was er sein muss

Miranda Priestly und die „Runway“-Crew sind zurück – und die Medienbranche sah noch nie so schlecht aus.

Filme & TV
38 0 Kommentare

Die Welt brauchte nicht unbedingt eine Fortsetzung von The Devil Wears Prada. Das ist keine Kritik, sondern schlicht eine Feststellung: Der Film endete genau dort, wo er enden sollte. Und doch haben Regisseur David Frankel und Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna 20 Jahre später einen erzählerischen Ansatz gefunden, der es tatsächlich rechtfertigt, die Türen von Runway wieder zu öffnen: eine Medienbranche, die unter ihrem eigenen Gewicht kollabiert, und Menschen, die ihre Karriere in der Dämmerung ihrer goldenen Ära aufgebaut haben und sich weigern, sich von ihr still und leise verschlingen zu lassen.

Allein das Setup von The Devil Wears Prada 2 trägt schon erstaunlich viel. Andy Sachs (Anne Hathaway), die preisgekrönte Investigativjournalistin, verliert ihren Job per Textnachricht – die passiv-aggressive, spätkapitalistische Antwort des Universums auf die endgültige Kündigung. Miranda Priestly (Meryl Streep) versucht verzweifelt, sich an eine digital geprägte Medienlandschaft anzupassen, während ihr der Zwangsruhestand droht. Emily Charlton (Emily Blunt), Mirandas frühere erste Assistentin, die eine Reise nach Paris angeht, als würde sie Truppen befehligen, erfindet sich als einflussreiche Dior-Managerin neu – mit Umsätzen, auf die Miranda plötzlich angewiesen ist. Und falls dieses Machtdreieck Medienprofis von heute unheimlich vertraut vorkommt: gut, dann haben Sie aufgepasst. Darin liegt die zentrale Erkenntnis des Films: Was ist das Schlimmste daran, wenn die Medien zur Ödnis werden? Nicht die Entlassungen oder das immer dünner werdende Impressum. Sondern mitanzusehen, wie all jene, die diesen Status quo zementiert haben, vollständig überholt werden.

Das Besondere daran: Das Drehbuch zwingt Miranda keinen sentimentalen Abstieg auf. Streep spielt sie als eine Frau, die die vergangenen 20 Jahre lediglich noch geschärft haben; sie hat die monströseren Impulse ihres Egos zugunsten einer noch stärkeren Überzeugung abgelegt. Das ist eine so subtile wie glaubhafte Wandlung – und nur eine derart nuancierte Transformation hätte funktioniert. Die Mode ist, wie es sein sollte, ein Gesprächsthema für sich. Kostümbildnerin Molly Rogers, die auch an dem Sex and the City-Spin-off …And Just Like That mitgearbeitet hat, tritt die Nachfolge der legendären Patricia Field an und trifft ihre Auswahl mit großer Bedacht. Mirandas abgetragene Torerojacke von Dries Van Noten, eingefasst mit dem perfekten Türkis, ist ein Paradebeispiel dafür, wie sehr ein Kleidungsstück bei genauerem Hinsehen gewinnt. Sie ist entschieden eigenwillig – und gerade deshalb so passend.

Auch die Ästhetik des Films spiegelt ein modisches Medienverständnis wider, das genug vom Branding hat und sich etwas Persönlicherem zuwendet, etwas, das sich nicht ganz so leicht entschlüsseln lässt. Die Rückkehr des ursprünglichen Ensembles – der legendären Streep und Anne Hathaway neben Emily Blunt und Stanley Tucci – war zwangsläufig der größte Reiz des Films. Doch die vier lösen dieses Versprechen voll ein: Sie bewegen sich souverän in diesem Kosmos, ohne ihr Vermächtnis als nostalgischen Trick auszuspielen. In den Wortwechseln zwischen Miranda und Emily zeigt der Film seine schärfsten Zähne. Sie führen das Kräftemessen, das aus dem Konflikt zwischen Assistentin und Chefin im ersten Film hervorging, auf größerer Ebene fort; besonders Blunt ist in ihren gemeinsamen Szenen eine Offenbarung – voll entzückter und zugleich mörderischer Freude.

The Devil Wears Prada 2 verdient seine Existenz nur, weil der Film über die Welt seines Vorgängers etwas Packendes und wirklich Neues zu sagen hat. In der berüchtigten Cerulean-Rede ging es darum, wie Kultur zu einem herabfließt, ob man es bemerkt oder nicht.

The Devil Wears Prada 2 ist jetzt über das preisgekrönte Bordunterhaltungssystem von Cathay Pacific verfügbar.

Gesamten Artikel lesen
Dieser Artikel wurde automatisch aus dem Englischen übersetzt.
Text von
Diesen Artikel teilen
Sophie Caraan Managing Editor

Sophie Caraan is the Managing Editor at Hypebeast, where she sets the editorial direction, standards, and output strategy for the HQ team. With a decade of editorial experience, she brings both a storyteller's instinct and a strategist's eye — spotlighting the figures and movements that shape the culture across a multitude of lanes. Her tenure is marked by high-impact conversations with the likes of RZA, Mads Mikkelsen, CORTIS, Erling Haaland, Kasing Lung, NIGO, and more.

Was Sie als Nächstes lesen sollten

Supreme x Nike Air Force 1 Low: Bunte Multi-Color-Paletten durchbrechen die Monotonie
Schuhe

Supreme x Nike Air Force 1 Low: Bunte Multi-Color-Paletten durchbrechen die Monotonie

Geplant für einen Release Anfang Herbst.

Neu eingetroffen bei HBX: Lemaire
Mode

Neu eingetroffen bei HBX: Lemaire

Jetzt die neuesten Lemaire Pieces bei HBX shoppen.

House of Errors’ „Lauterbrun“-Kollektion: Wo Opulenz auf unberührte Natur trifft
Mode

House of Errors’ „Lauterbrun“-Kollektion: Wo Opulenz auf unberührte Natur trifft

Die zweite Capsule-Kollektion für 2026.


Nike frischt den Air Force 1 Low fürs „LA All-Star“-Weekend komplett auf
Schuhe

Nike frischt den Air Force 1 Low fürs „LA All-Star“-Weekend komplett auf

Mit auffälliger, flüssig wirkender Optik und edlen, geprägten Ledereinsätzen.

Erster Blick: Nike SB Air Force 1 Low „Flax“
Schuhe

Erster Blick: Nike SB Air Force 1 Low „Flax“

Das Nike SB-Team bringt nächstes Jahr eine eigene Skate-Version des AF1 heraus.

Louis Vuitton und Takashi Murakami präsentieren auf der Art Basel Paris die neue Artycapucines-Kollektion
Kunst

Louis Vuitton und Takashi Murakami präsentieren auf der Art Basel Paris die neue Artycapucines-Kollektion

11 verspielte Neuinterpretationen – plus eine immersive Installation.

Künstlerin Erika Rivera verwandelt Erinnerungen mit Clase Azuls „Recuerdos“ in Kunst
Kunst

Künstlerin Erika Rivera verwandelt Erinnerungen mit Clase Azuls „Recuerdos“ in Kunst

Riveras elfenbeinfarbene Karaffe zeigt eine stille Ofrenda, umgeben von Geistern in sanften Tönen.

Nike GT Future bringt „Fire“ auf die Basketball-Courts: Die besten Sneaker-Drops dieser Woche
Schuhe

Nike GT Future bringt „Fire“ auf die Basketball-Courts: Die besten Sneaker-Drops dieser Woche

Der lang erwartete Performance-Sneaker ist diese Woche am Start – zusammen mit neuen Paaren von AURALEE x New Balance, NEIGHBORHOOD x Y-3, Feid x Salomon und mehr.

Palace x Barbour sind zurück: Capsule für Winter 2025
Mode

Palace x Barbour sind zurück: Capsule für Winter 2025

Mit dabei: ein Hundemantel im Camo-Print für deinen Vierbeiner.

Apple und Design Miami starten neue Initiative für aufstrebende Designer:innen
Design

Apple und Design Miami starten neue Initiative für aufstrebende Designer:innen

Die ersten Gewinner:innen wurden soeben in Paris vorgestellt.


ERL Vamp Boots: Skulpturale Formen neu gedacht
Schuhe

ERL Vamp Boots: Skulpturale Formen neu gedacht

Kommen diese Woche.

Berry Bros. & Rudd bringt japanischen Single-Malt-Whisky heraus – nur 300 Flaschen in Großbritannien
Uncategorized

Berry Bros. & Rudd bringt japanischen Single-Malt-Whisky heraus – nur 300 Flaschen in Großbritannien

Ein mutiger Schritt für japanischen Whisky – Shindo Experimental 01 markiert die erste Abfüllung der Shindo Distillery.

Girard-Perregaux Laureato FIFTY feiert 50 Jahre integrierter Eleganz
Uhren

Girard-Perregaux Laureato FIFTY feiert 50 Jahre integrierter Eleganz

Die auf 200 Stück limitierte Edition zollt dem Original von 1975 Tribut und trägt das brandneue Kaliber GP4800 der Manufaktur.

Mizuno x nonnative: WAVE MUJIN TL MID GTX „Black“ feiert Comeback
Schuhe

Mizuno x nonnative: WAVE MUJIN TL MID GTX „Black“ feiert Comeback

Ein tonales Wildleder-Upper und das Mid-Cut-Boot-Design vereinen Outdoor-Performance mit urbanem Style.

417 by EDIFICE x nanamica: Special-Release der GORE-TEX Short Down Jacket
Mode

417 by EDIFICE x nanamica: Special-Release der GORE-TEX Short Down Jacket

Maximal vielseitig: perfekt für die City und für Outdoor-Abenteuer.

My Hero Academia: Netflix-Realverfilmung geht voran – Original-Schöpfer Kōhei Horikoshi ist beteiligt
Filme & TV

My Hero Academia: Netflix-Realverfilmung geht voran – Original-Schöpfer Kōhei Horikoshi ist beteiligt

Die enge Zusammenarbeit von Kōhei Horikoshi unterstreicht den Anspruch, den emotionalen und thematischen Kern der Serie zu bewahren.

More ▾