Zusammenfassung
Tesla hat am 24. August den Preis für zwei Cybertruck-Varianten um 5.000 US‑Dollar angehoben: Der Dual Motor AWD steigt damit auf 74.990 US‑Dollar, der Premium AWD auf 84.990 US‑Dollar, während der Cyberbeast unverändert bei 99.990 US‑Dollar bleibt.
Die Produktion in der Gigafactory Texas läuft derzeit bei nur rund zehn Prozent der jährlichen Kapazität von 250.000 Einheiten – vor dem Hintergrund steigender Lagerbestände in den USA.
Aktuelle Zulassungsdaten zeigen, dass Unternehmen aus dem Umfeld von Elon Musk Ende 2025 für fast 20 Prozent der inländischen Cybertruck-Auslieferungen verantwortlich waren.
Tesla hat am Montagabend seinen Online-Konfigurator still und leise aktualisiert. Der Hersteller erhöhte die Preise für zwei Cybertruck-Varianten um 5.000 US-Dollar, ohne auch nur eine Fahrzeugspezifikation zu ändern. Die Dual-Motor-AWD-Version kostet nun 74.990 US-Dollar, die Premium-AWD-Ausführung startet bei 84.990 US-Dollar. Der Preis des Flaggschiffmodells Cyberbeast bleibt hingegen unverändert bei 99.990 US-Dollar. Damit verringert sich der Preisabstand zwischen der Premium-Version und dem Topmodell auf 15.000 US-Dollar. An den Leistungsdaten ändert diese Anpassung nichts. Die Basisversion mit Allradantrieb bietet weiterhin 325 Meilen Reichweite, eine Anhängelast von 7.500 Pfund und beschleunigt in 4,1 Sekunden von 0 auf 60 mph.
Die Nachfrage nach dem kantigen Elektro-Pick-up bleibt deutlich hinter den ursprünglichen Prognosen zurück. Gigafactory Texas war ursprünglich darauf ausgelegt, jährlich bis zu 250.000 Fahrzeuge zu produzieren. Aktuelle Zahlen zeigen jedoch, dass das Werk weniger als 20.000 Fahrzeuge pro Jahr fertigt, um einen massiven Lagerbestand zu vermeiden. Rund 3.000 unverkaufte Trucks stehen bereits auf Stellplätzen in den gesamten Vereinigten Staaten. Konzerninterne Käufe haben diese Auslieferungszahlen in der Vergangenheit gestützt. Von den 7.071 im vierten Quartal 2025 in den USA zugelassenen Fahrzeugen entfielen 1.339 auf Unternehmen unter Musks Kontrolle. Allein SpaceX übernahm 1.279 dieser Trucks. Rechnet man diese internen Käufe heraus, ergibt sich bei den regulären Zulassungen ein Rückgang von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch der breitere Markt für Elektro-Pick-ups kämpft mit denselben Problemen. Ford stellte den F-150 Lightning wegen zu geringer Verkaufszahlen ein – obwohl sich das Modell besser verkaufte als der Cybertruck. Teslas aktuelle Preisstrategie widerspricht der klassischen Logik des Automobilhandels, nach der eine schwache Nachfrage normalerweise hohe Rabatte nach sich zieht. Ständig wechselnde Preise prägten die Einführung dieses Modells im vergangenen Kalenderjahr. Während eines kurzen Aktionszeitraums im Februar bot das Unternehmen eine Dual-Motor-AWD-Variante für nur 59.990 US-Dollar an, nahm das Angebot dann aber abrupt wieder zurück. Die jüngste Preiserhöhung um 5.000 US-Dollar bedeutet innerhalb weniger Monate eine Differenz von 15.000 US-Dollar – für praktisch denselben Truck.
Ein tragfähiges Marktgleichgewicht zu finden, bleibt für die Marke eine zentrale Herausforderung. Ein stark polarisierendes Nischenprodukt zu verkaufen, erfordert ein klares Nutzenversprechen für die Kundschaft. Die Anhebung des Einstiegspreises um 7,1 Prozent deutet darauf hin, dass das Management die verbleibende Nachfrage als vollkommen preisunempfindlich einschätzt. Fans, die sich für das futuristische Design begeistern, kaufen vermutlich ohnehin – unabhängig von geringfügigen Preissteigerungen. Ein höherer Listenpreis sichert bei niedrigen Stückzahlen höhere Margen, statt die breite Marktdurchdringung mit Verlusten anzustreben.