Gebrauchtuhrenmarkt normalisiert sich – Rolex bleibt unangefochtener Spitzenreiter
Sammler:innen unter 30 geben weiterhin mehr für Rolex aus als für jede andere Marke – diversifizieren ihre Portfolios aber schneller.
Zusammenfassung
Der Umsatzanteil von Rolex auf Chrono24 ist von einem Höchststand von 44 % im Jahr 2022 auf 30,5 % gesunken und bringt die Marke damit wieder auf das Vorkrisen-Niveau zurück.
Die Uhrenmanufaktur bleibt mit 31 % des gesamten Verkaufsvolumens unangefochtener Marktführer der Plattform – deutlich vor den Wettbewerbern Omega und Patek Philippe.
Jüngere Käuferinnen und Käufer sorgen für einen Trend zu eleganteren Modellen wie der Datejust, die sich auf der Plattform zum wichtigsten Umsatztreiber der Marke entwickelt hat.
Die Krone ist schwer, doch Rolex trägt sie noch immer. Nach einem beispiellosen Höhenflug während der Lockdown-Jahre der Pandemie kühlt sich der Markt für gebrauchte Uhren nun endlich ab. Ein neuer Bericht von Chrono24 zeigt, dass Rolex aktuell 30,5 Prozent der Verkäufe auf der Plattform auf sich vereint. Das steht in deutlichem Kontrast zu dem Marktanteil von 44 Prozent, den der Schweizer Branchenprimus auf dem Höhepunkt im Jahr 2022 hielt. Damit kehrt der Hersteller auf sein Niveau vor der Pandemie zurück – ein Zeichen für eine breitere Normalisierung des Marktes. Die Preise für besonders begehrte Zeitmesser stabilisieren sich, nachdem die Nachfrage jahrelang rasant gestiegen war.
Trotz des statistischen Rückgangs hält der Uhrenhersteller die Spitzenposition fest in der Hand. Im zweiten Quartal dieses Jahres entfielen 31 Prozent des gesamten Verkaufsvolumens auf dem Marktplatz auf Rolex. Die Konkurrenz folgt mit deutlichem Abstand. Omega kam im selben Zeitraum auf 11 Prozent des Verkaufsvolumens, Patek Philippe auf 6 Prozent. Besonders sichtbar wird der Wandel im Luxussegment jenseits der 20.000-US-Dollar-Marke. In dieser exklusiven Kategorie sichern sich Marken wie Patek Philippe, Audemars Piguet und Vacheron Constantin größere Marktanteile – auf Kosten des Branchenführers.
Im mittleren Luxussegment bleibt der Genfer Gigant unangefochten. Uhren im Preisbereich zwischen 10.000 und 20.000 US-Dollar bilden das Kernsegment, in dem Rolex 61,4 Prozent aller Chrono24-Verkäufe für sich verbucht. In diesem attraktiven Preisbereich finden sich legendäre Modelle wie die Submariner, die GMT-Master II und die Daytona aus Edelstahl. Käufer:innen, die diesen ikonischen Sportmodellen nachjagten, trieben während der Pandemie die enormen Preisaufschläge in die Höhe. Nun weicht der Hype einer überlegteren Kaufentscheidung: Das Geld wird gezielter auf ein breiteres Spektrum uhrmacherischer Optionen verteilt.
Jüngere Sammler:innen verändern die heutige Handelslandschaft grundlegend. Verbraucher:innen unter 30 geben zwar weiterhin mehr für gebrauchte Rolex-Modelle aus als jede andere Altersgruppe und investieren rund 34 Prozent ihres Uhrenbudgets in die Marke. Gleichzeitig diversifiziert diese Zielgruppe ihr Portfolio jedoch schneller als ältere Generationen. Die Vorlieben verschieben sich weg von spekulativen Sportmodellen hin zu klassischen Dresswatches. Davon profitiert vor allem die Datejust. Die klassische Dresswatch ist inzwischen der größte Umsatzbringer für Rolex auf der Plattform. Mit 28 Prozent des gesamten Markenumsatzes ist sie ein stilvoller Einstieg für eine neue Generation von Enthusiast:innen.



















