Porsche gibt Pläne zur Verlagerung der Taycan-Produktion nach Leipzig offenbar auf
Die schwache Nachfrage soll Porsche dazu bewegen, die geplante Werkverlagerung zu streichen. Die Montage in Zuffenhausen läuft Berichten zufolge noch bis zum Aus des Modells im Jahr 2030 weiter.
Zusammenfassung
Porsche plant Medienberichten zufolge, die Produktion des Taycan bis 2030 auslaufen zu lassen – statt die Fertigung von Zuffenhausen nach Leipzig zu verlagern.
Trotz früherer Aussagen von CEO Michael Leiters, der kurzfristige Streichungen ausgeschlossen hatte, führen die sich wandelnde Marktnachfrage und der Erfolg des neuen Macan EV nun zu einer strategischen Neuausrichtung.
Porsche könnte sich darauf vorbereiten, seinem ersten batterieelektrischen Modell den Stecker zu ziehen. Ein neuer Bericht der deutschen Wirtschaftszeitschrift WirtschaftsWoche deutet darauf hin, dass der Hersteller die Taycan-Produktion bis 2030 vollständig einstellen will. Dieser Schritt wäre ein massiver Strategiewechsel für die Marke. Wie es heißt, haben die Verantwortlichen frühere Pläne verworfen, die Fertigung der elektrischen Limousine von ihrer bisherigen eigenen Produktionslinie in Zuffenhausen ins Leipziger Werk zu verlagern.
Die Kehrtwende folgt auf ein turbulentes Finanzjahr für den traditionsreichen Hersteller. Der operative Gewinn brach innerhalb eines Jahres von 5,64 Milliarden Euro auf 413 Millionen Euro ein. Die Verkaufszahlen des elektrischen Viertürers spiegeln diesen drastischen Rückgang wider: 2025 setzte Porsche 11.510 Exemplare ab, nach 21.302 im Vorjahr. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Kannibalisierung innerhalb des eigenen Modellportfolios. Mit dem mit Spannung erwarteten Macan EV erhielten potenzielle E-Auto-Käufer:innen eine neue Alternative, die zugleich perfekt den Vorlieben der Luxusklientel entspricht: Große SUVs sind deutlich gefragter als flache Sportlimousinen.
Management und Porsche-Betriebsrat sollen sich grundsätzlich darauf geeinigt haben, die Baureihe bis Ende des Jahrzehnts auslaufen zu lassen. Zwar sind die entsprechenden Vereinbarungen noch nicht finalisiert, doch intern zeichnet sich ein Konsens ab, die Produktkomplexität zu reduzieren. Der Hersteller richtet seine Elektrifizierungsstrategie derzeit neu aus, um Ressourcen wieder stärker auf bewährte Verbrenner- und Hybridarchitekturen zu konzentrieren.
Der kolportierte Zeitpunkt der Einstellung steht im Kontrast zu den jüngsten öffentlichen Aussagen der Führungsspitze. CEO Michael Leiters hatte erst kürzlich erklärt, das Unternehmen habe keine unmittelbaren Pläne, das Modell einzustellen. Die Marke investierte sogar kräftig in ein überarbeitetes Modelljahr 2027 mit simulierten manuellen Gangwechseln, das gezielt traditionelle Fahrenthusiast:innen ansprechen soll. Der sechsjährige Zeitraum bis 2030 lässt eine große Lücke zwischen dem kurzfristigen Fortbestand und der endgültigen Einstellung.
Die Einstellung des elektrischen Flaggschiffs wäre ein monumentaler symbolischer Rückzug für eine Marke, die ihre moderne Identität auf leistungsstarker Elektromobilität aufgebaut hat. Der Taycan setzte kulturell Maßstäbe für Luxus-E-Autos, indem er bewies, dass Batteriestrom authentische Sportwagen-Dynamik liefern kann. Doch Tradition und Kritikerlob setzen sich nur selten gegen die Bilanz durch. Sollte das Interesse der Kundschaft weiter nachlassen und die Kapazitäten im Leipziger Werk weiterhin den etablierten Zugpferden vorbehalten bleiben, dürfte die prägende elektrische Limousine ihrer Ära leise in die Automobilgeschichte eingehen.



















